Ihr Lieben,

ich hab’s echt geschafft. Ich habe alle meine Jahresverträge mit liebgewonnenen Kunden nicht nur gekündigt, sondern erfüllt. Dienstag bis Donnerstag dieser Woche hatte ich meine letzte Session und jetzt bin ich – ja, was eigentlich? Unabhängig. Frei zu tun und zu lassen, was ich will.

Viele Freundinnen und auch Leserinnen haben mich in den letzten Monaten gefragt, ob es mir nicht schwer fällt, ein funktionierendes Business hinter mir zu lassen. Und das kann ich heute ganz klar mit Nein beantworten. Es ist wie immer im Leben. Kaum schließt man eine Tür, öffnen sich neue. Je älter ich werde, je klarer ich einschätzen kann, was für mich funktioniert, umso schneller geht das.

Klar, sichere sechsstellige Umsätze zu fahren war wunderbar. Aber DAS ist ja nicht der Teil, auf den ich verzichte. Ich verändere nur das Wie. Wie verdiene ich mein Geld? Nicht mehr, indem ich Lebenszeit gegen Bezahlung tausche. Und den Beweis trete ich auch direkt mal an.

Hier seht ihr drei normale Monatsblätter meines letzten Jahres, auf denen diverse Termine NICHT eingetragen sind. An den „freien“ Tagen habe ich dann für meinen Blog und an meiner Weiterentwicklung gearbeitet. Frei hatte ich also nie.

Das hier sind meine nächsten drei Monate. Meine Termine: Eine Wanderung mit Frauen verbinden. Ein Ersatztermin für die Wanderung, falls es regnet. Und die 50 Jahres Feier von Ernsting’s family, auf der ich eingeladen bin.

Alle Tage, an denen nichts steht, habe ich zu meiner freien Verfügung. Ich kann dann Yoga machen oder spazieren gehen. Einen Blogpost schreiben oder ein Rezept ausprobieren. Ein DIY Video drehen oder einen Online-Kurs konzipieren.

Ich kann mich spontan mit jemandem treffen oder mich in ein Café setzen. Ich kann meine Kinder zu Schule bringen oder mich nochmal hinlegen, nachdem sie aus dem Haus sind. Zeit mit meinem Mann verbringen oder ganz für mich sein.

Vielleicht gebe ich einen Workshop, wenn eine Anfrage kommt. Auch das kann gut mal sein. Aber nicht, weil ich einen Vertrag erfülle, sondern weil ich mich in dem Moment, wo die Anfrage kommt, frei dafür entscheide.

Anstatt also jetzt meinem funktionierenden Business hinterherzutrauern, bin ich voller Vorfreude. Ich habe null Ängste. Mein Onlinekurs ist super angelaufen. Der nächste Kurs kommt noch im Juni hinterher. Ich plane eine ganz spannende Kooperation mit einem tollen Unternehmen. Ich verzichte also gefühlt auf Nichts und bekomme alles dazu, was ich mir gewünscht habe. Mehr Abwechslung, freie Zeiteinteilung und Luft zum Atmen. Weil ich mutig genug war, an mich zu glauben. Daran, dass ich genug andere Sachen kann und dass mir schon was einfällt.

Das tut so unendlich gut. Ich fühle mich wie ein Teenager und diese Liedzeilen von Cro (nicht Thoreau, Sarah) drücken ganz genau aus, wie es mir gerade geht. Kennt ihr das? Wenn ihr die Musik tierisch laut aufdreht, mitsingt und tanzt – und das obwohl (oder weil) ihr ganz alleine seid?

„Lasst uns die Gläser wieder füllen, wir leben wie im Film
Und keiner kann mich stoppen, wenn ich irgendetwas will
Ich nehm mir deine Hand, denn die Welt ist perfekt
Und die gute alte Zeit ist jetzt jetzt jetzt jetzt.“

Es ist an der Zeit, Filme zu drehen, anstatt Filme anzuschauen. Bücher zu schreiben, anstatt Bücher zu lesen. Zu reisen, zu lachen, zu feiern. Und dann wieder zu arbeiten, an Dingen, die mir entsprechen. Die mir Freude machen und die mich erfüllen.

Ich fühle mich, als hätte mich jemand losgebunden. Dabei weiß ich ja, dass ich alles selbst entschieden habe. Und das ist doppelt und dreifach schön.

An so einem wundervollen Tag wie heute ist alles leicht. Ich weiß, da kommen auch noch andere Tage. Aber heute, da feiere ich mein Leben und meine Entscheidung, mir meine Zeit wieder zu eigen zu machen.

Free at last.

Eure Svenja