Meine Lieben,

heute verrate ich euch das Geheimnis fantastischer Rezepte. Denn auch wenn ich weiß Gott keine unbegabte Köchin bin, so bin ich auch nicht begnadet. Trotzdem schaffe ich es immer wieder, Rezepte zu finden oder zu erfinden, die euch schmecken. Wenn ihr mir dann schreibt:

„Ich koche alle Deine Rezepte nach und es hat mir noch nie eines nicht geschmeckt. Wir müssen einen ganz ähnlichen Geschmack haben.“ dann muss ich in mich reinlächeln und denke: „Ja, einen guten.“ Und wie man für diesen „guten“ Geschmack kocht, wie man beurteilen kann, ob ein neues Rezept was taugt, ohne es zuzubereiten, wie man herausfinden kann, was einem wahrscheinlich schmeckt und was eher nicht – davon handelt dieser Post.

Am besten zeige ich euch das an einem praktischen Beispiel. Gestern hab ich ja einen Kartoffelsalat gepostet den ich mal schnell so dahingewurschtelt hatte. Und dann habe ich in dem Post noch einen Salat gepostet – der hatte ein paar Zutaten mehr und war richtig gut. So sah er aus.

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Mein Weg zu diesem zweiten, wirklich guten Kartoffelsalat, war ein Buch, das ich immer zur Hand nehme, wenn ich etwas kochen will, was wirklich lecker schmeckt.

Und jetzt denkt nicht: „Puh, schon wieder ein Kochbuch.“ Das Buch, über das ich heute schreibe, ist kein normales Kochbuch. Es ist das Buch der Bücher. Der Leitfaden zu Millionen Geschmacksexplosionen. Das, wo man sich nachher fragt: „Warum wusste ich nicht, dass es das gibt?“ Aber eins nach dem anderen.

Hier seht ihr einen Teil der Salatzutaten (es fehlen noch Pilze und Knoblauch, die habe ich später spontan ergänzt.)

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Da fragt man sich doch: „Warum kombiniert Svenja Walnüsse und Thymian mit Kartoffeln? Rucola, OK. Einen Kartoffel-Rucola-Salat hat wohl jeder schon mal gegessen. Aber Walnüsse? Und warum Frühlingszwiebeln und nicht normale Zwiebeln? Warum Mayo und nicht Essig-Öl-Dressing?“

Die Antwort ist ganz leicht. Ich mache das nicht, weil ich mich so wahnsinnig gut auskenne – sondern weil ich weiß, wo ich nachschauen muss. Es gibt nämlich ein Buch, das Lexikon der Aromen und Geschmackskombinationen, in dem die Weisheit vieler Köche und Küchenchefs steckt. Sie wurden von den Autoren gefragt, wie sie Lebensmittel miteinander kombinieren. Oder genauer:

„Wir haben Tausende von Stunden damit zugebracht, Dutzende der innovativsten Küchenchefs und andere Experten nach den Aromenkombinationen zu befragen, die sie empfehlen würden. Wir haben das Gedächtnis dieser Experten durchforstet – wie auch deren Speisekarten, Websites, Kochbücher sowie uns anderweitig empfohlene Bücher, um Einsicht in deren Vorgehensweise zu erlangen. Anschließend fassten wir ihre Ratschläge in den folgenden leicht verständlichen und benutzerfreundlichen Anleitungen zusammen. Diese Listen stellen eine Fundgrube an Kombinationsvorschlägen dar, aus der Sie in Ihrer eigenen Küche schöpfen können.

Mit den folgenden Listen werden Sie in der Lage sein, buchstäblich jede Zutat besser zur Geltung zu bringen oder die Aromen jeglicher Küche dieser Welt nachzuempfinden. Dieses Buch wird Ihre eigene Kreativität beflügeln, ob Sie nun eine für Sie neue Ingredienz ausprobieren oder nach Anregungen im Umgang mit einer Zutat suchen, die Sie schon tausendmal verwendet haben, hier werden Sie aufschlussreiche Tipps und Kombinationsmöglichkeiten im Überfluss finden.“

Da in der Vorschau bei amazon leider nicht eine einzige dieser Listen abgebildet ist, habe ich für euch mal ins Buch reingeknipst. Und zwar bei der Zutat Basilikum.

Erstmal kurz überlegen: Wofür verwende ich Basilikum normalerweise? Klar: Tomate und Mozzarella. Pesto. Pizza. Nudelgerichte. Also alles was mit italienischer Küche zu tun hat. Und sonst? Eigentlich gar nicht. Ach doch, Salatdressings – da nehme ich es gerne weil Attila in Vegan for fit so ein tolles Dressing hatte mit Basilikum und Limette. Wie kann mir jetzt das Lexikon weiterhelfen? Das zeige ich euch.

