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Neulich habe ich in meiner wunderbaren veganen facebook Gruppe einen Aufruf gestartet. Da gibt es nämlich einige extrem pfiffige Mütter – auch von älteren Kindern – und ich wusste einfach nicht mehr weiter.

„Ganz ernstgemeinter Hilferuf, vor allem an die erfahrenen Mütter von älteren Söhnen. WAS um Gottes Willen habt ihr gemacht, als die Fressorgien anfingen? Mein Sohn ist jetzt 8 und möchte am liebsten dreimal am Tag warm essen. Meist startet er jetzt schon mit dem Satz „Es tut mir leid, Mama, aber ich habe schon wieder so einen Hunger.“ Klar gibt es da auch mal eine Brotzeit, aber gefühlt stehe ich STUUUUUNDEN in der Küche am Tag. Dagegen ist Attila ein Waisenknabe. Wir macht ihr das oder wie habt ihr da gemacht? Habt ihr vorgekocht? Eingefroren? Hattet ihr kalte Standards die gut ankamen? Ich muss hier auch gar nicht mit so Sätzen wie „Dann iss ein Müsli“ anfangen, da kommt nur ein charmanter Seitenblick, ein „Och, Mammmmma…“ und „Ich brauche jetzt was Deftiges.“ Ich brauche Hilfe und Ratschläge von denen, die das schon hinter sich haben und Strategien kennen.“

Was dann kam war so super, dass ich euch die besten Tipps hier zusammengeschrieben habe.

Lisa: Mein Sohn war und ist von der Müslifraktion. Müsli mit Banane ging immer zwischendurch, sonst Milchreis und Grießbrei (nicht wirklich deftig), Pizzas (zum selber Belegen). Der Käse ist fertig geschreddert eingefroren und die Tomatensoße kann man auch in großer Menge vorkochen und wie Marmelade in Gläser konservieren. Und: Im Moment ist Dal der Brüller, das gibt es mindestens 1 x die Woche, mit Kartoffeln oder Nudeln dazu. Mit dem Thermomix kann er sich das auch selber kochen. Er muss wissen, wo er die Sachen findet. Den Milchreis kocht mein Sohn seit er 8 ist ganz alleine. Mach ihm vielleicht einen extra Ordner mit Sachen, die er selber kann. Und: viel trinken, oft wird Hunger auch mit Durst verwechselt. (Mein AHA-Moment: Mit den Kindern kochen üben. Sie können manche Sachen schon alleine zubereiten. Da war ich noch gar nicht drauf gekommen)

Nina: Vielleicht ein Tiefkühlfach in dem er die Zutaten leicht findet. Mit einer Liste was er schon selber kochen kann. Oder ein Fach im Regal. Dann bist du raus. Mein Sohn hat ein Kochbuch für Jungs bekommen. Den Titel suche ich dir raus. Kinderkochkurs finde ich wirklich spitze, als Idee. (Mein AHA-Moment: Ein eigenes Fach mit Zutaten für Lieblingsgerichte)

Steffi: Haben wir hier auch, das Problem. Habe immer für nachmittags eine große (!) Schüssel mit geschnittenem Obst und Gemüse stehen. Wasser mit Eiswuerfel drauf gegen braun anlaufen und das können die Kids selber snacken. Sonst sind immer Müsliriegel/Amaranthriegel auf Lager, Müsli oder Brezen/Brot. Da schneiden meine Mäuse gern Gurkenscheiben drauf und ein bisschen Salz, oder Margarine und frischen Schnittlauch oder Tomaten oder Kresse…. das reicht für die nächste Stunde. (Mein AHA-Moment: Die große Schüssel mit Obst, Gemüse und Wasser und Eiswürfeln oben drauf. Das probiere ich aus)

