Unser Bildungssystem stinkt zum Himmel

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Aus der Reihe “Dinge, die ihr nicht über mich wusstet” kommen heute zwei neue Infos.

1.) Ich bin zweimal sitzengeblieben. In der 9. und der 13. Klasse.

2.) Ich habe mein Studium mit der Note 1,7 abgeschlossen.

Auf beides bin ich nicht besonders stolz. Das Sitzenbleiben hätte ich mir sparen können, wenn ich nicht nur erkannt hätte, dass unser Schulsystem zum Himmel stinkt. Sondern auch, dass ich als einzelner Schüler in den 80er Jahren nichts aber auch gar nichts daran ändern kann. Das einzige was ich erreichen konnte, war: noch schlechtere Noten zu kassieren, weil ich mich nicht konform verhielt, mich nicht wegduckte und weiter sagte, was ich dachte. Irgendwann blieb ich dem Unterricht ganz fern, weil ich fand, dass ich da nichts Wichtiges lernen kann.

Die Aussage: “Du lernst nicht für die Schule, Du lernst fürs Leben.” habe ich nicht verstanden. Denn alles, was wichtig war, habe ich immer im Leben und nie in der Schule glernt.

Auch die Sache mit dem guten Studienabschluss zaubert kein Lächeln auf mein Gesicht. Zum einen, weil ich mehrmals meine Fächer gewechselt und dadurch lockere 15 Semester gebraucht habe. Zum anderen, weil ich mit der mir plötzlich gegebenen Freiheit (Strick Dir Deinen Stundenplan selber und sei verantwortlich für das, was Du tust) irgendwie nicht so Recht umgehen konnte.

Trotzdem waren beide Erfahrungen wichtig für mich, um eine Sache zu erkennen.

Weder die Schule noch das Studium fördern Kreativität.

In der Schule soll man zuhören und möglichst fehlerfrei wiederholen. Mein Religionsaufsatz in der ersten Klasse über fünf Seiten (damals unvorstellbar viel), wurde mit den Worten “Das hast Du niemals selber geschrieben” abgetan. Was dazu führte, dass ich bis Mitte zwanzig nichts mehr schrieb. Warum auch, es würde mir ja eh niemand abnehmen, dass ich das verfasst hatte.

Nur Frau Menneken, die mich im Wahlfach Literatur unterrichtete, gab mir 15 Punkte für mein Salvador Dali Referat. Und diesen einen Satz mit auf den Weg, der mal wieder zeigt, wie fantastisch und wichtig Lehrer für Schüler sein können. “Du hast ein großes kreatives Potenzial.” Aber kann man mit einem Lichtblick-Satz im Gepäck und aufgrund einer Person, die an einen glaubt, an einer deutschen Universität dieses Potenzial entfalten?

Nein, kann man nicht. Ich weiß, es hört sich unglaublich an. Aber obwohl ich Germanistik, Allgemeine Literaturwissenschaft und Amerikanistik studiert habe, habe ich NICHT EIN EINZIGES MAL etwas Kreatives geschrieben. Es gab Grammatikkurse und eine endlose Reihe von Vorlesungen. Wie ein Deutsch-Leistungskurs auf höherem Niveau. Die Schüler waren älter und ich musste nicht mehr nur fehlerfrei wiederholen, was der Professor sagt, sondern zusätzlich neue Quellen suchen und zitieren.

Aber sagen, was ich selber dachte? Ohne Quellenangaben? In einer schriftlichen Arbeit, über deren Form es ein ganzes Buch gibt? Schwierig.

Das hat mich so gestört, dass ich nach meinem Studium selbst eine Vorlesung an der Uni gegeben habe. “Kreatives Schreiben in der Werbung” hieß sie. Da stand ich und versuchte den Studenten etwas beizubringen. Ich sprach über genau die Themen, die ich auch auf diesem Blog hin- und herwende. Nur um festzustellen, dass die meisten einfach nur froh waren, wenn sie endlich ihre Unterschrift auf dem Scheinformular hatten. Sie waren eher gewöhnt ans Mitschreiben, nicht ans Mitdenken.

