Ich kann auch anders

Wir feiern diesen Freitag unser Sommerfest im Kindergarten. Sicher kennt ihr das, man muss sich dann in Listen eintragen, wo und wie man helfen will. Beim Getränkeausschank oder bei der Station “Flaschen zum Klingen bringen”, bei der Kuchenausgabe oder beim Kartenverkauf. Und wie ihr euch sicher denken könnt, gähnt diese Liste vor Leere.

Ach nein, wartet mal – da stehen ja doch ein paar Namen drauf. VON DEN FÜNF FRAUEN, DIE SOWIESO IMMER HELFEN. Und dann gibt es noch fünf andere, die sich auch noch eintragen werden. Ich könnte Ihre Namen auch für sie hinschreiben, denn ich weiß eh, wer das ist. Denn ich habe sie ja dieses Jahr schon beim Karnevalsdeko schmücken getroffen. Sie leiten die Fördervereinssitzung, backen Martinsgänse, sind im Elternbeirat – die Liste ist endlos.

Komischerweise ist auch die Liste der Eltern recht lang (75 Paare), die in unserem Kindergarten ein- und ausgehen. Die Liste derer, die sich engagieren, aber immer wieder erschreckend kurz. Und genau deshalb erfülle ich heute den Wunsch meiner Leserin Martina. Die wollte nämlich, dass ich mal was zu dem Thema “Ich kann auch anders” schreibe. Und dafür ist heute wegen der leeren Liste ein ziemlich guter Zeitpunkt.

JAJA, ich weiß. Ihr arbeitet. Und euer Mann auch. Natürlich Vollzeit. Und deshalb gebt ihr eure Kinder in eine Kita. Ihr seid nicht alleinerziehend oder braucht das Geld. Ihr geht arbeiten, um den Anschluss nicht zu verlieren – und verliert dabei oft den Kontakt zu euren Kindern.

Für euch sind wir antiquiert. Zuhause bleiben, obwohl die Kinder “groß” sind? Zeitverschwendung. Hausmütterchen, Hausfrau, nicht emanzipiert, stehengeblieben. Stimmt, wir sind stehen geblieben – auf der Leiter, als wir an Fasching die Girlande für eure Kinder aufgehängt haben. Hausfrau und Hausmütterchen? Ja, wir kennen Rezepte für die Weihnachtskekse, die wir mit euren Kindern backen. Nicht emanzipiert? Stimmt, wir würden jederzeit alles stehen- und liegenlassen, wenn unser Mann oder unsere Kinder uns brauchen.

Und wenn ich gerade schon dabei bin: Wir haben keine Zeit ÜBER, nur weil wir Zuhause sind oder “nur” halbtags arbeiten. Wir nehmen sie uns – um unsere Familie glücklich zu machen. Das ist unsere Priorität und eure Kinder sind ganz nebenbei oft die glücklichen Nutznießer. Wenn ich sehe, was ihr alles verpasst, weil ihr nicht da seid, könnte ich heulen. Wie gesagt, ich spreche nicht über Frauen, die arbeiten MÜSSEN – die sind ja meist in der Freizeit extrem engagiert und machen alles möglich. Und alleinerziehende Frauen sind eh meine Superheroes – sie haben den härtesten Job der Welt und sind dabei komplett intrinsisch motiviert.

Ich spreche über die, die denken, dass sie alles haben können. Mann, Kinder, Karriere, Zeit für sich. Meiner Erfahrung nach bleibt dabei immer jemand auf der Strecke. Die Familie, die Ehe, man selbst. Im schlechtesten Fall die Kinder.

Neulich habe ich in einem Blogpost erwähnt, dass ich mit meinen Kindern aufs Erdbeerfeld gehe. Daraufhin schrieb mir eine liebe Leserin ganz ehrlich:

“Was du über eure Nachmittage schreibst, macht mich wehmütig. Ich habe es verpasst, die Nachmittage mit meinen Kindern zu verbringen, als sie noch jung genug waren. Ich habe immer nur gearbeitet und alles andere “auf später” verschoben. Jetzt ist später und meine Kinder sind groß. Sie haben kein Interesse daran mit mir aufs Erdbeerfeld zu gehen. Ich mache das jetzt alleine. Es ist wie es ist, ich will dir nur sagen: Genieße diese Zeit!”

