Ihr Lieben,

wäre es nicht herrlich, wenn Freiheit so wäre, wie auf diesem Bild, dass die liebe Tina von der Projektin am Samstag auf der Blog Big von mir geschossen hat?

Ich, hingegossen auf einem Samtsofa. Nur beschäftigt mit mir und meinen kreativen Visionen. Nun ja, die Wahrheit meiner letzten 1 1/2 Wochen sieht „etwas“ anders aus. Aber es war schon lustig, wie viele mich auf der Blog Big gefragt haben, ob ich es mir jetzt richtig gut gehen lasse und nur noch Yoga mache. Tatsächlich war ich die letzte Woche still, weil ich an meinem Pinterest Online Kurs gearbeitet habe. Und nun habe ich ihn eben bei Udemy in die Überprüfungsschleife geschickt und habe Zeit, euch zu schreiben.

Ihr seht also, mit Muße war nicht viel. Aber frei fühle ich mich trotzdem. Denn schon in meiner ersten Woche ohne Kundentermine teile ich mir mein Leben anders ein. Und merke: Gar nicht so einfach, wenn man erstmal verlernen muss, fremdbestimmt zu sein. Das ein oder andere Mal habe ich mich nämlich beim Arbeiten dabei erwischt, weitermachen zu wollen, obwohl ich eigentlich durch war. Etwas durchdrücken zu wollen, obwohl doch gar keine Not am Mann ist. Denn es wartet ja niemand auf das, was ich tue. Ich habe es auch nicht groß angekündigt. Da sitzt niemand in einer anderen Stadt Deutschlands und schaut hoch, ob ich zur Tür hereinkomme. Und keiner checkt seine Mails, ob ich endlich geantwortet habe.

Also musste ich diese Woche erstmal wieder üben, auf mich zu hören. Zu schauen, wann ich gut arbeiten kann und wann ich eine Pause brauche. Auch wann ich – obwohl die Uhrzeit vielleicht untypisch ist oder die Umstände es normalerweise nicht zulassen würden – Lust habe, zu arbeiten.

Meine Familie ist dabei der Hit. Ich rufe jetzt fröhlich „Macht euch bitte selber was zu essen“ vom Schreibtisch rüber, wenn mich die Muse küsst. Oder richte spontan ein riesiges Überraschungs-Familien-Taco-Dinner im Garten.

Mein Mann und die Kinder machen einen großen Bogen um den Studioaufbau im Wohnzimmer, inklusive Stativen, Kameras, Licht und Kabelgewirr. Aber dafür gehe ich auch früher aus der Bloggerkonferenz, und treffe mich mit meiner Tochter  in der Stadt, um T-Shirts zu kaufen und spontan zum Italiener zu gehen.

Ich bin nicht genervt, wenn ich die Kinder zum Tanzen fahren muss – sondern bleibe gleich in der Scheck Allwetteranlage, um selbst Sport zu machen. Mit meinem Mann, der die neue Freiheit auch schon gut findet. Ich glaube, den nächsten Onlinekurs nehmen wir gemeinsam auf.

Ach, ihr seht schon – auch wenn ich nicht (nur) auf Sofas herumliege, geht es mir blendend. Wobei, das hier war auch cool. Suse von ichlebejetzt hat mir ein Buch geschickt – darüber schreibe ich demnächst noch. Und das habe ich ganz gemütlich eingekuschelt in Oma Hildes Decke auf dem Gartensofa gelesen. Was für schöne Stunden Du mir geschenkt hast. Danke nochmal von Herzen.

Auch mit meinen Bloggerfreundinnen „The Regulars“ – mit Claire, Betti und Mareike – hatte ich solchen Spaß diese Woche.

 

#theregulars in Bestform. Ladies, es war mir eine Ehre. @mamiundgoer @muttisoyeah @cappumum

Ein Beitrag geteilt von Svenja Walter (@meinesvenja) am

 Und mit Stephanie von meinkeksdesign, als ich mit Lissy bei den Burda Breakfast Days war.

Ich taste mich gerade vor, in das, was mich glücklich macht. Und merke dabei, dass ich eigentlich alles in Frage stelle. Außer meine Familie. Will ich in München leben? In diesem Haus? Möchte ich festgelegt sein auf Deutschland? Was kommt eigentlich, wenn ich alle Onlinekurse aufgenommen habe? Gibt es nach dem Wissenstransfer wieder was ganz anderes für mich? Gibt es ein Yin zum Yang? Einen Ort mit einem Schreibtisch, einer Yogamatte und veganem Essen, der für mich und meine Familie eine neue Aufgabe, eine neue Ära, eine spannende Veränderung bereithält?

Sicher ist gerade nur eins. Meine Entscheidung war richtig. Ich will und muss so frei wie möglich leben, um glücklich zu sein. Das Kaufen von Dingen, der Konsum und das Schöne und Glatte finde ich zunehmend anstrengender. Ich merke, wie es mich schüttelt bei Oberflächlichkeit unter Menschen, Verletzungen gegenüber unserem Planeten, beim stehengebliebenen Schulsystem und bei mehr oder weniger allem, was gerade in den USA abgeht. Übrigens einer der Gründe, warum wir im August nicht wie geplant nach New York fliegen.

Ich fühle mich, als würde ich nochmal aufwachen, nochmal geboren. Meine Augen das erste Mal öffnen und denken: Mein Leben gehört nur mir. Und ich kann jeden Tag neu entscheiden, was ich will. Vergessen die Jahre der Fremdbestimmung durch kleine Kinder. Vergessen das Rennen im Hamsterrad, immer den Umsätzen nach. Was, wenn ich die gar nicht brauche, um glücklich zu sein? Was, wenn ich und meine Familie immer alles hatten, außer ausreichend Zeit?

Ich schau mal, wie es weitergeht mit meinen neuen Gedanken und bin mir sicher, dass es hier dieses Jahr alles wird. Nur nicht langweilig.

In diesem Sinne,

Eure Svenja