Ich habe über die Heldenreise gesprochen (hier mein kostenfrei downloadbares Heldenreise ebook dazu), über das Problem der Unvereinbarkeit von kleinen Kindern und Beruf. Dass Kreativität in jedem unserer Gedanken und unserer Fragen steckt. Das jeder einzelne Mensch wertvoll und liebenswert ist. Dass wir viel wuppen können, wenn wir an uns glauben. Und nichts wuppen werden, wenn wir ausgetretenen Pfaden folgen.

Denn wer denkt, dass das hier ein “Mami-Blog” ist, der liegt falsch. Dieses Wort wird – wie ich in letzter Zeit mehrfach feststellen musste – gerne belächelt. Aber: die die lächeln, deren Denksysteme stinken zum Himmel.

Das hier ist ein Blog, in dem eine Frau und Mutter darüber schreibt, was ihr Leben ausmacht – und sich mit anderen Frauen darüber austauscht, was wir tun können, um unser aller Leben und dieses Land zu verbessern. Manchmal mit Quarkbällchen, manchmal mit Familienregeln und manchmal mit einer Schulreform.

Das obenstehende Video von Sir Ken Robinson handelt davon, dass Schule Kreativität einstampft. Es ist der meistgeschaute TED Talk aller Zeiten. Nehmt euch die Zeit herauszufinden, warum. Auch ans Herz legen möchte ich euch Seth Godin, der darüber spricht, warum Schule Träume stiehlt und warum es danach im Leben genauso weitergeht, wenn wir nicht endlich

a) verstehen, dass gute Noten und Leistungen in der Schule nicht die Voraussetzung für Erfolg und ein glückliches Leben sind und

b) begreifen, dass Eltern nicht deshalb toll sind, weil ihre Kinder gute Noten mit nach Hause bringen.

Es geht um viel viel mehr.

Meine 9-jährige Tochter kam dieses Jahr am 1. Januar die Treppe herunter, blieb auf der letzten Stufe stehen, und sagte:

“Ich habe über meine Zukunft nachgedacht. Ich möchte gerne ein Vampirbuch schreiben und dann einen Film dazu drehen. Könnt ihr mir dabei helfen?”

Natürlich können wir das. Wir müssen es sogar. Denn in der Schule wird sie das nicht lernen. Warum nicht, seht ihr in diesem Video von Seth Godin, der uns mit ein paar genialen Einsichten und Ideen vertraut macht – es gibt dazu auch ein wunderbares kostenloses ebook mit dem Titel Stop stealing dreams.

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Dass wir uns bei meinesvenja unter Menschen befinden, die sich mit Systemen, die nicht funktionieren, nicht zufrieden geben, ist nichts Neues. Dass wir aber in eine Zeit hineingeboren sind, wo sich eine einmalige Gelegenheit bietet, genau diese Systeme zu ändern… das meine Lieben, finde ich revolutionär.

In diesem Sinne, lasst es uns wie immer machen. Viele Frauen, beständige Worte und Gespräche, Offenheit und der Wunsch, gemeinsam etwas zu wuppen. Da ist jede Menge Luft nach oben.

Eure Svenja

12 Kommentare

  1. Liebe Svenja, aus meiner Sicht kommt es auschließlich auf den Lehrer an. Bill Gates hat dies mit seiner Stiftung herausgefunden, weder das Fach, noch die Methode sind entscheidend, sondern ob der Lehrer Dich liebt und Dich mit Deiner speziellen Art fördert. Solche Lehrer haben wir gerade an unserer Schule. Das Schlimmste, was in einem Unterricht passieren kann ist, dass ein Lehrer mit einem Teil der Klasse, sagen wir mal 5 oder 10 Schülern, Krieg führt, weil sie die Hausaugaben nicht machen oder während des Unterrichts stören. Das zeigt die totale pädagogische Unfähigkeit eines Lehrers, und Hand aufs Herz, haben wir das nicht oft erlebt?
    Uwe