Liebe Leserin, Danke für Deine offenen Worte und dass Du mich an Deiner Lebenserfahrung teilhaben lässt. Ja, ich genieße die Zeit mit meinen Kindern. Ich mache nicht immer alles richtig und an schlechten Tagen bin ich auch gestresst, weil ich mich fremdbestimmt fühle. Aber was ich jetzt schon sagen kann, ist, dass es sich lohnt. Es lohnt sich, weil meine Kinder zu Menschen werden, die das für ihre Kinder auch machen werden – weil sie es nicht anders kennen.

Sie werden an ihre Kindheit ähnliche Erinnerungen haben, wie ich an meine: duftende Kuchenbleche, nackte Füße auf warmem Gras, zahllose Sommerfeste, wilde Wasserschlachten und eine Mutter, die da ist, wenn man sie braucht. Und die beim Sommerfest von 16:30 bis 17:00 die Kinder schminkt.

In diesem Sinne

Eure Svenja

P.S.: Wer den Post für political incorrect hält, braucht mir gar nicht erst zu schreiben. Er heißt ja nicht umsonst “Ich kann auch anders”. Ein Hoch auf all die Frauen, die im Leben verstanden haben, worum es wirklich geht.

P.P.S.: Wie ich die Frauen finde, die Zuhause sind und trotzdem nie mithelfen, sondern lieber mit ihren Freundinnen Kaffee trinken oder zum Chinesen gehen oder auf der Couch abhängen, muss ich wohl gar nicht erst sagen. Vor allem, wenn sie dann mal vorbeischauen und gucken kommen, wenn wir fertig sind “denn mein Sohn ist ja so begeistert von der bunten Deko.” Ähem.

P.P.S.: Die 10 € Mitgliedsbeitrag für den Förderverein im Jahr kaufen einen übrigens nicht davon frei, sich zu engagieren.

P.P.P.S.: Ich kann auch anders.

48 Kommentare

  1. Ach Svenja,
    gerade sind wir von unserem Kita-Sommerfest heimgekommen und haben unsere völlig übermüdeten Mädels ins Bett verfrachtet. Zur Entspannung wollte ich eiegntlich nur schnell mal ein bisschen in deinen neuen Beiträgen lesen, und dann triffst du meinen Tag so punktgenau. Eben habe ich meinem Mann genau den gleichen Vortrag gehalten.
    Was soll ich sagen, traurig ob in München oder Karlsruhe, es ist überall das selbe. Auch bei uns waren die Listen, obwohl nur 30Min pro Dienst fast nur von den EBs ausgefüllt und letztlich stand ich (in 12 Tagen ist errechneter Entbindungstermin unserer dritten kleinen Dame) von heute morgen um 7 in der Küche, hab gebacken, Melonen aufgeschnitten, popcorn abgepackt, Plakate gemacht, Tischdecken gerichtet und, und, und um dann 2Std vor Beginn zum Aufbau zu fahren und eigentlich bis auf die Aufführungen ständig hinter einem Stand zu stehen. Mir hat das unglaublich viel Spass gemacht, richtig traurig finde ich es nur, dass es wirklich so wenige Eltern gibt, die nicht nur wenn sie angebettelt werden, helfen. Das ist in der Schule ja nix anderes und man könnte so viele tolle Sachen gemeinsam für Kinder möglich machen… statt für viel Geld zu irgendeinem Indoorspielplatz zu fahren… Oder am Geburtstag teure Eistorten in die Kita zu schleppen, einfach ein bisschen Zeit inverstieren.
    Aber ein Glück trifft man ja immer die 5 die genauso ticken wie man selbst, mit denen es einfach Spass macht solche Dinge zu wuppen!