Stephie:  HAHA, Fressorgie bei Walter’s! Nee, witzig ist die Situation nicht. Ich bin froh, dass unser Sohn auch Gefallen hat am selbst Zubereiten. Er kann Nudeln selbst kochen, Spiegeleier und er liebt natürlich den Sandwichtoaster. Vornehmlich nach dem Sport hat er großen Hunger – da reicht auch kein Brot. Aber Toast mit zerflossenem Käse ist sein Favorite. Er weiß, wo alles steht und er kann mit dem Thermi umgehen. Er liebt auch aus dem Grundkochbuch die Nudeln mit Käsesoße und Erbsen. Dazu hat er sogar mal seine Freunde zum Essen eingeladen. Und: gib ihm erstmal eine Tasse warmen Kakao oder Tee, Lisa hat Recht – oft ist das Durst. Danach kann man immer noch warm kochen. Er fühlt sich dann auch echt groß und genießt dein Vertrauen, wenn er selbst kochen darf. Zeig es ihm in den nächsten Tagen und schon am folgenden Wochenende macht er alles „Zwischendurchgekoche“ selbst! Hilfreich auch, den Jungs zu zeigen, wie man TK-Bionuggets o.ä. nach Packungsangabe zubereitet. Ein Schritt nach dem Anderen und immer genau machen, was draufsteht. Wenn Ofen empfohlen, dann nehmen wir den auch – ist zudem auch noch fettärmer und da kann man ja auch die Zeit einstellen, so dass nichts anbrennt… Du bist doch die Topp-Küchenexpertin! (Mein AHA-Moment: Im Grundkochbuch dieses Nudelrezept nachschlagen. Den Sandwichtoaster vom obersten Regal in der Speisekammer weiter nach unten stellen, damit er selbst dran kommt)

Uta: Also, ich hab damals manchmal 2x täglich Bananenmilch gemacht, die stand dann in der Küche und wurde nebenbei weggetrunken – mit viiiiel Banane. Macht gut satt und sie merken es aber nicht so beim Trinken. Und dann, zum selber machen, stand bei uns immer die „Quetsch-Toast“-Maschine rum … dieser Toaster für Croque Monsieur, Käse und Schinken im Kühlschrank, Vollkorntoast im Brotkorb. Und dann immer zuviel kochen, so dass richtig viel übrig bleibt, spätestens am Abend war es immer weggefuttert. Das habe ich beibehalten, bis der junge Mann dann ausgezogen ist. (Mein AHA-Moment: Bananenmilch und doppelte Portionen kochen)

Tonja: Bei uns stand früher so ein Müsliportionierer wie im Hotel in der Küche. Da konnten sie sie sich bei Bedarf selbst bedienen. Kartoffeln, Reis und Nudeln habe ich immer für gefühlte 10 Personen gekocht. Dann gab es die abends noch mal in gebraten. Der Jüngste mochte immer gerne Brot mit Käse aus dem Backofen. Ansonsten stand Milchreis, Grießbrei und Haferbrei auf dem Tisch. Dank Thermi haben sie schnell gelernt, sich den selber zu zubereiten. Am liebsten mit Banane! (Mein AHA-Moment: Einen großen Topf kaufen und Kartoffeln, Reis und  Nudeln in großen Mengen kochen)

Yasemin: Einfach mal kurz zurück denken, was man selbst als Kind/Jugendlicher schon gemacht hat. Nudeln mit Soße (kann man ja auch im Glas schon fertig kaufen), Rührei oder Spiegelei, Suppen kann man auch sehr gut wärmen (entweder vorgekocht oder notfalls auch mal eine gute fertige Suppe), Sandwichtoaster war bei uns auch sehr beliebt (und ist es immer mal wieder), Pfannkuchenteig anrühren ginge in dem Alter sicher auch schon. Kann man ja auch herzhaft belegen. Würstchen heiß machen ist sicher auch kein Problem. Pommes in den Ofen schieben auch nicht. Vielleicht morgens kurz absprechen, was du vorbereiten sollst oder bereit stellen sollst. Das geht ja dann sicher so nebenher, wenn man eh kocht. Tiefkühlpizzen kann man ja auch ein paar da haben und noch selbst belegen oder direkt Teig zum frisch belegen nehmen. Ich friere auch immer mal gefüllte Blätterteigtaschen ein. Nur noch aufbacken. Große Baguttebrötchen nach Herzenslust belegen. Diese evtl. auch einfrieren. Deine Kinder essen ja sicher nicht vegan, oder? Frikadellen kann man ja super vorbereiten und in den Kühlschrank tun, Miniwürstchen usw. (Mein AHA-Moment: Nicht erst über das Essen nachdenken, wenn der Junge schon Hunger hat. Vorsorgen, vorkochen, vorbereiten, planen)

