Goodbye

Die wichtigsten Männer in meinem Leben

Meine Lieben,

diesen Post trage ich seit Wochen mit mir herum. Und in den letzten Tagen ist mir klar geworden: ich muss ihn an diesem Wochenende schreiben. Und als ich dann heute Morgen das Season finale von Greys Anatomy gesehen habe, war mir klar: ich muss ihn heute Morgen schreiben.

Als ich Anfang des Jahres meiner lieben Freundin und Blog-Mitarbeiterin Sandra die Anfänge meines Romans gezeigt habe, hat sie eine halbe Stunde am Stück gelesen. Dann hat sie aufgschaut und gesagt: „Hätte ich gewusst, dass Du so schreiben kannst, wäre das das Einzige, was Du hättest tun dürfen, seit ich bei Dir bin.“ Und weiter: „Das ist so viel besser, als alles, was ich je von Dir gelesen habe.“ Und: „Das letzte Mal, das mich etwas so gepackt hat, war es von Stephen King.“

Also habe ich gedacht: „Jetzt oder nie.“ Habe euch gesagt, dass ich JETZT beginne meinen Roman zu schreiben. Habe einen Schreibplan gemacht und angefangen. Und es lief gut. Bis ich gemerkt habe: It is all too much.

Ich habe und hatte schon immer viele Dinge in meinem Leben, die ich liebe. Ich habe jede Menge Enthusiasmus. Aber ich möchte das Wesentliche sehen. Mein Augenmerk auf das richten, was wunderschön und wichtig ist. Und das ist nicht mein Roman. Das ist meine Familie.

Scheiß auf Sheryl Sandberg und ihr „Lean in“. Ich hänge mich immer in das rein, was ich tue. Aber ich habe gelernt, schneller als früher in mich hineinzuspüren und wahrzunehmen, was wirklich los ist, wenn der Bauch drückt. Und ich kann euch genau sagen was wirklich los ist. Goodbye „Lean in“. Hello „Stay home“.

Goodbye-2

Mein Mann und meine Kinder brauchen mich. In fünf oder drei oder zehn Jahren mag das alles anders aussehen. Und dann schreibe ich auch weiter an meinem Roman. Aber jetzt müssen hier Hausaufgaben betreut, Hormone beschwichtigt, Frikadellen gebraten und Ausflüge gemacht werden. Meine Familie braucht eine Frau und Mutter, die da ist und zuhört. Die Zeit hat und gerne mit ihnen zusammen ist. Und die nicht immer nach der nächsten Stunde schielt, in der sie alle verräumt und abgefüttert hat, um endlich schreiben zu können.

Manchmal wünschte ich, dass ich diese Leidenschaft nie entdeckt hätte. Dass ich nicht schreiben könnte und diese Sehnsucht nicht spüren würde. Dass mein echtes Leben nicht permanent gestört würde von Seiten, die ich in meinem Hirn tippe. Dialogen, die von selbst entstehen, während ich meinen Kindern beim Trampolin springen zuschaue oder ihnen Brote schmiere.

Aber so ist das nun Mal. Das bin ich. Und das wird in Zukunft auch etwas sein, was ich lebe. Aber was ich nicht leben möchte, ist eine Zeit, in der ich nicht verstanden habe, dass es zu früh ist.

Ich habe es schon so oft geschrieben.

Kinder zu haben heißt, alles machen und alles erreichen zu können. Aber eben nicht alles zur gleichen Zeit.

Deshalb sage ich meinem Traum vom Roman schreiben für jetzt Goodbye. Hätte ich diesen Post vor Wochen geschrieben, hätte da jetzt gestanden „sage ich meinem Traum vom Roman schreiben schweren Herzens Goodbye“. Genau aus diesem Grund schreibe ich ihn erst heute. Denn heute kann ich schreiben:

Good. Bye.

Eure Svenja