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So lecker ist Vegan for fit: Knackiger Salat mit warmen Kräuterchampignons

Dass die Vegan for fit Challenge eine Reise sein wird, war mir schon vorher klar. Aber dass ich kurz vor Ende dieser Reise feststelle: „There might be no turning back“ – DAS, meine lieben Leser und Leserinnen, hatte ich eigentlich nicht erwartet.

Vegan for fit, Woche 4: Die AHA-Momente

1.) Mein Bioladen verlinkt meinen Blog auf facebook (obwohl ich noch gar kein Fan ihrer facebook-Seite war – jetzt bin ich es natürlich!). Jetzt ist es also schon beim VollCorner angekommen, dass wir bei meinesvenja die Vegan for fit Challenge machen. Wenn das nicht den Status „Offiziell in der Biogemeinde angekommen“  bestätigt, weiß ich nicht, was sonst. Aber: warum wundert mich das gar nicht?

2. ) Vielleicht, weil in den VollCorner kommen wie nach Hause kommen ist. Jeder grüßt freundlich und die Stimmung ist bestens. Früher wusste ich wo Milch, Hackfleisch, Tiefkühlkost und Brot stehen, heute finde ich mit geschlossenen Augen zu Agavendicksaft, Basilikumtofu und Hafermilch. Wo ich vor 4 Wochen peinlich berührt durch die Gänge schlich und bloß nicht unangenehm als Neuling auffallen wollte, plaudere ich heute mit der einen Dame über den neu im Sortiment angekommenen Matchetee und mit der anderen über den voranschreitenden Gewichtsverlust meines Mannes. Außerdem weiß ich ohne aufs Rezept zu schauen, welche Mengen ich von was brauche und wann mein Tomatenmarkvorrat zur Neige geht. Anders gesagt: Die Orientierungsloisgkeit hat ein Ende, kurz bevor die Vegan for fit Challenge zuende ist. Gut gemacht, Attila.

3. ) Aber nicht, dass ihr jetzt denkt: Ende gut, alles gut. NIXDA. In Woche 4 von Vegan for fit kommt es zum Härtetest. Mein Nachbar Felix feiert seinen 40. Geburtstag und ich hatte versprochen, Frikadellen zu braten. Also habe ich Hackfleisch gekauft, alles schön mit Ei, Brötchen, Senf und Gewürzen vermischt und mit den Händen Frikadellen geformt. Und nach dem Braten und Abspülen habe ich die Hände gewaschen – und dann einen GANZ großen Fehler gemacht. Ich habe an meinen Händen gerochen. Und die rochen nach totem Tier. Nach Leiche. Und nach Verwesung. Ach Du Scheiße. Bleibt das jetzt so?

4.) Meine Kinder sind keine Veganer – und ich muss trotzdem für sie kochen. Und Kochen beinhaltet Abschmecken. Wie ich das mache? Ich nehme den Löffel Sauce in den Mund, schmecke kurz und spucke ihn ins Waschbecken. Und – jetzt wird es eklig – dabei fällt mir auf, wie schleimig dieses ganze Milch- und Sahnezeug ist. Erstmal Wasser in den Mund, ausspülen und nochmal ausspucken. Und das ganze nochmal. Mich schüttelt es. Und mir wird klar: Wenn man vegan isst und sich an die (auf die Gefahr hin, dass ich mich wie ein Freak anhöre) „reine“ Konsistenz und Textur von Speisen gewöhnt, werden die tierischen Produkte eklig. Und nein, da kann man NICHTS gegen machen.

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Meine nicht veganen, aber wunderbaren Nachbarn

5.) Meine vierte Vegan for fit Woche bringt nicht nur den Härtetest, sondern auch den Challengebreak. Mein Gott, was haben wir herrlich gefeiert auf Felix Geburtstag. Die Frikadellen nicht anzurühren, fiel mir zwar extrem leicht….aber das Glas mit dem veganen Himbeermark und dem Himbeersirup und dem Prosecco… Und die halbvegane Williamsbirne. Ich habe gesündigt – aber das Ganze brav in der veganen meinesvenja facebook Gruppe gebeichtet. (Danke nochmal für die Absolution, Mädels). Und weil Vegan for fit ja strenge Regeln hat, muss ich nun 3 Verlängerungstage dranhängen. Eigentlich wäre die Challenge am morgigen Samstag vorbei, für mich geht sie nun bis nächsten Dienstag. Aber: das hat sich gelohnt!