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Sag ich doch. Nudelgerichte. Aha, und da steht ja auch die Limette. Ob Attila wohl…? Man weiß ja nie ;-) Vielleicht mache ich mal eine Sauce mit Kokosmilch, Aprikosen und Basilikum. Früher hätte ich noch Huhn oder Fisch dazu kombiniert. Und Reis.

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Aha – da steht ja auch Geflügel. Und Fisch. Sag ich doch. Aber weiße Schokolade? Das ist ja spannend. Vielleicht könnte man einen Nachtisch zaubern mit weißer Schokolade und dazu Basilikum kombinieren. Und Pfirsiche.

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Oder doch lieber Heidelbeeren und Himbeeren mit Honig süßen und ein paar Basilikumstreifen untermischen? Oder eine bunte Pfanne Sommergemüse mit Ingwer zubereiten und durch das Basilikum den letzten Kräuterkick dazugeben?

Ihr seht schon, was passiert, wenn man nur auf diese EINE Kombiliste für Basilikum schaut. Man hat Geschmacks-, Rezept- und Ideenexplosionen, die auf jeden Fall in kreativen Kochabenteuern enden.

Aber jetzt mal ganz praktisch. Wann nutze ich das Lexikon der Aromen und Geschmackskombinationen?

1.) Wenn ich etwas kochen möchte – wie z.B. gestern den Kartoffelsalat – habe ich meist schon ein bis zwei Hauptzutaten im Sinn. Hier: Rucola und Kartoffeln. Dann schlage ich also unter Rucola und unter Kartoffeln nach und schaue, was dort an Aromakombinationen vorgeschlagen wird. Und dann probiere ich wild herum, mit den Kombimöglichkeiten, die ich im Haus habe. Denn dass das schmecken muss, haben ja die innovativen Küchenchefs für mich herausgefunden.

2.) Ich koche etwas und irgendwie fehlt der letzte Pfiff. Also schaue ich unter einer der Hauptzutaten nach und wähle eine zusätzliche Zutat aus, die meiner Intuition nach geschmacklich zur Gesamtkombination passt.

3.) Ich will ein neues Rezept ausprobieren, das wild Geschmäcker durcheinanderwürfelt, die ich so normalerweise in meiner Alltagsküche nicht kombiniere. Also schlage ich nach, ob das eine von den Küchenchefs häufig empfohlene Geschmackskombi ist. Wenn ja, lasse ich mich auf das Rezeptabenteuer ein. Wenn nein, next please.

4.) Ich plane ein Buffet oder ein größeres Abendessen – und möchte, dass die Gerichte sich geschmacklich ergänzen.

5.) Ich möchte etwas kochen, das geschmacklich in eine bestimmte Richtung gehen soll. Marokkanisch, Asiatisch, Französisch. Kein Problem, denn das Lexikon der Aromen- und Geschmackskombinationen listet auch die meistgenannten und typischen Kombis internationaler Küchen und Speisen.

Natürlich wird man deshalb nicht über Nacht zum Meisterkoch. Natürlich braucht man die Lust, am Herd oder am Thermomix zu stehen. Und natürlich braucht es – so wie bei allem im Leben – Übung, Übung und Übung. Aber: Das Buch hat mir die Augen geöffnet. Ein bisschen habe ich mich so gefühlt, als ob all diese Menschen mit ihren Kochbüchern mir das Wichtigste vorenthalten hätten.

Anstatt mir beizubringen, wie man kocht, haben sie mir beigebracht, wie man etwas nachkocht. Aber das ist ein großer Unterschied.

 

Seit ich vegan lebe, ist mir Geschmack und Aroma wichtiger denn je. Das Lexikon der Aromen und Geschmackskombinationen ist da quasi eine Art Bibel für mich geworden. Und ich bin sehr sehr gespannt, wer von euch es kennt, auch schon damit kocht oder es jetzt kauft und genauso begeistert sein wird wie ich.

Ihr wisst, manche Tipps sind so gut, dass man sie fast nicht rausrücken will. Aber dieser hier ist überlebensgroß – deshalb kann ich einfach nicht anders, als ihn mit euch zu teilen. Und irgendwie ist dieses gelüftete Geheimnis auch mein kleines Dankeschön für eure wunderbaren Votes bei den Brigitte Mom Blogs. Ich bin nämlich soooooo kurz davor, den ersten Platz zu erobern. Ohne euch wäre das nie möglich. Ich bin sowas von stolz, dass ihr mich so gerne lest und dass ihr mich so unterstützt. Aus ganzem Herzen: Danke! I will keep up the good work.

In der Hoffnung, dass immer wieder was Spannendes für euch dabei ist!

Eure Svenja