    In diesem Sinne Gute Nacht (wenn das Kind heute Nacht nicht raus will weiß ich auch nicht..)!

  2. ist tut einfach mal gut sowas zulesen… Ich arbeite in einer Kita und bin selbst Mutter von drei Kindern. Immer aber auch wirklich immer bin ich eine von denjenigen die auf der Buffet liste bin Kiga meiner Kinder steht…. Ist schon komisch, dass mir das bis auf heute noch nie so bewußt wurde… ; ) ja und in der Arbeit sind 99 Elternpaare und am Waldfest waren es genau 15 Mamas die an en einzelnen Station mithelfen wollten. Kann man diesen Tollen auf den Punkt bringenden Artikel mit an Eltern-Post-Pinnwand hängen…. ; ) Danke

  3. Oh ja! Ein Thema über dass ich mich schon mit meiner Tante (Führungsposition einer Abteilung bei einer Krankenkasse) unterhalten hab. Bei uns ist es nämlich auch so! Wobei ich nicht im EB bin, aber wenn bei uns Listen aushängen für “Wer bringt was mit” bei einigen Festen im KiGa bin ich auch immer wieder erstaunt dass bis kurz vor der Veranstaltung kaum Leute auf der Liste stehen… Inzwischen macht unser KiGa sogar Listen mit Positionen wie
    – 10 Semmeln (eine Position die dann mehrmals aufgeführt ist)
    – Wurstaufschnitt (dito)
    etc., so dass alle wissen man muss nicht viel mitbringen, sondern jeder nur einen Teil. Das funktioniert ganz gut, aber da muss man sich ja auch keine Gedanken machen. Geht es aber um ein Halloween-Buffet trägt sich trotzdem kaum einer ein, weil die meisten zu bequem sind mal zu googeln was man ansprechendes (und entsprechendes) zubereiten könnte. Nun, ich bin in der Regel eine der ersten auf den jeweilgen Listen, beim Sommerfest vor 2 Jahren saß ich durchgängig (2,5 Stunden) beim Kinderschminken, da einfach niemand als Ablöse kam und natürlich nahezu alle Kinder angemalt werden wollten. Weder von dem Salat oder dem Kuchen den ich mitgebracht hatte bekam ich ein Stück ab, geschweige denn von den anderen kleinen Köstlichkeiten die einige andere mitgebracht hatten. Dabei hatte ich schon auf Arbeit nix gegessen da ich extra an diesem Tag nur 6 Stunden gearbeitet hatte um überhaupt rechtzeitig vor Ort sein zu können, und aus diesem Grund natürlich auch keinen Pausenanspruch. Tja, das war dann eben Pech… Letztes Jahr hab ich das nicht gemacht, allerdings nur weil ich das komplette Fest über meinen 3-Monate alten Sohn in der Bauchtrage hatte. Speisen habe ich natürlich trotzdem mitgebracht. Ich gehöre auch zu denen die einfach weil geben Spass macht mal eben 70 Origami-Boxen bastelt und mit Süßigkeiten befüllt, und dazu dann (für den höheren Spaßfaktor) noch 35 Mini-Windrädchen zur Deko bastelt. Oder sich bei den Erzieherinnen die mit den Vorschul-Kids für einen Tag samt Übernachtung auf Abschlussfahrt fahren mit einer Kleinigkeit (mit Liebe gebastelt und lecker befüllt) bedankt… An Ideen und Engagement fehlt es uns Müttern die die Kinder gern glücklich sehen wollen ja nicht! Und das war auch vor meiner Elternzeit, als Vollzeit Arbeitende, so. In unserem Münchner KiGa gibt es aber auch die Mütter die nix anderes als Hausfrau sind, mit 2 Kindern, das große Kind in der Schule, das jüngere im KiGa, und zumindest für letzteren scheint keine Zeit übrig zu sein, wohl aber fürs shoppen… Bei meiner Tante, in der Dresdner Ecke, war es immer so dass die sozial unterstützten Eltern, die eh schon alles in den Hintern geschoben bekommen *sorry* dann nicht mal Zeit haben das Gepäck oder das Essen zur 15 km entfernten Jugendherberge zu fahren, oder auch nur selbst einen Nudelsalat oder ähnliches zuzubereiten. Auch bei meiner Tante (das klingt so alt merk ich grad, sie ist nur 11 Jahre älter als ich, ihr Sohn ist nur 8 Jahre älter als meine Tochter) sind es immer die gleichen die sich engagieren, nur dass es eben bei ihr genau die sind, die Vollzeit arbeiten und eigentlich wirklich keine Zeit hätten, aber dann lieber etwas anderes mit weniger Priorität im Haushalt liegen lassen würden – wenn nötig – als ihr Kind zu enttäuschen. Die Strebsamen sind es eben dort, die gern etwas machen, und für mich ist meine Tante natürlich auch Vorbild, ebenso wie meine Mama die auch gern bastelt und macht und tut (gut, sie ist selbst Erzieherin, sie macht das quasi so nebenbei weil sie es dauernd macht), und ich kann nur hoffen dass meine Kinder sich später auch ein Beispiel daran nehmen was ihre “älteren weiblichen Verwandten” ;-) während ihrer Kindergarten-/Schulzeit aus reiner Nächstenliebe getan haben!

