Brigitte_Mom_Blogs

Ihr Lieben,

ich bin jetzt seit vielen Monaten auf Platz 1 bei den Brigitte Mom Blogs – und da sind mittlerweile mehr als 1000 Blogs eingetragen.

Ihr wisst, ich lebe und atme meinen Blog. Ich antworte jedem Leser und versuche immer, lösungsorientiert zu denken. Und genau aus dem Grund möchte ich nicht mehr die Nummer 1 der deutschen Mütterblogs sein. Keine Angst – es gibt weiter jede Menge zu lesen bei mir, aber ich merke: da läuft eine Phase ab. Bei mir geht gerade etwas zu Ende – und etwas Neues fängt an.

Ich möchte mich deshalb ganz herzlich bei euch dafür bedanken, dass ihr so treu für mich gevotet habt. Das war ein wahnsinnig schönes Feedback für mich und das hat gut getan.

Nun hat die Nummer 1 zu sein aber auch zwei Schattenseiten mit sich gebracht. Zum einen hat mich die Brigitte Redaktion nachdem ich den Brigitte Mom Blogs Button auf meine Seite gestellt habe und ihr begonnen habt, für mich zu voten, unmissverständlich gefragt, ob meine Votes auf „natürlichem Weg“ zustande kommen. (Wer hier mitliest weiß, dass ich weder vom Herzen noch technisch dazu fähig bin, sowas zu faken). Das fand ich nicht so prall. Vor allem, weil sie es gleichzeitig nicht übers Herz gebracht haben, mir zum ersten Platz zu gratulieren.

Und zum anderen schreiben mir durch die Mom Blogs mittlerweile 5000 Firmen am Tag, die möchten, dass ich über sie schreibe. Ich dachte, genau das und eine breitere Öffentlichkeit wäre die Opportunity dieser Liste, aber weit gefehlt. Denn mir schreiben vor allem Firmen, deren Produkte zum Großteil für meine Leser uninteressant sind. Die Gewinnspiele machen möchten und meinen Blog noch nie gelesen haben. Oder noch schlimmer: sich die letzten zwei Posts durchlesen und dann so tun, als würden wir uns schon ewig kennen. Und die bekommen immer die gleiche Antwort:

Liebe/Lieber XYZ,

Danke fürs Bekanntmachen mit ihrem Shop/Produkt/Service.

Ich versuche in meinem Blog möglichst authentisch zu sein – und deshalb verzichte ich darauf, mir Pakete schicken zu lassen, Dienste „künstlich“ zu testen oder Seiten zu empfehlen, die an mich herangetragen werden (egal wie gut sie auch sein mögen). Das ist lieb gemeint, aber bei den täglich zahlreichen Anfragen wäre mein Blog dann schnell nicht mehr so „Ich“. Genauso halte ich es mit Gastkommentaren mit werblichem Hintergrund.

Ich hoffe das ist OK für Sie.

Alles Liebe – und weiterhin viel Erfolg.
Ihre Svenja

Die Zeit, die ich darauf verwende, diese Mails zu beantworten, würde ich gerne wieder dazu nutzen, mehr Zeit mit meiner Familie zu verbringen. Zu bloggen. Und vor allem: zu schreiben. Denn meine große Leidenschaft, das Schreiben, kommt in letzter Zeit definitiv zu kurz.

So.

Jetzt habe ich euch alles erzählt, was ich schon länger denke. Manchmal muss man einfach Platz für Neues machen, wenn einem das Alte nicht mehr gefällt. Ich werde also Montag den Brigitte Mom Button auf meiner Seite deinstallieren und bei der Brigitte anrufen, um sie zu bitten, meinen Account zu löschen. Auch wenn es PR-technisch für mein Buch sicher nett gewesen wäre, zu sagen: Von Deutschlands Mütterbloggerin Nummer 1. Manche Sachen muss man einfach lassen, wenn sie durch sind.

In diesem Sinne: einen schönen ersten Advent und eine besinnliche Zeit.

Eure Svenja

P.S.: Herrlich übrigens die Reaktion meiner Kinder, die ja bei der Platzierung auf der Liste immer mitgefiebert haben. Ich habe ihnen erzählt, dass ich da nicht mehr gelistet sein möchte. Und auf ihre Frage: „Warum denn nicht?“, habe ich ihnen diesen Post vorgelesen. Und an dieser Stelle hat mein Sohn Applaus geklatscht:

„Die Zeit, die ich darauf verwende, diese Mails zu beantworten, würde ich gerne wieder dazu nutzen, mehr Zeit mit meiner Familie zu verbringen. Zu bloggen. Und vor allem: zu schreiben. Denn meine große Leidenschaft, das Schreiben, kommt in letzter Zeit definitiv zu kurz.“

Manchmal sollte man einfach schnell seine Kinder fragen, bevor man sich lange Gedanken macht ;-)