    1. Mein Sohn besucht zur Zeit die 4. Klasse und hatte in der Grundschule dass Pech, dass er Legastheniker ist und die Schulleitung + Lehrer überhaupt nicht damit umgehen können. Auch die Tatsache, dass er überdurchschnittlich intelligent ist, ist für Lehrer wohl ein absolutes no go. Die Lehrerin der 2. Klasse entließ mich in die Sommerferien mit dem Satz: “Für Ihren Sohn sehe ich in der 3. Klasse schwarz”. Vor zwei Wochen gab es jetzt den Notenspiegel für den Übertritt und ich bin RIESIG STOLZ AUF MICH (und natürlich auch auf mein Kind ;-) ), dass wir einen Schnitt von 2,33 (= Übertrittsschnitt für das Gymnasium ohne Probeunterricht). Ohne mein ständiges Engagement, sei es Hilfe beim Lernen oder Hausaufgaben (Schule hat bei meinem Sohn die unterste Priorität auf seiner to-do-Liste) oder Organisieren von Legasthenietraining (die Schule bot übrigens Förderuntericht für LRS-Kinder in der 6. Stunde Freitags an), Ergotherapie und, und, und. Unser Ziel ist es jetzt hoffentlich im Mai den Schnitt für die Realschule, welche einen super Eindruck auf uns gemacht hat, zu schaffen, damit er ENDLICH gerne in die Schule geht. Das Potential und den Wissensdurst hat er auf jeden Fall. Und wenn man dann hört, dass in der von uns favorisierten Realschule ein LRS- oder Legastheniker-Kind selbstverständlich die im zustehende Zeitverlängerung in Anspruch nehmen kann ohne dass die anderen Kinder schon mit dem Schulstoff weitermachen (Begründung der Grundschule, warum dies doch schwierig sei) dann besteht doch noch Hoffnung. Drückt uns auf jeden Fall die Daumen.

      LG – Michaela

  2. Hrks… Jetzt hast Du uns aber nen Brocken vor die Nase gesetzt. Also, mir zumindest. Muss das erstmal verdauen… Aber: Ich fürchte Du hast da wohl Recht…
    Tolles Wort zum Sonntag, liebe Svenja! Ich geh jetzt mal nachdenken…

  3. Ich muss nachschieben, dass ich (noch) kein schulpflichtiges Kind habe, aber mir graut ein bisschen vor der Zeit, wenn ich so höre, wie es an manchen Schulen zugeht…

  4. Sicher liegt in unserem Bildungssystem einiges im Argen und wir alle kennen Lehrer, die keine Förderer der Schüler sind. ABER – und jetzt kommt das Schöne – es gibt auch jene Lehrer, die mit Leib und Seele Pädagogen sind, die das Beste in jedem Schüler zum Vorschein bringen möchten. Wir haben das unbeschreibliche Glück, dass unsere Kinder in eine Schule gehen (ganz „normales“ staatliches Gymnasium), die von einem solchen Vollblut-Pädagogen geleitet wird. Er schafft es wirklich, unserem Bildungssystem alle Möglichkeiten abzutrotzen, jeden noch so kleinen Spielraum zu nutzen, um eine inspirierende Lernatmosphäre zu schaffen. Nicht zufällig heißt sein neuestes Buch „Schule geht auch besser“. Warum ich das schreibe? Ich will euch damit Mut machen, zeigen, dass es auch „solche“ Lehrer gibt. Lasst uns diese Lichtblicke unterstützen, ihnen positives Feedback geben, ihnen den Rücken stärken. Denn sie brauchen das Gefühl, dass wir hinter ihnen stehen. Schließlich müssen sie an mehreren Fronten kämpfen: mit den „bequemen“ unter ihren Kollegen, mit dem Bildungssystem und last but not least mit den Eltern, die sich gegen jede Veränderung sperren. Und davon gibt es leider eine ganze Menge. Also machen wir den „mit-Leib-und-Seele-Lehrern“ und uns Mut, damit wir langsam aber sicher auch das Bildungssystem ändern. Es lohnt sich!

