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Im Aroma-Wunderland: Selbstkreierte vegane Pfanne mit indischer Soße und Sonnenblumenkern-Geröstl

Unglaublich, die ersten 14 Tage Vegan for fit sind tatsächlich rum. Bergfest. Ich bin ganz schön stolz, dass ich das so gut hinbekomme. Gut, es sind auch Schulferien, das erleichtert den Einstieg natürlich, weil die ersten Gehversuche mit mehr Zeit gesegnet sind, als der Alltag das zulassen würde. Aber trotzdem: 14 Tage sind lang – vor allem wenn sie meine kompletten erwachsenen Ernährungserfahrungen auf den Kopf stellen.

Falls ihr also überlegt, auch bei der Challenge einzusteigen, habe ich euch heute wieder meine wichtigsten Erkenntnisse der letzten 7 Tage aufgeschrieben. Was macht die vegane Ernährung aus und was macht Vegan for fit mit mir?

Vegan for fit, Woche 2: Die AHA-Momente

1.) Vegan essen macht satt – und wählerisch. Ich überlege mir sehr genau, was ich wann esse. Während ich früher oft erst in dem Moment, in dem sich mein Hunger bemerkbar gemacht hat, über meine Nahrungsaufnahme nachdachte, tue ich das heute manchmal schon Tage im Voraus. Nicht nur, weil ich den Einkauf planen muss, sondern auch, weil ich es mir plötzlich Wert bin. Ein ziemlich schönes Gefühl.

2.) Mit Vegan for fit abnehmen ist anders. Früher wusste ich genau, was ich wiege. Ihr hättet mir die Augen verbinden und mich auf die Waage stellen  können und ich schwöre: bis auf 200 Gramm genau hätte ich mein Gewicht benennen können. Das ist jetzt anders. Ich fühle mich viel schlanker, als die Waage es anzeigt. Und ich bin es auch. Die Kilos schmelzen an anderen Stellen. Alles verteilt sich irgendwie um. Und ich bin frischer, energetischer, mehr ich.

3.) Ich habe keinen Jieper auf Fleisch, Käse, Milch oder andere tierische Produkte. Wo ist eigentlich mein Rotwein, Schatz? Während mir der Verzicht auf Tierisches leicht fällt, hat mich in der zweiten Woche Vegan for fit der Wunsch nach einem Glas Rotwein fest im Griff. Abends, wenn ich in meinem Ohrensessel sitze und lese oder schreibe, würde ich gerne neben mich greifen und einen vollmundigen Roten….. Hach, wäre das schön. Aber: Keine Challenge ohne Entbehrung. Das muss man sportlich sehen. Ich bin schon gespannt, was mir nächste Woche fehlt.

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Früchtebrot vegan – ein treuer Freund bei Heißhungerattacken

4.) Ich rieche mehr. Und das ist nicht immer gut. Mehr will ich gar nicht dazu schreiben, denn es soll ja appetitlich bleiben.

5.) Begeisterung inspiriert. In unserer geheimen veganen facebook Gruppe (in die wir leider niemanden mehr aufnehmen können, weil wir zusammen eine Reise angetreten haben und die Plätze in meinem veganen Bus des Lebens erstmal begrenzt sein müssen, um sie zu genießen) spielt Begeisterung eine große Rolle. Wir begeistern uns für Rezepte und Geschmäcker, aber – viel wichtiger – für das, was die anderen schaffen. Da werden Fotos gepostet, Erfolge herausgeschrien und virtuelle Schultern geklopft. Wir stecken uns gegenseitig an, inspirieren uns. Wir sind vegan for fit. Wer in so kurzer Zeit so viel Neues ausprobiert, braucht eine verlässliche Größe und – wie Stephie es so passend nennt – einen virtuellen Stuhlkreis. Wir schimpfen und jammern zusammen, wir lachen mit- und manchmal auch übereinander. Immer herzlich, immer nach vorn denkend. Und: man darf auch Sachen sagen, die woanders peinlich wären. Macht auch mal Spaß. Was bleibt, sind gelernte Weisheiten, die nur Challenger verstehen. Oder wie unser Gruppenmitglied Stephanie es neulich so treffend formulierte: „Man kann auch zu Ikea gehen, ohne einen Hot Dog zu essen.“

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Sweet Lemon Tee vom Teekontor Bremen – eisgekühlt für mich ein unverzichtbarer Bestandteil der Challenge

