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Meine Lieben,

erstmal ein EXTREM herzliches Dankeschön für die vielen Herzen, die ihr mir geschenkt habt. Wahnsinn, wie ihr dranbleibt und mitfiebert. Ihr habt mir so tolle Kommentare hinterlassen und Nachrichten geschrieben, dass ich mich ganz offiziell und öffentlich bei euch allen bedanken möchte. Natürlich macht mir mein Blog in der Hauptsache jede Menge Spaß, aber die Leichtigkeit, die ihr oft wahrnehmt, die ist hinter den Kulissen nicht jeden Tag in gleicher Form zu finden. Auch ich werde manchmal 10 Mal unterbrochen, weil der Trockner piept, die Nudeln fertig sind oder irgendjemand sein Fernrohr sucht (dieser Junge…..).

Dass ich euer Leben bereichere, ist wohl das schönste Kompliment. Ich kann das nur 800-prozentig zurückgeben. Die meisten Rezepte, viele Themen, jede Menge Anregungen kommen von euch – ohne euch wäre meinesvenja einfach nur halb so inspirierend. Einige Leserinnen haben mir jetzt den Tipp gegeben, den Brigitte Mom Blog Button zu installieren. Das machen wohl viele der Blogs auf der Liste. Damit hättet ihr es leichter zu voten und ich bekäme immer dann ein Herz, wenn es euch gerade besonders gut bei mir gefällt. Eigentlich eine gute Anregung, ich lass das mal von meinem Webmenschen checken.

Jetzt aber zum eigentlichen Thema des Blogposts. Wie ihr wisst, war ich auf einem Familienfest. Die Location, das Hofgut Hopfenburg, kann ich wirklich uneingeschränkt empfehlen. Super Atmosphäre, leckeres Essen, extrem sauber und ein Riesenspaß für die ganze Familie. So ein bisschen wie ein moderner Supercampingplatz. Mit Zirkuswagen oder Tipi, Jurte oder Ferienwohnung. Nur dass wir eben so spät gebucht hatten, dass keine Wohnung mehr frei war.

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Und es dann das ganze Wochenende aus Kübeln goss. Aber das nur nebenbei. Am ersten Abend machte das Zelt einen so ungemütlich feuchten Eindruck, dass wir kurzerhand in ein Hotel gezogen sind. Außer uns war eh fast noch niemand da und so richtig Sinn machte es also nicht, zu frieren.

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Ludwig fand es super – im Hotelbett nachts um 10 noch ein bisschen iPad spielen zu dürfen, ist definitiv ein Highlight für einen 7-jährigen. Etwas anstrengend war hingegen die vegane Essenbeschaffung über 3 Tage. Freitagabends angekommen fanden wir einen netten Italiener mit wunderbaren veganen Tapas. Auch der nächste Morgen lief rund. Am Frühstücksbuffet gab es jede Menge Müsli und wir hatten Hafermilch im Gepäck.

Doch dann kam der Mittag und damit die Entscheidung: schwäbisches Wirtshaus oder schwäbischer Chinese? Und wir hätten vielleicht doch noch ins Wirtshaus wechseln sollen, als wir beim Chinesen die Karte aufklappten und da stand „Haifischflossensuppe“. Nun gut, wir sind geblieben.

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Die Minifrühlingsrollen waren in dem Frittierfett gebraten, das auch für die Fischgerichte benutzt wird. Alt war es zudem. Und ob der Teig mit Ei gemacht war, habe ich einfach nicht gefragt. Das nennt man „vegane Verdrängung“. Auch gut, früher hatte man Reiseverstopfung, wenn man unterwegs war. Und jetzt eben vegane Verdrängung.

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Die Nudeln mit Gemüse waren vegan, aber so ölig, dass ich sie kaum essen konnte. Ja, das ist der „Nachteil“ der veganen Ernährung. Ich schmecke alles, was ich vorher nicht geschmeckt habe. Und das heißt: mir schmeckt fast nichts mehr. Zumindest nichts, was ich nicht selber und ganz frisch gekocht habe. Mittlerweile bin ich es so gewohnt, dass alles fantastisch schmeckt, dass liebloses Essen keine Gnade mehr vor meinen Augen findet, nur weil Fett angeblich ein Geschmacksträger ist.

Mit dem Beginn der Feier am Samstag um 15:00 ging es auch mit dem Essen wieder bergauf.

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Na, da ist doch Einiges dabei. Ich habe sofort ein Foto gemacht und dachte: „Das halte ich dem nächsten Zweifler unter die Nase, wenn er mich fragt, was man überhaupt noch essen kann, wenn man vegan isst!“ Die Antwort lautet nämlich: Eigentlich alles. Meine Stimmung war bestens. Doch dann kam der Tofuschnitzelgau.

Denn die nette Dame, die die Bio-Hühnchen gebraten hatte, bot sofort an, uns die eigens für uns organisierten Tofuschnitzel zu braten. „Sie sind doch die Veganer, oder?“ Also, das nannte ich mal herzlich. Und ich sage euch – die haben geschmeckt, diese Schnitzel. Hätte ich nicht gewusst, dass das Tofuschnitzel sind, ich hätte geschworen, das ist Fleisch. Aber die Konsistenz war anders. Danach bin ich direkt in die Küche. Die Packung MUSSTE ich einfach für euch fotografieren. Der totale Geheimtipp. Und dann passierte der Gau. Denn die nette Dame zeigte mir diese Schachtel.

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Auf Milchbasis stand da. Und für einen Moment stand danach irgendwie die Zeit still. Weil einer von Uwes Cousins Marktleiter eines Supermarktes ist und uns dort mit der Schachtel und unseren entsetzten Gesichtern stehen sah, kam er rüber und informierte uns: „Das ist leider überhaupt nicht vegan. Da ist Milch drin und ganz viele Eier, alle aus übelster Käfighaltung.“

Ich sage euch – das war wie ein Schlag in den Magen. Ich will ja nicht hysterisch wirken, aber wenn man ein Bio-Hühnchen liegenlässt um den letzten Dreck zu essen und das dann nicht mehr rückgängig machen kann – das ist kein so wahnsinnig witziges Gefühl.

Was ich damit sagen will ist: Ich habe wieder eine vegane Lektion gelernt. Vegan essen auf Reisen geht durchaus. Aber es gilt dasselbe, wie im Biomarkt. Man muss sich immer die Inhaltsstoffe durchlesen. Egal wie eigen und kompliziert das wirkt. Die Dame war zwar nett, aber sie hatte vegan und vegetarisch verwechselt. So schnell kann das gehen.

Ich habe dann einfach zwei Gläser Rotwein getrunken. Dann war der Ekel runtergespült und das komische Gefühl auch. Nächstes Mal weiß ich’s besser. Und ihr müsst den Fehler gar nicht erst machen.

In diesem Sinne

Eure Svenja