  5. Liebe Svenja,
    Du sprichst mir aus der Seele! Mit einem fast 13-jährigen Sohn, der sehr intelligent (nicht hochbegabt) ist und der mit dem in unserem Schulsystem angebotenen Frontalunterricht überhaupt nicht klarkommt, haben wir schon wahre Odysseen durchgestanden – angefangen bei der Empfehlung seiner Klassenlehrerin (!!!) im zweiten (!!!!) Schuljahr, ihm doch endlich Retalin verschreiben zu lassen über psychologische Behandlung, Psychotherapie, verhaltenstherapeutische Ergotherapie, vielen Tränen, schlaflosen Nächten, tausend kleinen und größeren Kämpfen zu Hause, wenn mal wieder ein Brief aus der Schule im Briefkasten lag … um dann nach kurzer “Besserung” doch wieder festzustellen, dass alles wieder beim Alten ist. Mein Mann und ich haben keine Lust mehr zu Elternsprechtagen zu gehen, weil wir seit 7 langen Schuljahren nichts anderes zu hören bekommen als: Ihr Sohn ist ja intelligent, aaaaber: stört den Unterricht, kann sich nicht integrieren, ist faul, macht seine Hausaufgaben nicht, steht sich selbst im Weg … die Liste liesse sich endlos fortsetzen. Ich habe einmal die “Frechheit” besessen dem Lehrer zu empfehlen, seine Unterrichtsmethode doch mal zu überprüfen und zu versuchen herauszufinden, wie die Kids denn dazu gebracht werden können, im Unterricht zuzuhören und begeistert mitzuarbeiten. NIE WIEDER! Mein Sohn hatte die Hölle auf Erden.
    Als Eltern steht man diesem System ja fast machtlos gegenüber. Auf der einen Seite ein Kind, das unter Einschlafstörungen leidet, oft mit Bauch- und/oder Kopfschmerzen in die Schule geht, frustriert und lustlos ist – auf der anderen Seite der Anspruch unseres Systems und unserer Gesellschaft, dass allein Leistung und gute Noten zählen. Es zerreisst mir oft das Herz, mein Kind leiden zu sehen, und es ist unglaublich schwer, einen guten Mittelweg zu finden; ihm klarzumachen, dass auch ein bisschen Anstrengung und Mühe dazu gehört, sich in der Schule zu behaupten und sich den Anforderungen des Systems zu stellen, andererseits hinter meinem Kind zu stehen und ihn bedingungslos zu unterstützen, wenn es mal wieder seine Meinung gesagt hat und an allen möglichen Stellen angeeckt ist.
    Letztendlich sind wir froh, dass wir alle Empfehlungen, sowohl von schulischer als auch medizinischer Seite, unser Kind mit Tranquilizern ruhig stellen zu lassen, in den Wind geschlagen haben. Wir sind den anstrengenden Weg gegangen, und er ist noch lange nicht zu Ende. Vielleicht sind ein paar der riesig großen Steine, die den Weg versperren, an die Seite geräumt worden, aber er ist immer noch voller Hindernisse. Dank einer hervorragenden Ergotherapeutin, die uns in Zeiten des größten Zweifels an uns und unserer “Erziehungsfähigkeit” immer wieder bestätigt hat: Ihr habt einen tollen Sohn! Ihr seid nicht schuld! Ihr seid tolle Eltern! Diese Erkenntnis lässt uns mancher schwierigen Situation etwas gelassener gegenüberstehen. Aber auch die Erkenntnis, dass man als Eltern oft allein auf weiter Flur steht und gegen Windmühlen kämpft, lässt einen gewissen Pragmatismus aufkommen: ich kann nichts ändern, also muss ich aus der Situation das Beste machen. Ich halte inzwischen lieber den Mund, als mein Kind noch mehr Repressalien in der Schule auszusetzen und versuche, ihm zumindest zuhause die Unterstützung und Anerkennung zu schenken, die er verdient. Denn er verdient sie! Wir sind stolz auf unseren Sohn, der unglaublich hilfsbereit, einfühlsam, wissbegierig, begeisterungsfähig, selbstbewusst und einfach total lieb ist! Schade nur, dass diese Fähigkeiten an unseren Schulen nicht unbedingt anerkannt werden!
    Am vergangenen Freitag gab es in der NDR-Talkshow einen hervorragenden Beitrag von Prof. Dr. Gerald Hüther – den möchte ich Dir und Euch ans Herz legen! Ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass langsam ein Umdenken stattfindet!

