An Tag 12 bin ich kurz davor, die Vegan for youth Challenge zu schmeißen. Ich bin SO SAUER Attila. Denn machen wir uns nichts vor: Du hast die Rezepte NICHT alle selbst entwickelt und ausprobiert. Woher ich das weiß? Ehrlich gesagt: dazu muss man nicht besonders clever sein. Eben habe ich Dein Gericht „Sandwich „Red Beet Flagship“ mit Gemüsepaste, Sprossen und krossem Räuchertofu“ von Seite 200 ausprobiert. Und das ist mein Fazit:

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1.) Die Mengenangaben stimmen hinten und vorne nicht. Ich habe für 2 Burger noch nicht mal die Hälfte der angegebenen Mengen für Räuchertofu, Möhren und Wirsing gebraucht.

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2.) Die Mengenangaben sind eine Frechheit. Der von der roten Bete so hübsch eingefärbte Gemüseaufstrich ergibt fast 750 Gramm.

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Ich habe ihn in einer 1,5 l Schüssel fotografiert – you get the picture.

Vegan for youth-8Schön, dass Du unten schreibst „eignet sich auch als Brotaufstrich“. Besser wäre gewesen, Du hättest geschrieben: ergibt zwei Burger und zwei VOLLE Gläser Brotaufstrich.

3.) Das ist Geld- und Lebensmittelverschwendung. Und das ist nicht OK. Vor allem nicht, wenn man sich Nachhaltigkeit und Achtsamkeit auf die Fahnen schreibt.

4.) Ich habe – wenn es nach Dir geht – für dieses Gericht im Backofen gebacken, einen Stabmixer bemüht, am Herd in der Pfanne gebraten und ein Schneidebrett benutzt. Vielleicht (aber nur ganz vielleicht) rufst Du mal bei der Firma Vorwerk an und fragst, ob Du mal einen Thermomix Abend veranstalten darfst. Ein bisschen Fortbildung an der richtigen Stelle schadet nie – und das sage ich aus Erfahrung.

5.) Ich bin mir sicher: Ich hätte den Burger in der Hälfte der Zeit machen können, wenn Du Deine Rezepte mal ordentlich aufschreiben würdest. Was mich gleich zu Punkt 6 bringt.

6.) Bei Rezepten empfehlen sich für Überschriften und wichtige Worte eine Kontrastfarbe. Grau und Schwarz sind da nicht wirklich geeignet. Außerdem schreiben tüchtige Hausfrauen ihre Rezepte in Schritten auf, nicht als Fließtext. Mach mal ein paar Absätze. Ich weiß, Du hast keine Kinder und keine Familie, die Dich zwischendurch ablenken. Aber nicht alle können 4 Stunden am Tag konzentriert am Herd verbringen und während der Garphasen Situps machen. Get real! Wir können übrigens auch nicht im ganzen Buch nach den Challengeregeln suchen. Weil Du sie nicht auf einer Seite zusammengefasst hast, hat meine liebe Leserin Verena das in meiner veganen facebook Gruppe für alle getan:

„So. Hab mich jetzt mal eingelesen. Ich fand das ganz schon fummelig die ganzen Informationen zusammen zu tragen. Also … Täglich einmal den Juice, 1, 5 l Kräutertee, 1 l Grüntee und wenns geht nen Shake. Nach 16.00 Uhr nur noch Stufe 1 und nach 19.00 Uhr nix mehr. Kein Zucker, Kaffee, Alkohol, Weißmehl, Kartoffeln und keinerlei Convenience Produkte. Täglich Ausdauer Sport danach Streching, Meditation und Qi Gong. Hab ich was vergessen? Straffer Plan.“

Danke, Verena. This is how it’s done, Attila.

7.) Die Umständlichkeit solcher Vegan for youth Rezepte wie dem Sandwich von Seite 200 (denn die Brötchen für das Sandwich musste ich ja voher auch noch backen) lassen vermuten, Du hast von berufstätigen und/oder modernen Frauen noch nie etwas gehört. Wir haben weder Zeit noch Lust den ganzen Tag hinter dem Herd zu stehen. Und da wir einen Großteil Deiner Zielgruppe ausmachen, wäre es toll, Du würdest das das nächste Mal bedenken.

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Übrigens: sehr lecker, die Brötchen

8.) Ich bin sauer. Sauer weil Du ein saugutes erstes Challenge-Buch hingelegt hast. Und anstatt jetzt ein noch geileres Follow up zu machen, kochst Du Deine Rezepte nicht mehr alle durch, bevor Du das Buch freigibst. Wieso nicht? Weil Du dem 9. Bauchmuskel hinterherjagst?

9.) Keine Angst, ich bin fertig. Denn eine gute Nachricht gibt es: Der Burger hat wirklich sehr gut geschmeckt.

Aber mein Vertrauen in Deine Marke hat er NULL KOMMA NULL gestärkt. Dein nächstes Kochbuch würde ich nach dem heutigen Stand nicht kaufen und keine Challengegruppe auf facebook aufmachen. Die Challenge würde locker an mir vorbeiziehen, denn auf diesen Stress habe ich keine Lust mehr.

10.) Ich gebe Dir und Deiner Vegan for youth Challenge noch eine Woche. Wenn ihr mich bis dahin nicht überzeugt habt, werde ich meine selbstzusammengewürfelte Challenge machen. Mit einem Mix aus den guten und bewährten Rezepten aus Vegan for fit und den paar neuen, machbaren aus Vegan for youth, die ich jetzt kennengelernt habe.