  4. Du hast es komplett auf den Punkt gebracht. Danke für deine ehrlichen Worte und den Mut dazu.
    Ich selbst bin Mutter von 4 Kindern, selbständige Nageldesignerin und mein Mann ist auch den ganzen Tag arbeiten. Trotzdem aber helfe ich wo ich nur kann. Ich bin Elternbereit bei meinem Sohn in der Klasse und stellvertretende Schulelternbeirätin. Ich gehe einmal die Woche in der Schule Brezel backen und verkaufen, einfach nur für die Kiddis. Ich helfe am Sportfest mit, nicht um mich in den Vordergrund zu schieben, nein einfach nur für die Kiddis.
    Ich habe kein Geltungsbedürfnis, so wie es viele nennen, wenn ich erzähle was ich tu.Ich mach es einzig und allein für die Kinder. Wenn alle so denken würden, wer würde dann helfen???????? Ich aber werde helfen, helfen so lang es mir irgendwie möchlich ist!!!!!!
    Liebe Grüße Franzi

  5. Ich habe selbst noch keine Kinder (leider). Aber ich bewundere beispielsweise meine beste Freundin. Sie hat zwei Kinder und geht drei Tage die Woche arbeiten. Ihr Mann unterstützt sie so gut es geht, aber er ist beruflich sehr eingespannt. In ihrer “Freizeit” engagiert sie sich für den Elternbeirat. Sie organisiert Feste, die Kita-Zeitschrift, hilft auf den Festen im Verkauf o.ä. und selbst wenn sie nicht damit eingespannt ist, backt sie noch Kuchen für den Kindergarten oder bringt einfach mal so eine Palette mit selbstgepflanzten Sonnenblumen vorbei damit der Garten in der Kita schöner wird.
    Ich bewundere sie zutiefst.
    Und hoffe natürlich, dass auch wir bald Zwerge haben für die wir uns engagieren können.
    Danke, für diesen tollen Artikel!
    LG
    Nicole

  6. Liebe Svenja,

    nicht mehr und nicht weniger als einfach nur DANKE für diesen Post. Du bringst alles genau auf den Punkt.
    Ich “arbeite” auch nicht und habe so gar keine Lust mehr, mich immer dafür zu rechtfertigen.
    Deine neue Leserin

    Sabine

  7. Du Liebe,
    vielen Dank für Deinen Artikel … sorry, aber er hat mir ein Schmunzeln auf die Lippen gezaubert, denn es läuft ÜBERALL genauso … wir haben morgen in der Grundschule unseren Abschluss … großes Fest, viel zu organisieren, Abschiedsgeschenk für die Klassenlehrerin, Aufführungen (alles geheim) von den Kindern etc. … glaube nicht, dass es dort anders läuft … und in der neuen Schule wird es auch wieder so sein :-)