    http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/tietjen_und_hirschhausen/tuh185.html

  6. Unser Sohn wird 2014 eingeschult und wir schwanken im Moment noch sehr zwischen einer “normalen” staatlichen Grundschule und einer Waldorfschule (er geht auch in den Waldorfkindergarten).
    Wir haben uns die Waldorfschule an zwei Infotagen genauer angeschaut und waren sehr begeistert. Keines meiner Vorurteile wurden irgendwie bestärkt. Super sympathische Lehrer mit tollen Ansichten Ideen und vor allem extrem motiviert!
    Vieles was in den Videos angesprochen wird (auch bei dem NDR-Video aus den Kommentaren) ist schon lange bei den “Waldis” verankert: Lehrer als zentrale und lang begleitende Vertrauensperson, keine bzw. nur wenige “textbooks”, Praktika in sozialen Einrichtungen, vieles wird selbst erarbeitet. Durch die Epochen arbeitet man wochenlang intensiv an einem Thema, usw…
    Auch wenn ich so manches noch etwas seltsam bei den Waldis finde und ich mich nicht mit 100% der Dinge identifizieren kann, so bin ich trotzdem mehr davon überzeugt als von einer staatlichen Schule. Dort gibt es eindeutig mehr seltsame Dinge und seltsame Leute… ;-)
    Auch ich bin mehrfach auf staatlichen Schulen gescheitert und habe nicht in das System gepasst. Habe zu viel hinterfragt und gestört… ich denke nicht gerne an meine Schulzeit.
    Danke für die Videos… ein extrem spannendes und wichtiges Thema.

  7. Hallo an euch alle,
    wenn ich schon das Wort Ritalin lese, wird mir schlecht. Was wollen wir in der nächsten Generation ? Ruhig gestellte Kinder die nicht stören ? Aber das ufert hier dann wohl aus. Zum Thema Schule haben wir auch verschiedene Erfahrungen gemacht, eine Grundschule auf dem Lande- Prädikat wertvoll- Lehrer mit Herz und Verstand und Geduld.
    Realschule in der Stadt mit einem Rektor der seinesgleichen sucht !Kompetent,mit Ecken und Kanten, kennt alle seine Schüler mit Vornamen,unbequem fürs Schulamt und absolut unschlagbar realistisch ! Leider ist er im Januar in den wohlverdienten Ruhestand gegangen.
    Und dann gibt es solche Exemplare von Pädagogen,die gehören verboten. Da stellen sich mir die Nackenhaare auf. Inkompetent,überheblich,uneinsichtig,unflexibel und unverschämt !
    Ich habe kein Patent wann Schule wie richtig gut ist, aber fest steht auch, das mit den Lehrern der Unterricht und das was hängen bleibt, steht und fällt.
    Bis heute sind mir,dank Frau Münch in Geschichte, Napoleons Truppen in lebhafter Erinnerung geblieben.Sie hatte es geschafft das Klassenzimmer zum Schlachtfeld zu machen,und wir liebten sie dafür !
    In diesem Sinne
    LG Bea