6.) Ich KANN vegan kochen. Ich muss mich nur trauen. Nachdem ich mich in der ersten Woche sklavisch an Attilas Rezepte gehalten habe, beginne ich jetzt zu variieren. Denn glücklicherweise lassen sich die Rezepte in Vegan for fit meinem Geschmack leicht anpassen. Anstatt Kürbispommes mache ich Süßkartoffelpommes, probiere das Dressing aus dem Buch mit einer anderen Salatzusammenstellung aus. Aber: da geht noch mehr. Nachdem die alten Challenge-Hasen in unserer Gruppe schon lange freestyle kochen, mache ich das jetzt auch. Funktioniert bestens und ist sooooo kreativ und befriedigend. Diese Vielzahl an Aromen. Ein bisschen fühle ich mich wie Alice im Wunderland. Warum nur habe ich so lange gebraucht, um zu erkennen, dass Intensität und Qualität eines Geschmacks die kurzlebigen Vorteile von Völlerei klar in den Schatten stellen?

7.) Vegan for fit????? Ich bin in den letzten 2 Wochen so selten zum Sport gegangen, wie in den letzten 2 Jahren nicht. Sorry Attila, aber das was Du als Mentor im Bereich „veganes Neuland betreten“ an Punkten bekommst, muss ich Dir bei Machbarkeit wieder abziehen. Ich bleibe dabei: Eine 30 Tage Challenge nach Deinen Rezepten ist für mich unvorstelbar. Deshalb mein Tipp an dieser Stelle: Schreib ins Vegan for fit Vorwort, dass die Challenge eine Reise ist, die aufwändig und von Deinen Rezepten bestimmt anfängt und über Hilfe zur Selbsthilfe zur absoluten, veganen Freiheit und Selbstbestimmung führt. Denn die Praxis sieht so aus: Wenn ich mich strikt an Deine Anleitungen halte, koche ich so viel, dass ich nicht zum Sport komme.

8.) Meine Nachbarin Miriam sagt zu mir: Du siehst jünger aus. Stimmt. Ich strahle auch mehr. Meine Haut ist feuchter, ich wirke weniger gestresst. Alles in allem bewege ich mich in eine Richtung, die ich durch eine pure Nahrungsumstellung kaum für möglich gehalten hätte. Wundert mich also gar nicht, dass Attila gerade nach Vegan for fit an einem Buch namens Vegan forever young arbeitet.

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Best Riegel ever: Amaranth, Kakaobutter, getrocknete Kirschen und ein paar andere, geheime Zutaten

9.) Mein Mann ist ein furchtloser Challenger. Ihr wisst ja, ich hatte ihm seine Traumfigur zum Hochzeitstag geschenkt. Wer weiß, ob er sich da so drüber gefreut hätte, wenn ihm damals klar gewesen wäre, was das bedeutet. Zum Beispiel nur mit Attilas Früchtebrot, Amaranthriegeln und Obst bewaffnet zum Championsleague-Finale nach Wembley zu fliegen und dort keinen Alkohol zu trinken, obwohl Bayern gewinnt. Ich sage ja: Mein Mann ist ein furchtloser Challenger.

10.) UND WAS HABE ICH ABGENOMMEN? Die Waage steht bei 63,7 Kilo. Eingestartet bin ich bei Vegan for fit ja mit 64,9 – und hatte in der ersten Woche gar nichts ab-, sondern sogar 100 Gramm zugenommen. Das Ergebnis von minus 1,3 Kilo stimmt mich fröhlich. Von meinem Körpergefühl her ist mein Gewicht schon wieder klar im grünen Bereich. So gehe ich völlig entspannt und zufrieden in die letzten beiden Vegan for fit Wochen. Alles kann, nichts muss. Mein Mann hatte in der ersten Woche ja 2,7 Kilo abgenommen und konnte das in der zweiten Woche auf insgesamt 4,5 Kilo steigern. 4,5 Kilo in 14 Tagen – ein tolles Ergebnis. Ich bin ja so stolz auf ihn. Und falls ihr mal wissen wolllt, wie vegane Liebe im Hause Walter ausieht: das hier ist seine normale Tagesration, die ich ihm mitgebe, damit auf dem Weg zu seinem Traumgewicht alles auf Schienen läuft:

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Mein veganes Lunchpaket – eine Liebeserklärung

Mein Fazit am Ende unserer zweiten Woche Vegan for fit: Es ist die beste „Diät“, die ich je gemacht habe – und zwar, weil es eine als Diät getarnte Ernährungsumstellung ist. Vor diesem Hattrick ziehe ich definitiv meinen Hut, Attila, und sage mal ganz laut: Danke!

Eure Svenja

P.S.: Wer das Fazit meiner ersten Challengewoche verpasst hat, darf gerne noch einmal hier nachlesen.  Und hier geht es weiter, wenn ihr wissen wollt, wie es mir in meiner 3. Challengewoche ergangen ist.