    Ganz übel finde ich immer dieses syphisante Lächeln derer, die ja immer ach so beschäftigt sind und deshalb nicht mithelfen konnten, wenn sie sich dann ihren Salat etc. ‘reinschieben. Dann lächele ich immer nur zurück und denke mir: ‘OHNE uns würdest Du jetzt nicht so lächeln, denn dann hätteste weder Salat noch Wurst, noch einen schönen Tag gehabt :-)’

    Für mich sind das einfach ganz arme Menschen und viel schlimmer noch: ihre Kinder tun mir leid!

    Herzliche Grüße und ich bin froh, dass es so fleißige Helferlein wie Dich und mich und noch ganz viele andere gibt,
    Ute

  8. Yvonne Kaiser Geb Markl meine Kids ( 7 und 10 ) gehen auf eine Montessorischule. Bei dieser Schulform braucht es auch viel Elternarbeit. Mein Mann und ich gehen nicht gerne auf diese Sommerfeste- und was es da noch alles so gibt. Ich schicke da immer Oma´s und Opa´s. Die freuen sich auch mal wenn sie was mit den Enkeln unternehmen können. Ich trage mich halt dann in die Listen für Essen ein, mache es und gebe es Ihnen dann mit. Da unter dem Jahr auch immer wieder Arbeiten anfallen z.B. Material für den Unterricht herstellen, Geburtstagskalender bauen, Klassenräume reinigen, mit den Schülern ein Lesetraining machen…. biete ich mich halt dann da an. Das ist für mich nicht schlecht, da mein Mann Handwerker ist, kann er da auch seinen Teil beitragen.

  9. Hallo,
    Hut ab vor den ehrlichen Worten.Ich kenne das “Spiel” seit ca.10 Jahren.Es fing in der Kita meiner Tochter an und setzte sich über die Schule fort,gleichzeitig natürlich mit der Kita meines Sohnes.Ich bin Elternvertreterin (Kita und Schule),in beiden Fördervereinen Kassenwartin und nebenbei alleinerziehend und Vollzeit arbeitend…Und trotzdem habe ich ein schlechtes Gewissen,wenn das Sommerfest bereits um 15.00 Uhr beginnt und ich auf Grund meiner Arbeitszeit erst um 17.00 Uhr zum “Dienst”antreten kann.Eltern, die aber den ganzen Tag zu Hause sitzen und natürlich nicht geholfen haben,sich dann noch beschweren,dass der Kuchen bereits um 16.00 Uhr alle war und die Deko ja auch etwas mehr hätte sein können.Leider scheint es in ganz Deutschland so zu sein :-(
    Ein dickes Lob an alle,die es trotzdem nicht anders machen und genau so bleiben :-)

  10. Puh … jetzt musste ich mir mal ein Tränchen wegwischen. Du sprichst mir so von der Seele, dass es mir richtig gut tut. Ich bin eine Mama aus Leidenschaft, eine richtige Glucke. Es macht mir Spaß die Nachmittage mit meinen Kindern zu verbringen. Viele können mich nicht verstehen, dass ich mich auf die Sommerferien (die heute hier in Österreich beginnen) mit meinen Kids (3 und 6 Jahre alt) freue. Und ich genieße davon JEDE EINZELNE Minute!!! Ich kenne das auch von meiner Mutter nicht anders und ich hoffe sehr, dass meine Kinder das eines Tages an meine Enkelkinder weitergeben können.
    Ich engagiere mich gerne im Kindergarten, weil es einfach für meine Kinder (und die der anderen …) ist, weil mein Sohn beim Abschlußfest voller Stolz seinen Freunden präsentiert: “Die Bisquitroulade hat MEINE Mama gemacht!” Und es ist auch in Ö nicht anders, es tragen sich immer die gleichen in die Listen ein und es sind immer die gleichen, die erst dann kommen, wenn die Arbeit getan ist und es ans Feiern geht.