  8. Als mein Sohn 5 Jahre alt war konnte er es nicht erwarten endlich in die Schule zu kommen. Als ich ihm fragte worauf er sich am meisten freue, sagte er “auf die Schulferien und die Pausen”……Ich hatte ihn schon ein Jahr zurueckgehalten und liess ihn erst mit 5 1/2 anfangen. Hier in Australien fangen die Kinder viel frueher an. Er war sooo stolz am 1. Tag. Nach einer Woche dann hatte er genug. “Jetzt kenn ich das Mami. Da brauch ich nicht mehr hin. Und was machen wir jetzt?” hat er gefragt und war total geschockt als ich ihm von der Schulpflicht fuer die naechsten 13 Jahre erzaelte. Ich denke ich habe ihm versucht diese Zeit zu versuessen indem ich ihm viel Kontrolle ueberlassen habe. Noch im 1. Schuljahr hatte er einen Tag da wollte er nicht gehen, hatte einfach keine Lust. Ich sagte dass er schon zuhause bleiben koenne, muesse das jedoch mit dem Schulrektor besprechen. Und mein Dreikaesehoch ging am gleichen Morgen zur Schulleitung und sagte dass er heute nicht kaeme. Mr Ross war total verwirrt und sagte dass es keine Ausnahmen gaebe und jeder Tag waere ein Schultag in der Woche. Mein Sohn schaute ihm in die Augen und sagte mit fester Stimme dass er nicht glaube dass er gehoert haette was er gesagt hat, naehmlich dass er NICHT in die Schule kaeme. Er naehme diesen Tag frei. Der verwirrte Ausdruck auf dem Gesicht des Rektors war koestlich. Er nahm mich zur Seite und frug was er machen solle? Ich erklaerte ihm nur dass mein Sohn die Kontrolle ueber sein Leben fuehlen wolle und ich unterstuetze ihn dabei. Raphael und ich hatten einen wunderbaren Tag zusammen. Meine Devise ist dass Schule ein Muss ist im Leben und das was ich wirklich lernen moechte passiert drumherum, wie Pfadfinder, Surfen, Tanzen, Experimente in der Kueche am Herd, Gitarre spielen, oder der neuste Trend ‘Parkour’. Jeden Mittag ist was anderes los was toll und abenteuerlich ist und das macht die Schule ertraeglicher. Schade eigentlich – waere schoen wenn es bei der Schule nicht ums Ertragen ginge.

  9. Oh ja, ich bin auch eine am Schulsystem Gescheiterte. Natürlich habe ich trotzdem meinen Weg gemacht, aber der war mehr als holperig und das möchte ich meinen Kindern nicht antun. Meine Kinder (9 und 12 J) sind an einer kleinen Privatschule (ich weiß, dass ist eher verpönt) und sind dort wunderbar aufgehoben. Beide Schulen genießen hier einen hervorragenden Ruf, was das Lernpensum und den Erfolg angeht. Ich hatte nach der Grundschule für meinen Sohn die Auswahl zwischen einigen Gymnasien oder Gesamtschulen im Umkreis – alle gut erreichbar. Unser Sohn aber wollte unbedingt dieses System der Grundschule weiter fahren mit den netten, kompetenten Lehrern, die noch auf einzelne Schüler eingehen. Ich hatte etwas Bauchweh bei der Entscheidung und immernoch ist es mir unangenehm, auf Rückfragen anderer sagen zu müssen: “Nein, mein Kind geht nicht zum Gymnasium, sondern zur christlich-privaten Gesamtschule.” Sooo christlich sind wir ja nicht, obwohl wir beide dieser Konfession angehören – wir leben es nur nicht aktiv. Kann man dann sein Kind weiter zu solch einer Schule schicken? Der Junge ist doch intelligent, ein toller Schüler, lernt gern und gut – dann kann er doch auch zum Gymi? Ja – aber ich selbst habe dieses Martyrium jahrelang mitgemacht und wollte meinem Sohn das ersparen. Das Lernergebnis kann sich sehen lassen und dort kommt eben auch die Werteerziehung nicht zu kurz. Ist das nicht genauso wichtig? Mobbing etc gibt es dort nicht und sobald etwas aufflammt, wird die Flamme gelöscht – und zwar gemeinsam. Der Zusammenhalt der Schüler und die Möglichkeit, jederzeit Lehrer anzusprechen und auch ernst genommen zu werden, ist für mich als Teil der Erziehung besonders wichtig. Allerdings geht mir das Konzept der Waldorfschule doch zu weit, um da einem Schreiber hier zu widersprechen: Ein Freund meines Sohnes ist dort in der 4. Klasse und kann immer noch nicht lesen! “Das Kind lernt das schon irgendwann,” wird da gesagt.. Naja, muss ja jeder selbst wissen.
    Nicht jeder hat solch eine tolle Schule wie wir direkt vor der Tür. Beste Technikausstattung in den Klassenräumen, Sauberkeit und Ordnung, Mithilfe aller Schüler, Wertevermittlung auf hohem Niveau – nur das Abitur fehlt mir zum Glück meiner Kinder! Sie müssen also nach der 10. Klasse leider noch zum Gymnasium wechseln – aber dann sind sie ja alt genug, sich an das System anzupassen. Bis jetzt auf jeden Fall gehen “wir” mit Bestnoten durchs Leben, es wird gern gelernt, aber es gibt eben auch noch genug Freizeit – denn die Schule hat nur an einem Tag der Woche Nachmittagsunterricht. Vielleicht lernt man mit netten, kompetenten Lehrern, wenig Schuldruck und genügend Freizeit einfach lieber?? An der “hochtrabenden Intelligenz” unseres Sohnes kann es nicht liegen – da gibt es ganz andere, die intelligenter sind…