Lisa: Eiertoast haben wir als Kids immer gemacht. Eier verquirlen, Brot reintunken und in der Pfanne ausbacken.Wichtig ist: deftig würzen. (Mein AHA-Moment: Eier-Toast, Arme Ritter – wir hatten doch auch diese Brotgerichte in der Kindheit und haben sie geliebt. Und später dann French Toast, nachdem ich in Kanada war)

Flo: Hab grad meinen gefräßigen (aber spargeldünnen – der Lump!) Mann gefragt, was seine Mutter immer früher gemacht hat. Deckt sich mit Tonjas Vorschlägen: zu viel kochen, was es an Beilagen gibt (Kartoffeln, Nudeln) und abends oder am nächsten Tag anbraten und ein Ei dran. Was ich ja immer noch heiß und innig liebe sind Butternudeln: gekochte Nudeln in (reichlich ️) Butter anbraten, viel Maggi dran (nur dafür brauch ich das Zeug, ansonsten kommt mir das nicht ans Essen!!!) und ein Ei. Das ist für mich Kindheit pur und geht schneller als der Sohnemann sich die Hände gewaschen hat, wenn er Hunger kräht. (Mein AHA-Moment: Mein Sohn liebt Nudeln mit Maggibuttersalz – und wenn ich immer vorgekochte Nudeln da hätte, wäre das ein razzfazz Gericht)

Tonja: Hab mir damals extra einen 10 Liter Schnellkochtopf 10 Liter Schnellkochtopf zugelegt! (GENIAL!)

Susan: Bei uns gibt es immer Reste beim Mittagessen (ich koche extra viel). Spätestens um 16 Uhr ist alles leer. Joghurt, Müsli, Brezel, Studentenfutter,… sind auch immer hoch im Kurs! (Mein AHA-Moment: Gesunde Snacks wie Nüsse ins Kinderfach stellen)

Anke: Mein Sohn wird im April 10 Jahre und hatte auch so Hungerattacken. Wie immer bin ich aber zu spät, mit meinen Kommentaren… Wäre alles doppelt geschrieben. Nur Eines: Bereite Dich schon mal auf neue Kleidung vor. Nicht mehr lange, dann hat Dein Sohn 1 oder 2 Kleidergrößen mehr nötig, weil er in die Höhe schießt. Halte durch, ich glaub, wenn die Kids 15 sind wird es schlimmer. (Mein AHA-Moment: Er ist nicht verfressen, er wächst. Und: das ist noch nicht das Ende der Fahnenstange. Aiaiaiaiaiaiai.)

Johanna: Das liest sich so herrlich und erinnert mich auch an früher. Viele von den Tipps wurden bei uns auch so umgesetzt, wobei ich immer die gebratenen Nudeln verschmäht habe. Diese frischen Nudeln aus dem Kühlregal sind ja vielleicht auch noch eine ratz-fatz Lösung evtl. mit Pesto. Falls es bei euch Fischstäbchen gibt, machen die sich im Brötchen mit Remoulade und frischer Salatgurke auch sehr gut als Burger. Herzafte Muffins kann man doch vielleicht auch gut vorbereiten und dann evtl. einfrieren oder bereitstellen. (Mein AHA-Moment: Fischstäbchen als Burger. Das wird er lieben)

Ela: Spaghettisaucen und Suppen in großen Mengen vorkochen und im Glas einmachen oder einfrieren. Von Pyrex gibt es Glasauflaufformen mit Kunsttoffdeckel, darin Lasagne oder Aufläufe einfrieren. (Mein AHA-Moment: Ganze Lasagnen oder Aufläufe einfrieren geht ja AUCH)

Johanna: Ach Mist. .. war noch nicht fertig… Ich fand es damals aber auch ganz toll selbst zu „kochen“. Schupfnudeln mit Apfelmus hab ich gern gemacht. Besonders gern mochte ich die kleineren Pfannen, die man auf der kleinen Herdplatte benutzt. (Mein AHA-Moment: Schupfnudeln liebt er. Apfelmus auch. Mal sehen ob das auch zusammen klappt. Sonst vielleicht mit Pesto?)