    Ich danke dir so viel für diesen Text. YOU MADE MY DAY!

    Viele liebe Grüße aus dem sonnigen Niederösterreich
    Karin

  11. Ich hab den Post geschickt bekommen von einer anderen Mutter aus unserer Kita. Ich hab gelacht, geschmunzelt, dann fast ein bißchen geweint – und mein Ältester (fast 7), dem ich das vorgelesen hatte, meinte mit schiefgelegtem Kopf:”Hey Mama, schreibt die über Dich?!”
    Und weißt Du was? Ich machs gern!!!
    Danke fürs Aus-der-Seele-sprechen, ich kann leider nicht anders als mich jeden und jeden Tag wieder für meine Söhne einsetzen, krummlegen, aufreiben (im besten Sinne) – und wenn ich irgendwann wieder bezahlt arbeiten gehe, werde ich wahrscheinlich vor Langeweile umkommen :-)

  12. Danke Svenja!
    Ist mir richtig aus dem Herzen geschrieben!
    Ich glaube, dieses “Phänomen” gibt es überall. Es sind immer die 4 oder 5 Mütter, die sich die Zeit für Extraarbeit nehmen.
    Mein (ehemaliger) Schwager hat sich schon vor Jahren über uns lustig gemacht, weil wir im Kindergarten und Schule ehrenamtlich tätig sind/waren: Ihr müsst ja schön blöd sein, dass alles ehrenamtlich zum machen!” Meine Antwort damals darauf: Meine Kinder möchten gerne schön feiern – aber Deine doch auch! Und wenn sich keine(r) dazu bereit erklärt, mal etwas mehr zu machen, kann es auch keine schöne Feier geben. Nur schade, dass man dann noch Häme erntet! Ich fahre seit 5 Jahren als Kochfrau mit ins Ferienlager, seit 4 Jahren organisiere ich das Ganze auch noch – ehrenamtlich! Mir macht es Spaß und meinen Kindern gefällt es auch – und nur darum geht es doch!!! Und gemeinsame Zeit haben wir auch noch! :)

  13. kinderfeste sind immer was besonders schönes! wir haben das glück in einer straße mit vielen jungen familien zu wohnen. bei uns ist immer was los. es ist ab und an sehr anstrengend, aber ohne geht es einfach nicht. =)

  14. Aaaaah, mein Thema. Meine Tochter ist 10, und seit sie im Kindergarten war, erlebe ich diese leeren Listen, die immer gleichen Ausreden, die Erwartung, dass sich schon jemand finden wird… Ich arbeite mindestens 42 Stunden pro Woche, weil ich meinen Beruf liebe. Und dann arbeite ich eben weiter in Kinderhaus oder Schule, weil ich mein Kind liebe und weil wir damit uns, unseren Familien schöne Stunden bescheren.

    Wenn ich dann von Müttern, die zu Hause auf dem Sofa sitzen, während der Nachwuchs am Nintendo verblödet, die noch nie Zeit und Mühe investiert haben in ein Schulfest, die den Elternbeirat nur vom Hörensagen kennen, die abends keine Emails an die Klasse schicken, um gemeinsame Ausflüge zu organisieren – wenn ich von denen höre, dass ich wegen meines Berufes ein Rabenmutter sei, dann klappt mir das Messer in der Tasche auf. Ich diskutiere nicht mehr darüber, die Mütterpolizei und der Ärger darüber kostet mich nur wertvolle Lebenszeit. Aber ehrlich? Ich hoffe, dass meine Tochter eines Tages auch ihr Leben lebt, so wie es ihr gefällt – sei es als berufstätige glückliche Mutter oder eben als nicht-berufstätige glückliche Mutter, und dass sie zugleich sich engagiert und Kuchen backt für die Schule ihrer Kinder. Von wem sollen unsere Kinder lernen sich einzusetzen, wenn nicht von uns?

