Ich verrate heute mal gleich vorneweg, warum unser Hexenhausbau funktioniert hat. Ein bisschen ist es tatsächlich wie bei einem richtigen Hausbau. Man braucht a) gutes Equipment und b) den richtigen Bauleiter, der alle Tricks auf Lager hat. Und der kam bei uns tatsächlich im Unterhemd. Aber dazu später mehr.

Im Folgenden habe ich euch einfach ein Step-by-Step gepostet, damit ihr genau seht, wie es geht. Zu den Backmaterialien verlinke ich jeweils im Text.

Meine Tochter pinselt die genialen Hexenhausformen der Firma Birkmann ein. Die sind ehrlich gesagt meine Geheimwaffe beim Hexenhausbau, denn nur wenn die gebackenen Einzelteile hübsch aussehen, einfach zu entnehmen sind und vor allem Ganz bleiben, kann man so etwas mit Kindern überhaupt angehen.

Dann habe ich den Lebkuchenteig gemacht. Kinderleicht und sehr lecker – das Rezept folgt am Ende des Posts.

Einfach den Teig in die Form drücken. Ich hatte keinen Spatel und habe das deshalb mit der Hand gemacht. Ging prima, man muss nur schell sein, weil der Lebkuchenteig sonst zu trocken wird.

Alles rausnehmen, erst in der Form auskühlen lassen und dann nochmal auf dem Gitter. Rechts seht ihr die etwas unförmige Grundplatte, die ihren Zweck aber trotzdem voll erfüllt hat.

Zuckerguss anrühren. Dann das Ganze in den Dekofüller (günstig und SPITZE, da kann jede Spritztüte einpacken) füllen und loslegen. Was mir nicht klar war: Meine Kinder sind noch zu klein, um die Einzelteile so lange still festzuhalten, dass das Haus stabil trocknet. Also habe ich meinen Sohn schnell zu unserem Nachbarn Stefan geschickt – mein Koch- und Back Master-of-Desaster.

Stefan stürzte in unser Wohnzimmer, riss sich mit den Worten „Hier sind ja 800 Grad“ den Pulli vom Leib und los ging es ans Werk. Lustiger geht es nicht. Dann kam sein Geheimtipp:

Stabilisierung durch Zahnstocher. Da muss man erstmal drauf kommen.

Aber ganz wichtig – die Zahnstocher bleiben über Nacht drin. Bloß nicht zu früh rausnehmen, dann kracht vielleicht doch noch was zusammen. Der Riss im Dach ist übrigens dadurch entstanden, dass ich dieses Teil beim Trocknen auf den Rand des Gitters gelegt hatte – es stand also ein Teil über. Wieder was gelernt – darf man nicht machen. Die Teile müssen beim Trocknen GANZ auf dem Gitter aufliegen.

Dann waren die Kinder dran. Den Zuckerguss aufs Dach spritzen, ein bisschen antrocknen lassen (sonst rutschen euch gerade die schwereren Süßigkeiten runter und die Kinder sind frustriert) und dann dekorieren, wie das Herz begehrt. Meine Musikempfehlung dazu: Michael Bublé und seine CD „Christmas“ – das ist Weihnachten.

Work in progress.

Und dann stand es endlich das Hexenhaus. Am nächsten Tag und ohne Konstruktionszahnstocher sah es dann so aus:

Wie versprochen gibt es jetzt noch das ziemlich geniale und gelingsichere Lebkuchenrezept, dass der Hexenhaus-Form beilag. Birkmanns Slogan „Jeder kann backen!“ hat sich auch diese Weihnachten für mich wieder bestätigt.

Lebkuchen-Hexenhaus

Zutaten:

100 ml Wasser, 100 g Zuckerrübensirup, 100 g Honig. 220 g braunen Zucker, 10 g Lebkuchengewürz, 320 g Butter, 1 TL Natron, 1 Prise Salz, 750 g Mehl.

Verzierung:

2 Eiweiße, 300 g Puderzucker.

Zubereitung:

Wasser, Zuckerrübensirup, Honig und braunen Zucker aufkochen. Lebkuchengewürz und gewürfelte Butter unterrühren. Mit Natron und Salz abschmecken und auf Raumtemperatur abkühlen lassen. Zum Schluss das Mehl unterkneten. Die Form mit Backspray (alternativ mit Butter) fetten und den Teig mit dem Spatel einstreichen. Den restlichen Teig zu einer 27 x 30 cm  großen Grundplatte ausrollen und -schneiden. Die Lebkuchen im vorgeheizten Backofen (Ober-/Unterhitze 190 Grad/Umluft 170 Grad) ca. 15 – 18 Minuten backen. Lebkuchen in der Form etwa 15 Minuten abkühlen lassen. Vorsichtig aus der Form lösen und zusammen mit der Grundplatte auf einem Kuchengitter nochmals gut auskühlen lassen. Eiweiße steif schlagen, Puderzucker hinzufügen und zu einer cremigen Masse verrühren. Den Zuckerguss in den Deko-Füller (alternativ in einen Spritzbeutel) füllen und die Kanten des Hausrahmens dünn bestreichen. Den Hausrahmen auf die Grundplatte setzen, kurz festdrücken und ca. 1 Stunde trocknen lassen. Zum Schluss das Dach und die Figuren mit Zuckerguss befestigen. Nochmals gut trocknen lassen. Süßigkeiten mit Zuckerguss nach Belieben verzieren.

Ich hoffe ihr habt beim Bauen mindestens so viel Spaß wie wir – aber ich bin mir ziemlich sicher, dass wir die einzige Familie sind, die den Nachbarn im Unterhemd mit am Tisch hat :-) Nochmal: Danke Stefan.

Alles Liebe

Eure Svenja

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