Ja, dieser Tag ist schön. Nicht nur weil heute Wiesn-Eröffnung war, sondern auch und vor allem, weil ich diesen Tag mit meinem Mann und meinen Kindern verbringe. Denn ehrlich gesagt, sind solche Tage mittlerweile eher selten und das fehlt mir. Das ist wie mit dem Gala-Post von gestern: Klar, ist das supernett, auf so eine Party zu gehen. Aber ihr könnt euch vorstellen, dass das für mich genau dieselbe generalstabsmäßige Vorbereitung braucht, wie für euch, wenn ihr weggeht. Selbst wenn man mal solche Sachen wie Kleid suchenfindenkaufen und zum Frisör gehen wegen Ansatz rausnimmt. Meine Mutter war im Harz, also hat mein Bruder gebabysittet. Mein Mann war in Köln und kam extra zu dem Event nach München eingeflogen – also habe ich ihn um 20:10 vom Flughafen abgeholt und dann sind wir zur Party gerast.

Oder die Wiesn-Eröffnung eben: Klar macht das riesigen Spaß. Aber morgens innerhalb von 10 Minuten die Trachten für alle rauszusuchen (und das, nachdem wir im Sommer umgezogen sind und seitdem noch keine Trachten getragen haben), nur um festzustellen, dass lockere 10 Zentimeter fehlen, um Ludwigs Hosenträger an der Hirschledernen festzumachen (ist der schon wieder so viel gewachsen?) Gut, es geht auch ohne Hosenträger. Dann alle aus dem Haus und zur S-Bahn scheuchen (an so einem Tag kann man in München nur Öffentliche fahren). Die Bahn haben wir gerade noch gekriegt – um dann drinnen festzustellen, dass wir keine gültige Fahrkarte dabei haben.

Was ich sagen will, ist folgendes. Wir Frauen (und ja Herbert, manchmal auch ihr Männer) sind wahnsinnig fleißig. Bei manchen Frauen sieht diese ganze Vorbereitung auch noch total unangestrengt aus (bei mir nur in guten Momenten). Im Prinzip ist mein ganzes Leben voller Küchentimer (ihr wisst schon, diese Uhren zum aufziehen, mit denen man die 30 Minuten einstellt, bis die Lasagne fertig ist). Ständig ist einer dieser Timer (die ich natürlich nur virtuell in meinem Kopf stelle) abgelaufen und schrillt – natürlich nur für mich hörbar.

JETZT ist es Zeit, um zum Kindergarten zu fahren und Ludwig abzuholen. JETZT muss ich die Tennissachen packen und die Flaschen mit Apfelschorle füllen, wenn die Kinder pünktlich zum Training kommen sollen. JETZT habe ich fünf Minuten, um eine Maschine Wäsche anzusetzen und die andere Wäscheladung aus dem Trockner zu nehmen. JETZT muss ich den Einkaufszettel schreiben, um fertig zu sein, wenn ich losfahren muss, um ERST einzukaufen und DANN meine Tochter vom Kindergeburtstag abzuholen.

Ihr wisst, wovon ich rede.

Heute, trotz zu kurzer Hosenträger und der Tatsache, dass ich die Trachtensocken meines Mannes erst nicht finden konnte, ist nicht so ein Tag. Denn während ich schreibe sitze ich auf meinem Fatboy vor der Haustür. Es hat angenehme 24 Grad, mein Sohn fährt mit dem Kettcar durch die Siedlung und mein Mann hat sich kurz hingelegt. Und weil Ludwig gerade seine Agentenphase hat, schauen wir nachher alle zusammen einen James-Bond-Film und veranstalten einen familieninternen Geheimagentenabend. Total relaxt und ganz ohne Verfolgungsjagd.

Heute lasse ich die Wäsche liegen, wo sie ist. Die Uhren ziehe ich nicht auf. Heut‘ ist so ein schöner Tag, lalalalala.