  15. Der beitrag ist ja schon älter, aber spricht mir aus der Seele…. Ich gehöre auch zu den aktiven Eltern und bin in der glücklichen Lage freiberuflich zu arbeiten. Und wenn ich nachmittags ne Girlande aufgehangen habe, sitze ich abends vor dem Compi und arbeite – so what.

    Wirklich schlimm sind die, die keine Zeit haben, WEIL sie ja “so” einen Stress haben – hier zum Kaffee, da zum Tanzen und und und..

    WEnn man ja wenigstens die 12 Euro für den Förderverein – wo ich auch aktiv bin – übrig hätte – das wäre auch schon toll.

    Liebe Svenja, danke für den beitrag…
    Liebe Grüße
    Simone

    1. Ja, liebe Simone, der Beitrag ist schon älter – verliert aber leider nie an Aktualität. Und sicher lohnt es sich gar nicht sich aufzuregen, denn am Ende muss man es einfach so verstehen, dass man selbst die Kindheit seiner Kinder aktiv mitgestaltet und das ist viel Wert und daraus nimmt man viel mit. Aber es gibt so Tage, da könnte man halt doch ausflippen, wenn die üblichen Verdächtigen wieder abrauschen während man selbst mit 5 anderen Müttern die Deko für den gesamten Kindergarten schmeißt. GRRR :-)

  16. Hallo Svenja.

    Jetzt hast du endlich mal “einen Mann in der Leitung”.

    Ich hab alle Kommentare und deinen Artikel gelesen. Dein Artikel spricht auch mir aus dem Herzen. Da gibt es kaum was hinzuzufügen.

    Übrigens gibt es auch Männer die gerne bei ihren Kindern zu Hause bleiben und die Zeit mit ihnen genießen wollen und auch mit ihrer Ehefrau. Und zu denen gehöre ich.

    Bevor ich heiratete, hab ich Freunden erzählt das ich gerne möchte dass meine Frau zu Hause bei den Kindern bleiben kann. Dann begannen die alten Diskussionen über das “arme Heimchen” am Herd.

    Ich hab dann immer gesagt, wenn die Frau lieber arbeiten will, dann bleibe ich halt zu Hause. Ich hab kein Problem damit den Haushalt zu machen, zu putzen, zu bügeln etc., das spielt sich schnell ein wenn man ne Zeit lang allein gelebt hat.

    Bei einem Computerkurs hat mir eine alleinerziehende Mutter allen Ernstes erzählt, dass “Kinder in die Krippe und in Kindergarten gehen MÜSSEN, um altersgerecht spielen zu können und das man das als erwachsene Person nicht bieten kann”. Was für ein Schwachsinn…. Man kann ja andere Kinder einladen.

    Neulich bin ich in die Arbeit gefahren und da saßen einige Schulkinder und die haben sich unterhalten was es bei ihnen zum Mittagessen gibt. Und ein Mädchen hat gesagt, sie weiß es nicht, aber das wird sicher lecker sein, da ihre Mama kocht. Und frei heraus erzählt sie wie toll es ist dass Mama zu Hause ist und kocht und für sie da ist. Andere beneideten sie daraufhin.

    Ich selbst bin Erzieher im Kindergarten, einer der wenigen… (und nicht deswegen wenig, weil es zu wenig Interessenten gäbe, sondern weil zu viele mit Vorurteilen jede männliche Person sehen, die das macht oder lernen will. Zudem wird vielen schon mit einem Grundverdacht begegnet)…und ich hab immer den Standpunkt vertreten: “Unsere Kinder kommen nie in Krippe oder Kindergarten. Wir wollen unsere Kinder selbst erziehen und selbst erleben und die kostbare Zeit mit ihnen verbringen. Am Besten sind dazu die ersten 6 Jahre, wenn die Kinder noch nicht in die Schule gehen.

    Von einigen Kolleginnen erhielt ich Kritik, wie
    ich das vereinbaren kann, im Kindergarten zu arbeiten und meine aber nicht in den Kindergarten zu geben.

