Traumfigur

Da staunt ihr, oder? Ich schenke meinem Mann zum 10. Hochzeitstag seine Traumfigur. Und die liegt bei geschätzten 20 Kilo Minus. Sein Glück – oder Pech, je nachdem, ist aber, dass man ihm das nicht so ansieht. Er „versteckt“ das ganz gut – und wird deshalb gesellschaftlich nicht unbedingt als „Dicker“ eingestuft. Aber gesundheitlich ist er eine tickende Zeitbombe.

Warum ich ihm seine Traumfigur schenke? Weil es tatsächlich das EINZIGE ist, was er sich seit 10 Jahren wünscht. Endlich dauerhaft abzunehmen.

Nun sei – um der Wahrheit genüge zu tun – gesagt, dass er es oft versucht hat. Immer, wenn ich mitgemacht habe (nach den Schwangerschaften), hat das auch super funktioniert. Aber sobald ich wieder angefangen habe, normal zu kochen und zu essen, hat mein Mann eben mitgegessen. Plus die Geschäftsessen, die Kantinenbesuche, die Snacks bei Seminaren und Meetings. Plus, dass ich viel mehr Zeit habe, mich zu bewegen. Während er sitzt. Und sitzt. Und sitzt. Plus, dass ich die Kinder permanent um mich habe – und Uwe natürlich abends lieber was mit den Kindern macht, als sich nochmal zum Sport aufzuraffen.

Traumfigur? Das hört sich aber anstrengend an!

Natürlich macht man so ein Geschenk nicht ohne Geburtswehen. Auch ich nicht. Denn ich weiß: Das bedeutet für mich viel mehr Arbeit. Ich muss mehr Kochen, Vorkochen, abwechslungsreicher Kochen. Ich muss neue Rezepte ausprobieren, um mein Repertoire an abnehmfähigen Speisen zu erweitern und Uwe bei der Stange zu halten. Die geschenkte Traumfigur bedeutet aber auch, dass ich meinem Mann mehr Freizeit und Freiheit zugestehe. Zum Joggen, Tennis spielen und fürs Fitnessstudio. Alles Zeit, die er sonst auch mit uns verbracht hat.

Aber gerade weil Uwe so viel arbeitet, weil er 20 Kilo zu viel wiegt, weil er sich zu wenig bewegt und weil er damit im Alter von 48 Jahren ein Kandidat für all die Krankheiten ist, die unsere Zivilisation da so zu bieten hat…gerade deshalb kann es zum 10. Hochzeitstag nur dieses eine Geschenk, nur die Traumfigur sein. Schließlich wollen wir ja auch den 20. zusammen feiern.

Ich werde euch sicher immer mal wieder von unseren Fortschritten berichten und erzählen, wie ich das anpacke. Was ich auf meinem Weg lerne und was Uwe und ich auf unserem gemeinsamen Weg durchmachen. Schließlich weiß ich um mehrere Leserinnen, die mir immer mal wieder schreiben WIE leid sie ihr Frauenbäuchlein sind. Wer weiß, vielleicht kann ich ja durch das Traumfigur-Projekt (das ich zeitlich auf Minimum ein Jahr ansetze, über Nacht geht nicht und gibt’s nicht) nicht nur einem Menschen dabei helfen, seine überflüssigen Kilos zu verlieren, sondern mehreren.

In diesem Sinne, bald mehr

Eure Svenja

P.S.: Ihr wisst ja: Ich gehe solche Dinge professionell an. Dementsprechend habe ich ein diabolisch gutes Konzept gebastelt. Bereits einige Personen angesprochen, die mir Unterstützung auf dem steinigen Weg zur Traumfigur zugesagt haben. Ein paar Firmen werden auch noch dazukommen, denn es gibt Produkte, die ich für euch testen werde. Für diesen „schweren Brocken“ brauche ich das Maximum an Know-how und Teamspirit, das ich kriegen kann.

P.P.S.: Heute Abend geht es zu Armin und Stefan – es gibt Boobootie. Mit wem soll man auch sonst 10 Jahre Ehe feiern, wenn nicht mit einem Paar von dem zumindest einer dafür bekannt ist, zu Dschinghis Khan zu tanzen.

P.P.P.S.: Was mich direkt dazu bringt eine laute Gratulation nach Paderborn hinüberzurufen: Jan und Marcello, auf eurer tollen Hochzeit hatten wir den schönsten ersten Hochzeitstag überhaupt. Alles Liebe zum 9. Hochzeitstag.

P.P.P.P.S.: Auch wenn das weder in ein P.S. noch in ein P.P.P.P.S. gehört, sondern eigentlich einen eigenen Post verdient hätte (aber der Blog heißt ja meinesvenja und nicht meineehe): Uwe, ich würde immer wieder sagen: „Nichts lieber als das.“ Immer wieder. Du bist mit oder ohne heißersehnte Traumfigur der tollste Mann und Mensch der Welt. Und manchmal, ganz heimlich, wünschte ich, ich wäre mehr wie Du.