Wer das Video mit deutschen Untertiteln ansehen möchte, klickt bitte hier.

Nachdem ich neulich über das Thema „Unser Bildungssystem stinkt zum Himmel“ geschrieben habe, habe ich etwas entdeckt, was mir die Augen geöffnet hat. Wenn ihr auch Kinder im schulpflichtigen Alter habt, habt ihr euch sicher schon Mal gefragt: „Warum habe ich früher meine Hausaufgaben eigentlich komplett alleine gemacht?“ Denn das ist heute offenbar nicht mehr möglich.

Klar, am Anfang der Schulzeit, da geht das alles noch. Aber je älter die Kinder werden, desto mehr addiert sich das auf, was zu den berühmten „Lücken“ führt.

Lehrer, die im Stoff nicht schnell genug voranschreiten (oft, weil sonst nicht alle mitkommen).

Kinder, die tagträumen und aus dem Fenster schauen, anstatt aufzupassen.

Lehrer, die krankheitsbedingt ausfallen.

Kinder, die krankheitsbedingt ausfallen.

Undundund.

Diese Lücken im Verständnis unserer Kinder führen wiederum dazu, dass sie darauf aufbauenden Stoff erst recht nicht mehr verstehen. Das führt von der 2 zur 3 zur 3-4, zur 4 und so weiter.

Außer man hat eine Mutter oder einen Vater, die die Hausaufgaben betreuen. Das hat nämlich einen Riesenvorteil: Die Eltern bekommen mit, was ihre Kinder nicht können. Und zwar punktgenau. Die eine Aufgabe lösen sie nämlich richtig und die nächste falsch. Und wenn wir Eltern uns anstrengen, finden wir das heraus und wenn wir pädagogisch geschickt vorgehen, können wir ihnen vielleicht beibringen, diese Fehler zu vermeiden. Das kann ein Lehrer gar nicht leisten. Nicht bei G8, dem straffen Zeitplan und bis zu 30 Schülern in der Klasse.

Aber wäre nicht genau das toll? Wenn unsere Kinder im Beisein der Lehrer ihre Hausaufgaben machen könnten, ohne auf eine Ganztagsschule zu müssen? Wenn sie Lehrstoff dann vermittelt bekämen, wenn sie Zeit hätten, entspannt und offen wären? Und etwas wiederholen könnten, genau dann, wenn sie eine Frage hätten?

Das obenstehende Video zeigt genau auf, wie so etwas funktionieren könnte – und bereits funktioniert. Ihr wisst ja, dass ich ein großer Fan von Video-Tutorials bin. Salman Khan hat ein meiner Meinung nach bahnbrechendes System entwickelt. Obwohl – das ist nicht ganz richtig. Denn das, was ich einmal „Die Schule der Zukunft“ nennen möchte (für Kinder genauso wie für Erwachsene) entspricht meiner Vorstellung von lebenslangem Lernen und von einem Miteinander statt einem Gegeneinander.

Warum? Weil nicht Salman ein System für Menschen entwickelt hat, sondern andersherum. Salman hat „nur“ ein sehr informatives Video mit Unterrichtsstoff für seine Cousins bei youtube eingestellt. Darauf hat er so viele Reaktionen aus aller Welt bekommen, dass er verstanden hat: Hier kann ich Lernen verändern und Möglichkeiten für alle schaffen. So kann Bildung wieder zu einer gemeinschaftsbildenden Aufgabe werden.

Wenn sich das durchsetzen würde, wäre lückenlose Bildung nicht länger eine Aufgabe für uns Mütter. Das fänden wir auch gar nicht so schlimm. Denn ganz ehrlich: Wir sind schon mal zur Schule gegangen und hatten damit eigentlich abgeschlossen.

In diesem Sinne

Eure Svenja