    Einerseits gibt es Kinder, für die es besser ist nicht zu Hause zu sein. Und da ist es ein wertvoller Beitrag wenn sich solche besonders im Kindergarten wohlfühlen.
    Und es gibt leider auch viele unmotivierte Erzieher/innen. In dem integrativen Kindergarten in dem ich jetzt arbeite, gibt es ausschließlich hochmotiviertes Personal. Zudem macht mir die Arbeit viel Freude und ich komme nicht-wie viele andere- völlig gestresst und ausgelaugt zu Hause an.

    Und meine Frau sieht das genauso. Wir beide arbeiten Teilzeit, aber so dass wir Zeit miteinander UND für die Kinder haben. Die Zeit miteinander darf nicht fehlen!!!

    Engagement: Wir setzen uns beide sowohl bei Stadtfesten, als auch bei Schulfesten unserer Kinder ein und sind auch ein Teil von den paar wenigen die da mitmachen und das Programm stemmen.

    Bei meiner Mama habe ich es total geschätzt, dass sie zu Hause war, wenn wir von der Schule kamen, dass es warmes Mittagessen gab, etc.

    Und unsere Töchter genießen auch die Zeit mit uns.

    Meine Frau und ich würden sogar noch mehr Zeit für uns und unsere Kinder haben, doch irgendwie müssen wir ja auch Geld verdienen. Oft wurden uns Vollzeitangebote gemacht: “Sie können so und so viel mehr verdienen…” Wir haben immer abgelehnt:
    Denn verlorene Zeit bleibt verloren und kann nie wieder reingeholt werden. Und Zeit kann man nicht “Sparen”. Wir arbeiten für unser Leben und leben nicht für die Arbeit!

    Noch so ein Gedanke zum Schluss: Vielleicht gehören wir schon zu der Generation die gar keine Rente mehr bekommt. Wie gut wird es dann sein im Alter noch fit genug zu arbeiten, wenn nötig und nicht ausgepowert durch Stress und haufenweise Überstunden ein Dasein fristen zu müssen. Im Übrigen hab ich vor einiger Zeit einen jungen Mann getroffen, der mit 25 Jahren einen Schlaganfall erlitten hatte, eben wegen stressigen Arbeitsbedingungen und ständigen Überstunden.

    Danke für deinen tollen Artikel. Es wäre wünschenswert dass sich noch mehr mit diesem Thema auseinander setzen!!!!

    Und wer meint, er käme mit dem deutschen Familiensystem nicht zurecht: In Norwegen sind Familien normal und geschätzt und da ist Vaterschaftsurlaub das Normalste auf der Welt!!!

    Viele Grüße von mir und meiner Family.

    Joan

    1. Lieber Joan, wow – was für ein langer und spannender Kommentar. Ich habe mich wahnsinnig darüber gefreut – vor allem, weil ich meinen Post ja vor Jahren geschrieben habe. Jetzt musste ich erstmal rüberhüpfen und nachlesen, was genau ich damals geschrieben habe. OH JA, ich kann alles noch genau so unterstreichen. Und ich weiß noch, wie einige Mütter im Kindergarten danach nie wieder mit mir geredet haben. Die standen natürlich nie auf den Listen und fühlten sich angegriffen. Oh Mann – diese Energie, die die in den nächsten Jahren aufbrachten, um mich zu meiden, hätten sie lieber in andere Dinge gesteckt. Was für ein Affenzirkus. Umso mehr freue ich mich, dass Du mir von eurem Leben schreibst und wir einig ihr euch als Paar über das seid, was ihr macht und welchen Weg ihr mit euren Kindern geht. Wie ihr zusammen lebt: DAS finde ich modern und erstrebenswert! Liebe Grüße, Svenja

  17. … und passend dazu ging es heute im Radio ???? wieder um das Anheben des Rentenalters, schrittweise auf 70 Jahre…
    Gut wenn man da noch fit ist. (:

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