Ela: Evtl. Gemüsesticks mit Dip vorrätig haben – das ist herzhaft. Gekochte Eier, Käsewürfel, einmal die Woche Ofenfrikadellen, Quinoafrikadellen oder ähnliches vorbereiten und im Kühli oder TK lagern. Kartoffelsalat, Nudelsalat oder ähnliches vorbereiten, mit Lock & Lock -Dosen hält das im Kühli lange, dazu Würstchen warmmachen oder die vorbereiten Frikos. (Mein AHA-Moment: Ich muss defintiv vorausschauender planen. Wenn der Hunger da ist und ich ad hoc was machen soll, bin ich genervt)

Brigitte: Ja, liebe Svenja, da hast Du ja schon jede Menge guter und praktischer Tipps bekommen. Ich kann Dir nur noch schildern, wie bekannt mir das mit den Fressorgien vorkommt, was erinnere ich mich noch zu gut an die Zeiten, wo die damals 5 Kinder, natürlich vor allem die 3 Jungs, die auch schnell 1,90 m bis 2 m-Kerls geworden sind, reingehauen haben wie die Scheunendrescher. Hier wurde auch stundenlang gekocht (sorry!) und gebacken. Es gab immer Riesentöpfe mit Riesenportionen Essen und immer feste Essenszeiten. Mittags Punkt 13 h immer 3-Gang-Menu. Und selbst da noch wanderten die Jungs nachmittags wieder in die Küche zum Sandwichtoaster (der ist echt ein guter Tipp und eine große Hilfe). Und abends gab’s dann auch gerne nochmal Warmes. Und am späten Abend haben sich die Jungs als Teenis gerne nochmal eine Pizza in den Ofen geschoben (!). Dafür hatten wir 2 Gefrierschränke, einen großen Klimakühlschrank im Keller zum Lagern von Obst und Gemüse und noch einen großen Kühlschrank in der Küche. Und noch eine Speisekammer. Da war halt große Vorratshaltung, en masse. Und echt unglaubliche Mengen, die da weggeputzt wurden. Und nicht nur die Jungs, sondern die jüngste Tochter hat auch gut mitgehalten. Für sie alleine musste ich morgens schon 5 Brötchen kaufen: 2 aß sie zum Frühstück, 3 nahm sie mit zur Schule zusammen mit Obst und Joghurt. Und wehe, mittags war das Essen nicht Punktum fertig, wenn sie aus der Schule kam. Und abends Abendbrot? Nein, da war Warmes eindeutig besser aus ihrer Sicht. Und heute? Essen sie nicht mehr gar so viel . Und haben alle – bis auf einen – einen Thermomix . (Mein AHA-Moment: Ich muss das nicht nur vorausschauender planen, sondern ich muss mich komplett anders organisieren. Ich habe nur ein GefrierFACH, ich brauche aber einen GefrierSCHRANK)

Susanne: Svenja, bei meinem Kinderfreund Peter gab es IMMER hart gekochte Eier (nun weiß ich nicht ob Du das für Deinen Ludwig willst). Und zwar immer ne Packung voll. Die haben wir dann entweder so kalt gegessen (also direkt aus der Schale) oder wir haben die aufs Brot gelegt oder klein geschnitten zu einem Eiersalat. Das ging nachmittags immer und konnten wir selbst machen, da Peters Mutter oft mit seinen Schwestern on tour war (Sport, Musikunterricht, etc). Das fand ich immer klasse, denn das gab es bei uns nur selten und dann nur zum Abendbrot. Und Bananenmilch gab es da auch total oft, die haben wir dann auch selbst gemacht im Mixer. Total easy. Und im Sommer mit Vanilleeis drin. (Mein AHA-Moment: Eier hartkochen, auf Vorrat. Und Bananenmilch kann man auch mit Eis machen)

Meine lieben Kuschelveganer: DANKE dass ich eure Antowrten hier wiedergeben durfte. Ich bin mir sicher, sie helfen nicht nur mir, sondern ganz vielen Frauen, die jeden Tag hungrige Mäuler stopfen müssen. Ihr seid die BESTEN und ich habe wie immer das Gefühl, von lauter genialen Frauen umgeben zu sein. Und jetzt: Ran an die Wurst bzw. Ab in die Küche – wenn ihr das könnt, kann ich das auch.

In diesem Sinne

Eure Svenja