Ihr Lieben,

ich liebe es, permanent dazuzulernen. Früher habe ich immer, wenn ich etwas ändern wollte, lange nur für mich drauf rumgedacht. Und wenn ich dann mit allem Denken durch war, habe ich ausgesprochen, was mich oft monatelang begleitet hat. Für mich war dann alles klar, während mein Umfeld zusammenzuckte und laut „Wie bitte?“ rief.

Diesmal will ich es anders machen. Will euch gleich erzählen, wo der Schuh drückt oder besser: Wo mein Herz hin will.

So schön es ist, die Leserzahlen zu steigern und Verlosungen zu organisieren. Gastautoren zu Wort kommen zu lassen, Rezepte Probe zu kochen und mit euch hin- und herzuschreiben. Seminare zu geben und Kunden zu beraten.

Langsam

Alles wunderbar und großartig und Teil meines Lebens und Sachen, die ich nicht missen möchte, weil ich sie leidenschaftlich gern tue.

Aber so schön das auch ist: Ich habe ein Problem. Oder anders gesagt – müsste ich euch einen Witz über mein Leben erzählen, er ginge so:

Als ich gestorben bin und hochfahre zur Himmelspforte und vor Gott stehe, fragt er mich: „Und Svenja: Wie war Dein Leben?“

Weil mein Leben schön war zögere ich nicht lange und antworte Gott ganz begeistert:

„Mein Leben war wunderbar. Ich hatte eine tolle Familie, einen wunderbaren Mann und zwei fantastische Kinder. Ich hatte herzliche Freunde und einen erfüllenden Beruf. Ich habe Erfolge gefeiert und Reisen unternommen. Hatte das Gefühl, dass mein Wort was zählt und meine Gedanken Ernst genommen werden. Ich hatte ein rundum glückliches Leben.“

Daraufhin schaut Gott mich an und fragt mich: „Und wo ist Dein Roman?“

Mist. Mistmistmistmist.

Das ist die Stelle, an der ich keine Antwort habe. Aber dafür ein verdammt großes Verlangen. Schon seit Monaten schwelt in mir der Wunsch, nächstes Jahr ganz anders zu leben. Anders zu bloggen und anders zu sein.

Aber diesmal möchte ich das eben nicht Hals über Kopf tun, sondern geplant. Mit Vorlauf. Ich habe noch so schöne Adventsverlosungen für euch. Habe mir noch ein paar Sachen hingelegt, über die ich für euch schreiben möchte. Ein paar Themen, die mir am Herzen liegen.

Nie würde ich meinen Blog aufgeben, das habe ich im Sabbatical gelernt. Aber was ich da auch gelernt habe ist: Ich darf euch mehr zumuten, als ich gedacht hätte. Ich darf mich verändern. Darf Pausen machen, darf Dinge ausprobieren und mich auch was trauen, während ihr zuschaut. Oder gerade weil ihr zuschaut.

Deshalb dachte ich, ich sage es euch diesmal, wie ich es einem guten Freund sagen würde. Vorher.

In mir rumort was. Dreht sich und verändert sich. Ich merke: Frau Walter wird gerade wieder flügge. Will sich nächstes Jahr auf nichts festlegen und spielerischer mit allem umgehen. Was das konkret heißt, weiß ich auch noch nicht.

Aber weil ihr gerne nah an mir dran seid und ich versprechen musste NIE WIEDER einfach das Licht im Blog auszuknipsen, mache ich jetzt was anderes. Ich lasse euch WIRKLICH nah dran. An meine Veränderung und das, was vielleicht kommt. An meine Gedanken zum nächsten Jahr und vor allem: an mein Bauchgefühl.

Vorsicht, jetzt wird’s esoterisch.

Ich habe neulich so eine Art Gedankenreise gemacht. Drauf gekommen bin ich, weil ich auf der Goop Website von Gwyneth Paltrow ein Interview mit einer Frau gelesen habe, die eben solche Gedankenreisen macht. Dabei ging es mehr oder weniger darum, dass man sich selbst in eine Art meditativen Zustand versetzt und in dieser geführten Meditation trifft man sich selbst in 20 Jahren. Nennt man auch „Future Self Visualization“ und das führt einen direkt zum eigenen „Inner Mentor“ – wenn ihr das auch machen wollte findet ihr den Link zur Mediation relativ weit unten in diesem Interview).

Ich habe mich also in der Zukunft besucht. Mir die Tür geöffnet und mich in das Haus gelassen, das ich in 20 Jahren bewohne. Mir was zu essen und zu trinken angeboten, mir ein paar Fragen gestellt und erfahren, wie ich eigentlich heiße. Und dann habe ich mir zum Abschied ein Geschenk gegeben. Das Geschenk war ein leeres Buch. Ich habe mich angelächelt und mir das Gefühl gegeben, dass ich schon weiß, was ich damit zu tun habe. Und dann bin ich zurück in die Gegenwart gereist.

Direkt danach habe ich mein Pinterest Board „My inner mentor“ angelegt und alles gepinnt, was ich in der Meditation gesehen hatte. Was ich gegessen habe und welche Kleidung ich trug. Wo ich wohnte, wie ich lebte und was mich interessierte. Mit welchen Farben ich mich umgab. Einfach alles.

Seitdem suche ich nach dem Weg zu dieser Frau. Denn auch wenn mein Leben aufregend ist und anregend und spannend und voller guter Dinge – es ist nicht so, wie mein Leben in 20 Jahren ist. Da bin ich voll bei mir. Extrem relaxt. Weiß wer ich bin und was ich kann.

Ich bin so sicher. Und so glücklich.

Seit ich mich dort gesehen habe, ist mir klar, dass DAS ich bin. (Ich sagte ja: Es wird esoterisch). Das ist übrigens auch die, über die ich neulich schon mal geschrieben habe. Die, die mein Mann schon lange in mir sieht.

Es hilft ja nichts. Ich kann das nicht vor euch verstecken. Ich will diese Frau sein – und zwar nicht erst in 20 Jahren. Und ich weiß, dass ich die nur werde, wenn ich das leere Buch vollschreibe. Egal ob mit einem Roman, mit Kurzgeschichten oder mit Blogposts. Darauf kommt es gar nicht an. Sondern nur darauf, dass ich mich traue, euch mehr von mir zu zeigen. Denn das Buch ist nur deshalb leer, weil ich das noch nicht tue.

Deshalb gibt es also diesmal keinen Harakiri Ausstieg, sondern ein freundschaftliches: „Hei, könnte sein, dass sich die Dinge hier nächstes Jahr in eine andere Richtung entwickeln.“

Meine Leidenschaft fürs Bloggen wird bestimmt nicht nachlassen. Aber vielleicht kann ich euch mehr von dem zeigen, was ich wirklich über diese Welt denke. Wie ich sie sehe und was ich ganz tief innendrin fühle.

Ich merke: Langsam aber sicher bin ich dran mit Freischreiben und frei sein. Und finde das ehrlich gesagt ganz schön spannend.

In diesem Sinne – habt einen schönen Abend!

Eure Svenja