Machbar2 der 3 Menschen, die mir die Welt bedeuten

Ihr Lieben,

auf diesem Post denke ich schon ganz lange herum. Weil ich merke: so wird das nichts mit mir und meinem Glück. Und in der Vorweihnachtszeit war es dann nochmal deutlicher spürbar.

Wenn ich mal alle eure Mails zusammenkopieren würde, in denen steht: „Wie schaffst Du das alles eigentlich?“ dann wäre das wahrscheinlich der allerlängste Post, den jemals jemand geschrieben hat. Und: ihr habt ja auch völlig Recht. Richtig klar geworden ist mir das neulich, als ich das Video zu Attila Hildmanns 90 Tages 8-Pack Challenge geschaut habe und er am Ende glatt meinen Satz sagt, nur auf Englisch.

OK. Ich sage diesen Satz nicht so cool und ich trage dabei keine Unterwäsche. Und ach ja, ich habe auch keinen 8-Pack. Oder 10-Pack. Oder was es da sonst noch an Steigerungen gibt. Auch habe ich keine Ader, die mir so aus der Unterhose am Bauch hoch kriecht, dass es gefährlich aussieht. (Platzt die bald? Oder wächst ihr ein Kopf mit zwei Augen dran? We’ll see.)

Ich weiß, heutzutage ist es cool, wenn alles ein Game, eine Challenge oder eine Competition ist.

Nur bin ich 42 und nicht 22. Und schon lange nicht mehr bereit dazu, auf jeden Trend aufzuspringen. Vor allem, weil der Superlativ ja mittlerweile nur noch schmückendes Beiwerk ist. Es gibt nicht nur Models, sondern Supermodels. DSDS, Supertalent – you name it. Und mittendrin ich. Supergenervt.

Nicht nur von dem Gefühl, zu alt für diese Scheiße zu sein, sondern vor allem, weil das heißt, dass ich nur Mittelmaß bin. Ich bin nämlich (haltet euch fest, denn das klingt fast schon wie ein Schimpfwort) NORMALgewichtig. Und normal zu sein, ist ja so ziemlich das Hinterletzte. Eigentlich müsste mein ganzes Leben gephotoshoppt werden.

Ich bin zweimal sitzengeblieben (in der 9 und in der 13) – auch einer der Gründe, warum ich so gegen G8 bin. Hatte ich doch G11 und fand immer noch, dass meine Freizeit knapp bemessen war. Meine Eltern sind geschieden und beide nicht reich. Meine Kinder sind nicht hochbegabt. Und ich nicht immer gut gelaunt.

Und obwohl mir das alles gar nicht so wahnsinnig viel ausmacht (Aha, man kann auch NORMAL sein und dabei glücklich), habe ich neulich gedacht: genug ist genug. Ich habe alle Dezembertermine bis auf mein Lisa-Shooting und den 24. und den 25.12. rigoros abgesagt und lebe jetzt in den Tag hinein. Ich mache jetzt das, wozu ich LUST habe, und nicht das, was man von mir erwartet. Manchmal bin  ich sogar wieder spontan.

Mir ist dieses Jahr noch klarer als sonst geworden, dass ich nicht mehr auf jeder Hochzeit oder auf jeder Weihnachtsfeier tanzen muss. Das ist nämlich nicht machbar. Während Attilas „If I can do this, you can do it, too“ mir vorkommt, wie die „freundliche“ (ähem) Aufforderung eines Drill Sergeants, ist mein „Wenn ich das kann, kannst Du das auch“ ganz anders gemeint.

Das ist ja kein ausgedachter Slogan, sondern immer meine Antwort gewesen, wenn mich jemand gefragt hat: „Und das hast Du selber gemacht? Das könnte ich ja nie!!!“ Da ich auf meinem Blog schon immer viele selbstgemachte Sachen und Rezepte poste, war das auch das perfekte Motto. Denn eigentlich ist ja alles einfach, wenn es einem jemand zeigt. So lerne ich ja auch von anderen.

Nur mit einer Sache unterscheide ich mich von vielen anderen Seiten im Internet – das ist mir jetzt klar geworden. Meine Sachen sind immer machbar. Weil ich sie ja auch selbst mache und ich eben auch eine normale (da ist es wieder, das böse Wort) Frau jenseits der 40 bin. Und selbst wenn wir uns tausendmal sagen: 40 ist das neue 30, so wissen wir doch genau: Nein, ist es nicht.

Deshalb genieße ich das, was jenseits der 40 neben Falten eben noch so mit sich bringt. Die Möglichkeit, laut NEIN zu sagen, zu allem, was ich nicht machbar finde. Und die Einsicht, dass Familie wichtiger ist, als alles andere. Vielleicht brauche ich demnächst mal eine Woche Blogruhe, vielleicht sind es drei. Vielleicht schaffe ich Attilas neue Vegan for Youth Challenge, vielleicht auch nicht. Was ich auf jeden Fall nicht schaffe, weil ich es gar nicht erst versuchen werde, ist seine 8-Pack Challenge.

Weil die für mich nicht machbar ist. Genauso wenig wie das 8. Treffen mit Freunden auf dem Weihnachtsmarkt. Und wenn ich ganz ehrlich bin, gibt es die 7 Treffen davor dieses Jahr auch nicht. Aber viele Abende, wo ich mit meinen Kindern und den Malbüchern am Tisch sitze und 5-Freunde-Hörspiele höre. Und sollte dabei mein Bauch über die Hose quellen, mache ich kurzerhand den Knopf auf.

Und ihr?

Eure Svenja