6.) Kochen ist ENDLICH nicht mehr anstrengend, weil ich beginne, anders zu planen. In meinem Kühlschrank sieht es aus wie in dem Kühlschrank einer Restaurantküche. Vorgewaschener und gezupfter Salat, Mais in der einen Dose, Dip in der anderen. Eine große Flasche Salatsoßenvorrat, natürlich selbstgemacht. Aber nicht nur meine Vorratshaltung ändert sich, auch meine Attilahörigkeit nimmt in Woche 4 von Vegan for fit rapide ab. Es ist mal wieder die klassische Heldenreise. Kaum ist der Entscheidungskampf vorbei (das war das große Tief am Ende von Woche drei und das folgende (ähem) Partybesäufnis ), kehre ich mit dem Elixier zurück. Und das ist in diesem Falle das Wissen, dass ich auch vegan kochen könnte, wenn man mir meine Bibel, das Vegan for fit Kochbuch, wegnehmen würde.

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Freestyle Thai-Salat mit Weißkohl, Karotten, Koriander und Erdnüssen

7.) Viva la Freestyle. Mit Vegan for fit hat Attila mir beigebracht, was möglich ist. Hilfe zur Selbsthilfe. Jetzt bin ich dran, das so umzusetzen, wie es für meine Lebensgewohnheiten und meine Familienmitglieder passt. Nicht immer einfach – aber das geht.

8.) Vegan for fit führt dazu, dass ich mein Auto abgebe. Was für ein Satz, oder? Dazu folgende Erklärung: Wir haben ein Familienauto – das fährt aber fast immer mein Mann. Nur: mein Mann fährt ja seit Vegan for fit permanent Fahrrad. Als er noch das Familienauto gefahren ist, hatte ich immer einen Monatsmietwagen. Mietwagen vor allem deshalb, weil ich mich noch nicht entschieden hatte, welches Auto ich mir kaufen möchte (ich brauche es eigentlich nur zum Einkaufen und Kinder chauffieren…). Durch die Vegan for fit Challenge hat sich herausgestellt: Wir brauchen gar kein zweites Auto. Also habe ich meinen Monatsmietwagen abgegeben und werde mich nach einem Fahrrad umschauen. SO einfach kann das Leben sein. Krass, oder?

9.) Zu Beginn der Challenge hatte ich immer das Gefühl, etwas erklären zu müssen. Dem entsetzten „Aber das willst du doch nicht für immer machen“ meines Gegenübers folgte mein schnelles „Natürlich nicht“. Als hätte ich was verbrochen. Meine vierte Woche brachte da die entscheidende Wende. Es ist mir schlicht und einfach egal, was andere davon halten. Ich bin vegan for fit, weil es mir gut tut und ich mich noch nie so klasse in meinem Körper gefühlt habe. Aber ich weiß jetzt schon: Nach der Challenge werde ich mich ausführlich mit allen Kritikerfragen wie z.B. „Aber da kriegt man doch nicht genug Eiweiß???“ oder Überlegungen wie „Woher kommt das Calcium, wenn ich keine Milch mehr trinke“ beschäftigen. Hoch und heilig versprochen!

10.) UND WAS HABE ICH ABGENOMMEN? Eingestartet bin ich mit 64,9 Kilo. Gewicht nach 28 Tagen Challenge mit einem partybedingten Challengebreak: 63,2. Ich fühle mich allerdings wie eine Millionen Dollar. Nur falls ihr gerade fragen wolltet :-) Mein Mann ist der absolute Challengekönig. Er hat in den 28 Tagen unglaubliche 7,3 Kilo abgenommen. Was für ein GRANDIOSER Erfolg. Go Uwe GO!

Let’s challenge on!

Eure Svenja

P.S.: Wer das Fazit meiner ersten Woche und zweiten Woche und dritten Woche Vegan for fit verpasst hat, darf natürlich gerne noch einmal nach dem Klick weiterlesen.