Die Sicht auf die Dinge jpgJa. Hier seht ihr sie, meine heutige Sicht auf die Dinge.

Ihr Lieben,

warum fragt mich eigentlich heute – an diesem speziellen Tag – niemand, womit ich mein Geld verdiene? Oder noch besser: „WAAAAAS? DAAAAAMIT kann man Geld verdienen?“

Hach. Hachja. Von der Veranda aus.

Dass mein Leben nicht immer so aussieht, wisst ihr. Aber weil ich heute einen Megadurchbruch hatte bezüglich dessen, was meine Zukunft ausmachen wird, muss ich euch schnell was dazu schreiben. Zuerst einmal:

Kann es denn sein, dass man sich wirklich alle Probleme nur selber macht?

Also, ähem, nicht man, sondern ich? Dass das, was ICH gerade nicht lösen kann, wirklich nur in meinem Kopf stattfindet? Denn ganz ehrlich: Von einer allgemeinen Konfusion in Deutschland  war in den letzten Tagen nichts in deutschen Zeitungen zu lesen. Und trotzdem schienen für mich einige Dinge unlösbar. Ich grübelte und fand keinen Ausweg.

Dabei musste ich doch nur ein „paar“ berufliche Entscheidungen treffen. Was für Dienstleistungen möchte ich in den nächsten Jahren anbieten? Wie geht es thematisch auf meinesvenja.de weiter? Dinge, die für mich und meine Entwicklung superwichtig sind aber – da mache ich mir nichts vor – keine nationale Bedeutung haben.

Und wie immer, wenn ich selbst in leichter Schieflage bin, wissen offenbar alle um mich herum plötzlich genau, was sie wollen und wo sie hingehören. Nur ich bin der einzige durch das Universum stolpernde Depp, der sich in Frage stellt.

Die Wahrheit ist: Jeder fühlt sich so. Jeder Erwachsene hat das Gefühl noch nicht wirklich erwachsen zu sein. Vor allem im Gegensatz zu allen anderen Erwachsenen, die wissen wie man a) die Steuererklärung macht und b) ein Fahrzeugleasing abschließt.

Jede Schwangere denkt, dass sie die einzige ist, die keine Ahnung hat, was man für die Erstausstattung braucht. (Auch seltsam aber ein anderes Thema: Das alle abzunehmen scheinen, während man schwanger ist. Oder wirkt das nur so, weil man stetig zunimmt???)

Jede Mutter denkt, dass es einen Geheimbund gibt, in dem elementares Wissen um Stillen, Zufüttern, Einschlafen können und das Erinnern und Einhalten von U-Untersuchungen weitergegeben wird. Ein Geheimbund, in dem sie kein Mitglied ist.

Das, was auf dem Schulhof anfängt („Ich gehöre nicht dazu“), geht auf Bloggertreffen weiter („Ich gehöre nicht dazu und die kennen sich alle untereinander“) und endet wahrscheinlich nie.

Auch die Unsicherheit, etwas nicht zu wissen, bleibt. Selbst dann, wenn man die eigene Beerdigung plant, weiß man noch nicht, was in welcher Reihenfolge zu passieren hat. Es gibt halt für alles ein erstes Mal.

Diese Woche habe ich herausgefunden, dass all diese Unsicherheiten und komischen Außenseitergefühle tatsächlich wurscht sind. Genauso wie es wurscht ist, ob ich ein Kilo mehr oder zwei weniger wiege (sieht kein Mensch). Ob ich 150.000 oder 2.000 Leser habe. Ob ich dies oder jenes kann, weiß oder habe.

Das einzige, was zählt, ist meine Sicht auf die Dinge.

Habe ich das Gefühl, dass ich mein bestes Leben führe? Dass ich versuche, ein guter Mensch zu sein? Gebe ich meinem Umfeld etwas mit? Mache ich einen Unterschied? Gibt es Menschen, die mich vermissen würden, wenn ich nicht mehr da wäre?

ICH muss zufrieden sein mit mir. Und zwar nicht weil ich alles im Griff habe, weil ich weiß wie alles geht und weil ich keine loose ends in meinem Leben habe. Sondern weil ich mich gerne leiden mag und gerne mit mir zusammen bin.

Weil ich meinen Blick auf die Fülle richten kann, selbst wenn gerade irgendwo ein ungelöstes Problem in meinem Kosmos herumwabert.

MEINE Sicht auf die Dinge entscheidet, wie es mir geht. Wie ich mich jeden Tag fühle. Ob ich glücklich bin und ob ich meine Träume lebe.

Ich habe es neulich schon einmal geschrieben: Nicht der Blick auf die letzten drei Monate, in denen die Dinge vielleicht mal zäher waren, als sonst, zählt. Sondern der Blick auf das gesamte Leben. Ob das voll und erfüllt ist mit Dingen, die mich lächeln lassen.

Genau weil mir das jetzt nochmal so deutlich bewusst geworden ist, möchte ich, dass mich HEUTE jemand fragt, womit ich mein Geld verdiene. Ich würde antworten:

Ganz unterschiedlich. Aber heute indem ich bei Sonnenschein und Vogelgezwitscher im Garten sitze und diesen Post schreibe.

Diesen Satz nehme ich jetzt mit in meine Zukunft, in der sich weiter alles um meine beiden Lieben drehen wird. Das Schreiben und das Digitale.

Habt es schön!

Eure Svenja