  10. Leute, dass Schlimmste ist, dass man keine kompetente Hilfe bekommt. Mein Sohn ist 14 Jahre alt und schon im Kindergarten sehr speziell gewesen. Mit guten Pädagogen, hätte dieser Junge sich viele Qualen, der letzten Jahre, ersparen können. Zum jetzigen Zeitpunkt sieht es so aus, dass er garnicht mehr zur Schule geht. So wie bei vielen Anderen ging er erst ungerne, dann unregelmäßig bis garnicht mehr. Mein Sohn ist auf einem Gymnasium in der achten Klasse. Die Lehrer tanzen nach meiner Pfeife und unterschreiben alles was ich Ihnen vorlege, weil Sie selber völlig ratlos sind. Ich bekomme keine sinvollen Gespräche, keine Tipps und eigentlich sind wir zu kompliziert und stören nur. Mein Sohn hat in der Vergangenheit gesagt, dass er es liebt, sich Wissen anzueignen. Das hat er auch getan, aber eigenständig, weil die Schule nicht in der Lage dazu ist. Unser Schulsystem hat mein Kind krank gemacht, weil es nicht individuell gefördert wird und wurde. Der Junge hat mittlerweile körperliche Beschwerden, wie Bauchschmerzen, Kopfschmerzen, halt die typischen Symptome. Natürlich waren wir bei unzähligen Ärzten und natürlich war das Kind auch im Krankenhaus, genauso natürlich, wie alle Untersuchungen ohne Befund sind. Nicht das Kind muss untersucht werden, nein, das System muss dringend auf den OP-tisch. Mein Sohn kann es nicht ertragen Sechs volle Schulstunden ( bis 15.10 Uhr) unterricht zu haben, also seine Zeit abzusitzen, für Informationen, die man in eine Stunde stecken könnte. Diese Zeit wird ihm geraubt, um sich sinvoll zu beschäftigen. Da er aber weiß, dass er das System nicht ändern kann und er zur Schule gehen muss, ist er tatsächlich krank geworden. Am kommenden Dienstag habe ich einen Termin beim Jugendamt, mit meinem Sohn. Ich hoffe irgendwie auf Hilfe. Sämtliche Psychologen saßen mit verschrenkten Armen vor mir und meinten abschließend,, Ja, das ist wirklich schwierig”

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