Gute_Krimis

Als ich am Wochenende in einer Buchhandlung war, habe ich eine Verkäuferin in der Krimiabteilung mit folgendem Satz angesprochen:

„Wenn Sie mir ein Buch empfehlen dürften, ohne das ich Ihre Abteilung nicht verlassen darf – das ich gelesen haben MUSS – welches wäre das?“

Was danach kam, hat mich völlig umgehauen. Denn nachdem ich mit ihr und ihrer Kollegin sicher 15 Minuten über aktuelle und gute Krimis gesprochen habe, habe ich sie gefragt, wie sie eigentlich in der Krimiabteilung gelandet ist. Kennt ihr das, wenn man manchmal so eine Intuition hat, dass der Mensch, der einem gegenübersteht, eine interessante Geschichte in sich trägt?

Jedenfalls holte sie tief Luft und sagte: „Das ist aber harter Tobak“. Darauf ich: „Davon gehe ich aus, wenn Sie in der Krimiabteilung arbeiten.“ Und dann erzählte sie mir alles.

Sie war mit 16 aus dem Osten rübergekommen, ganz allein, auf der Suche nach dem Glück. An ihrem 18. Geburtstag hatte sie es noch nicht gefunden. Sie hatte keinen Anschluss, keine Freunde, Nichts. Nur eine Wohnung und eine Katze.  Und weil das nicht genug war, wollte sie sich an diesem Tag das Leben nehmen.

Auf dem Tisch vor ihr stand das Geburtstagspaket ihrer Eltern. Sie zog einen Stuhl heran, nahm die Schere und öffnete das Päckchen. Darin lag dieses Buch. Die junge Frau hatte noch nie viel gelesen. Das war einfach nicht ihr Ding. Aber weil das Buch ein Geschenk war, schlug sie es auf. Und las. Las weiter. So lange, bis das Buch zu Ende war. Dann las sie andere Bücher. Immer weiter. So lange, bis sie 31 war.

Und deshalb steht sie jetzt vor mir. 31 Jahre alt, mit dieser besonders vitalen Ausstrahlung, die nur Überlebende haben. Mit warmen Augen und einer Begeisterung für Bücher, für Charaktere, für Sprache und Worte, die mir den Atem verschlägt.

„Lesen hat mir das Leben gerettet“, sagt sie. Und: „Für mich gibt es nichts Größeres als nach Hause zu kommen, mich in meinen Sessel zu setzen und ein Buch in die Hand zu nehmen. Ich lese jeden Abend und ich freue mich den ganzen Tag darauf, dass es Abend wird.“

Und in der Zwischenzeit steht sie zwischen Tausenden von Büchern und hilft Menschen dabei, das eine Buch zu finden, das die Menschen genau so begeistert, wie sie selbst das eine lebensverändernde Buch damals begeistert hat. Wahnsinn, oder? Wie dankbar ich sein konnte, dass genau diese Frau mir gute Krimis empfiehlt!

Gute Krimis: die Empfehlungen

Ich habe aus 4 Büchern, die sie mir vorgestellt hat, den Roman „Die dunkle Treppe“ ausgewählt. Und von ihrer Kollegin kam der Tipp zu Schnittmuster: „Ein Buch, das ich verschlungen habe und nicht aus der Hand legen konnte.“

Und weil nichts schöner ist, als richtig gute Krimis zu lesen, verrate ich euch auch noch meine ureigenen all-time- favourites:

1.) Alle Bücher von Jonathan Kellermann aus der  Alex-Delaware-Reihe

2.) Den Psycho-Krimi Die Totdenkerin von Fran Dorf

Und jetzt: viel Spaß beim Gruseln, Erschrecken und Miträtseln.

Alles Liebe

Eure Svenja

P.S.: Und falls ihr noch nicht auf einem Kindle lest, sondern immer noch lieber ein richtiges Buch zur Hand nehmt geht es euch vielleicht wie mir früher: MIR schlief nämlich immer der Arm ein, wenn ich im Bett auf der Seite liegend gelesen. Und zwar deshalb, weil ich das Buch ja hochhalten muss. Seit ich die Leselotte habe, gehört dieses Problem der Vergangenheit an. Die ist wie ein „Stillkissen“ für Bücher. Voll praktisch.