Meine Lieben,

nur Wenige wissen: ich bin ein ziemlich großer Amerikafan. Nicht nur, dass ich Amerikanistik studiert habe, ich meine wirklich FAN. Zu Studienzeiten hatte ich immer ein Bild vom damaligen Präsidenten Bill Clinton über meinem Schreibtisch hängen. Es war das Cover der New York Times und zeigte ihn bei seinem Morning Run mit einem Bodyguard. Im Hintergrund sah man das White House. (Oh was für ein Haus. Alleine darüber könnte ich stundenlang schreiben. I am in love with you, my dear).

White house

Nordseite 1941 (Library of Congress – Jack Delano )

Das Bild war für mich der Inbegriff von Macht und Coolness. Das war der amerikanische Traum – ein Präsident konnte Präsident sein und dabei Mensch bleiben. Vor allem: Amerika liebte seinen Präsidenten dafür – und machte daraus eine Coverstory. (OK, nachher stellte sich heraus, Billyboy war manchmal mehr Mensch, als Hillary lieb sein konnte, aber das waren noch die guten Davor-Zeiten).

Wenn man Schreiben liebt, ist diese Art von Storytelling ein Traum. Während Deutschland dazu neigt, von Politikern nur in Bezug auf ihre Politik zu schreiben, schafft es Amerika immer wieder, über die menschliche Seite in Themen einzusteigen. Da gibt es große Emotionen und noch größere Wendepunkte. Journalisten haben die Möglichkeit, neue Erzählformate auszuprobieren und in authentischer Sprache zu schreiben – nicht in Form eines kalten Berichts, der einen Null in die Geschichte zieht. Es gibt die besseren Kinofilme und großes Entertainment. Ich nenne das: Human Interest Narration. Und ist das nicht toll, wenn so geschrieben wird, dass Menschen Lust haben, weiterzulesen – oder zu schauen?

Ich mag das. Stories, die einen berühren. Wenn Nutzen geboten wird und man wirklich was vom Leseerlebnis hat. Wenn man informiert UND unterhalten wird. Und genau deshalb lese ich schon lange die Huffington Post. Wer die noch nicht kennt, für den hier 3 schnelle Fakten (Quelle Wikipedia):

1. Laut dem Marktforschungsunternehmen comScore hat The Huffington Post im Mai 2013 monatlich 77,2 Millionen Besucher weltweit, davon entfallen 47,8 Mio. Besucher auf die amerikanische Huffington Post.

2. Spiegel online nennt die Huffington Post die wichtigste Informationsquelle für Millionen von US-Amerikanern und das einflussreichste Alternativmedium der USA.

3. 2012 erhielt die Huffington Post als erste kommerzielle Onlinezeitung einen Pulitzer Preis.

Für mich aber viel wichtiger: ich lese sie einfach gern – und am Ende entscheidet man genau aus diesem Grund, wo man hinklickt. Nun war ich also supergespannt, als es hieß: die HuffPo kommt nach Deutschland. Mit einer deutschen Ausgabe. Und ich bin dabei.

Wie bitte???

Ja, ich bin dabei. meinesvenja ist einer der knapp 60 Blogs, die für die Huffington Post im Startteam ins Rennen gehen. Ich weiß nicht wie oft ich dem Chefredakteur während unseres allesentscheidenden Telefonats ins Ohr gejubelt habe, dass ich mich so wahnsinnig freue. Dass es als Blogger eben nicht viele solcher Momente gibt – meist sitzt man ja morgens um 6:58 in Jogginghose und einem zu großen Sweatshirt seines Mannes in der Küche. Neben sich einen großen Pott Kaffee, hoffend, dass man den Post fertig kriegt, bevor die Kinder aufwachen.

Aber wenn man dann so einen Moment hat, nach über 6 Jahren bloggen, wo einem jemand so eine Chance bietet und auf die Frage: „Worüber darf ich denn schreiben?“ sagt: „Über alles.“ – dann, meine lieben Leserinnen, dann weiß man, dass diese Chance einfach nur saucool und sexy ist.

Und so wird es nun sein: Ich habe eine kleine eigene Profilseite in der Huffington Post bekommen und darf schreiben so oft und worüber ich möchte. Eine Freiheit, die es in Deutschland so noch nie gab (ich sage nur: Abnahmen, Restriktionen, „So geht das nicht“ Mentalität, ohne Ende Hierarchien, oberlangsames Tempo) und die vor Pioniergeist nur so sprüht. Für mich, die laut ihres Lieblingssternguckerbuches „The Secret Language of Birthdays“ am Tag des Frontrunners geboren ist, ist das wie das Wasser, das ich zum Schwimmen brauche. Wie etwas, das einen trägt, anstatt zu bremsen. Und das tut wahnsinnig gut.

Meine Lieben, ich habe keine Ahnung was kommt, ich weiß noch nicht, wie sich das alles anfühlen wird. Aber eines weiß ich genau: Ich freue mich wahnsinnig darauf. Das ist ein Abenteuer, das wird mich herausfordern und das wird spannend. Ich hoffe, ihr seid dabei – every step of the way.

Alles Liebe

Eure jubelnde Svenja, die so richtig Lust hat, loszulegen

P.S.: Und hier geht es zu meinem ersten Artikel für die HuffPo Deutschland. Ich musste ein paar Mal schlucken, bevor ich auf SENDEN gedrückt habe. Euch schreibe ich ja schon lange, was mir so im Kopf rumgeht – aber jetzt ganz offiziell … das war dann doch nochmal was anderes.