So, und nun wie schon letzte Woche wieder die Rezeptereviews aus Vegan for youth von Challengewoche 2 für euch im Überblick:

Tomatencremesuppe, Vegan for youth, Seite 204

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Geschmacklich und optisch eine glatte Eins. Ich frage mich nur, ob man wirklich erst die Tomaten auf ein Backblech legen und rösten muss, bevor man eine Suppe daraus machen kann. Ja, Röstaromen und so, ich weiß. Ist zwar auch aufwändig, aber der Geschmack dankt es. Also: mache ich DEFINITIV nochmal. Mein Tipp: Direkt die doppelte Portion machen, dann hat man ein leckeres Abendessen für zwei Tage – und so lohnt sich dann auch wieder der Aufwand.

Majoran-Linsen-Aufstrich, Vegan for youth, Seite 105

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BÄH. Bin das nur ich, oder schmeckt das Leinöl GANZ übel durch. Falls ihr den Geschmack auch nicht mögt: nach einer halben Dose Currypulver ging es. Einigermaßen.

ERGÄNZUNG: Gerade macht mich meine Leserin Claudia darauf aufmerksam, dass mein Leinöl vielleicht zu alt war. Sie sagt, dass Leinöl manchmal nur bis zu 6 Wochen haltbar ist – und dann auch noch im Kühlschrank aufbewahrt werden muss. Also: meine Einschätzung des Linsen-Aufstrichs mit Vorsicht genießen. Vielleicht lag es tatsächlich am zu alten Leinöl.

Capsaicin-Booster, Vegan for youth, S. 192

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In 5 Minuten soll ich es schaffen 220 g Chilischoten aufzuschneiden und zu entkernen? No way. Ach ne, das ganze Rezept soll nur 5 Minuten dauern. Also, eins kann ich auf jeden Fall sagen: der wichtigste Tipp fehlt. Ich hatte noch nie in meinem Leben so viele Chilischoten geschnitten – mir brannten 2 Tage die Hände wie Feuer.  Zieht also bitte Einweghandschuhe an. Geschmacklich OK, aber eben sehr scharf. Mache ich definitiv nicht nochmal.

Wirsing-Wraps mit Bananen-Erdnuss-Dip, Vegan for youth, S. 208

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Leckere Zusammenstellung, tolle Marinade, geschmacklich überraschender und überzeugender Dipp. Aber mal wieder a) nicht essbar (in meiner Gruppe haben viele die Wirsingblätter im Thermomix im Varoma gegart, bevor sie die Rouladen gewickelt haben – Danke für den Hinweis!) und b) viel zu viel Dipp. Das schreibt Attila im Kochbuch auch selbst – aber die Menge könnte theoretisch nicht nur halbiert, sondern gleich geviertelt werden. Wir haben die Wraps mit Messer und Gabel gegessen weil sonst alles rausfiel.

Grilled Veggie Sammy mit Omega-3-Pesto, Vegan for youth, S. 199

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Hier das second best Gericht dieser Woche. Überzeugend deshalb, weil es schnell zubereitet war (die Brötchen waren schon fertig, das Pesto habe ich im Thermomix gemacht und das Gemüse habe ich flugs in der Pfanne angebraten). Und lecker war es auch noch. Das kommt nochmal auf den Tisch.

Und erster Platz der Woche:

Rote-Bete-Zucchini-Carpaccio mit Walnussöl-Dressing und Macadamia, Vegan for youth, Seite 167

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Nicht nur absolut verdient, sonder sogar so gigantisch, dass ich sagen muss: Attila, wegen SOLCHER Gerichte hast Du so vielen Menschen den Weg zur veganen Ernährung ebnen können. So lieben wir das. So wollen wir das. Und davon wollen wir mehr. Oder weil Du ja in letzter Zeit so gern Englisch sprichst: Show us your true colours. Die Zucchini sind schnell angebraten – und wenn man die Variante mit der bereits gegarten Roten Bete nimmt (die man ja fast überall vakuumverschweißt kaufen kann), braucht man beim ersten Mal zwischen 15 und 20 Minuten, beim zweiten Mal bleibt man unter einer Viertelstunde. Macadamia gab es im Marktkauf nur gesalzen – dafür habe ich die Zucchini dann etwas sparsamer gesalzen. HAMMER. Ich kriege mich vor Begeisterung wirklich kaum ein.

ERGÄNZUNG: Gerade schreibt mir meine Leserin Barbara, ob ich wirklich die gesamte Portion Carpaccio aufgegessen habe. Sie findet fast 1 Kilo Gemüse doch ziemlich viel für eine Person – plus die fettigen Nüsse. Ich bin fast vom Glauben abgefallen. Steht doch tatsächlich FÜR EINE PERSON über dem Rezept. Es ist aber definitiv ein Rezept für 2 Personen. Ich habe 100 g weniger Rote Bete verwendet und wir hatten trotzdem noch rote Bete übrig. Auch hier also wieder ein Fehler im Buch bzw. das Rezept nicht getestet. Ich ärgere mich sehr – das riecht für mich immer mehr nach Schnellschuss.

So meine Lieben, das war mein Vegan for youth Challengefazit Woche 2. Wer meine Vegan for fit Berichte noch einmal nachlesen möchte – mittlerweile mischen ja schon einige die Challenges – der darf gerne hier weiterlesen.

Bis ganz bald und Happy Challenging

Eure Svenja

P.S.: Hier geht es lang zu meinem Vegan for youth Fazit Woche 3.