Educate yourself

Ihr Lieben,

seit ein paar Wochen merke ich, dass ein Thema in mir gärt. Ich drehe es, ich wende es und je länger ich mich damit beschäftige, desto klarer wird mir: Das ist was Großes. Ich würde mich freuen, wenn ihr diesen Post von Anfang bis Ende lest. Denn er hat viel mit euch zu tun. Mit eurem Leben, eurer Zukunftsfähigkeit und damit, was eure Kinder von euch fürs Leben mitnehmen.

Ich weiß, das Internet hat nicht bei allen einen guten Ruf. Zum Beispiel bei meinem 75-jährigen Vater, der lieber mit dem Auto in die Stadt fährt, um dort ein ganz bestimmtes Buch zu kaufen, anstatt es im Internet zu bestellen. Das hört sich ja jetzt noch halbwegs sympathisch an, denn er unterstützt damit den lokalen Buchhandel. Aber er fährt auch in die Stadt, um ein Zugticket zu buchen oder einen Flug. Um eine Rechnung zu bezahlen oder um Fotos abzuholen, die für ihn entwickelt wurden. Und die schickt er mir dann zu. In einem Brief.

Das alles tut er, weil er es schon immer so gemacht hat. Und ja, jetzt könnte man sagen: Ist doch sympathisch, dass der alte Mann so altmodisch ist. Weiß ich denn sein schönes Foto, seinen Brief und seine Mühe nicht zu schätzen? Doch, weiß ich.

Aber manchmal legt er mir einen Zeitungsausschnitt mit in den Brief über einen Bekannten und ruft mich dann an, wenn ich den Brief bekommen habe, um zu fragen, ob ich den Artikel schon gelesen habe. Klar, habe ich. Auf Facebook, vor Tagen oder Wochen. Als ihn genau der Bekannte und seine Tochter gepostet haben. Online.

Aber dieser Post handelt ja nicht von meinem Vater, sondern von euch. Oder besser: Von den missed opportunities einer ganzen Generation. MEINER Generation. Und wie ich immer wieder feststellen muss: Auch von Menschen, die locker 10 Jahre jünger und älter als ich sind.

Wenn ihr jetzt denkt: “Also – ich BIN ja bei Facebook.” und “Ich HABE ja ein Smartphone.” Dann möchte ich euch fragen: Und was macht ihr damit? Außer mit euren Lieben in Kontakt zu bleiben und euch zu informieren (und hei, das ist immerhin schon einmal mehr, als mein 75-jähriger Vater tut und bei IHM würde mir diese Art von Nutzung komplett reichen!)

Bei den meisten lautet die Antwort: Nicht viel. Und das, meine Lieben, halte ich für ein Riesenproblem. Nicht nur weil ihr Kinder habt und Bescheid wissen solltet, dass am Ende manch lang anmutender Facebookposts über bestimmte Games von Jugendlichen (also dann, wenn kein Erwachsener mehr mitliest) Sätze stehen wie: “Sag mal, kennt ihr andere Seiten auf denen man XXX Filme schauen kann, als XXX.” Und ich schreibe nicht XXX damit ihr nicht wisst, über welche Filme Jugendliche nachdenken oder welche Seiten sie meinen (das wisst ihr eh), sondern damit Google mich nicht indiziert.

Damit Google WAS nicht macht? JA, genau. Genau das ist oft das Problem. Wir haben noch nicht einmal Grundlagen Know how.

Ich weiß ja, dass ihr hier schon relativ Internet-tüchtig seid. Viele Menschen da draußen wissen weder was ein Blog ist, noch lesen sie welche. Aber wisst ihr auch was Snapchat ist? Oder Instagram? Oder Periscope?

Ja, wir sind nicht mit diesen Sachen aufgewachsen. Aber wir sind auch nicht mit einem Führerschein geboren worden, konnten nicht sofort einen höflichen Entschuldigungsbrief verfassen oder eine Kurvendiskussion durchführen.

Ich brenne brenne brenne dafür, dass wir informiert sind. Nicht nur, weil wir die Generation von morgen aufziehen. Sondern weil ich am eigenen Leib und in meinem eigenen Leben sehen kann, welche Möglichkeiten sich auftun, nur WEIL ich mich auskenne. Und weiß Gott nicht mit allem und weiß Gott nicht immer im Detail. Aber ich lerne jeden Tag etwas dazu und sauge die Dinge auf, weil ich weiß, dass dieser Satz stimmt.

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Ich war ja diese Woche mit meinem Mann zusammen beim Hanser Verlag eingeladen. Ein Verlag, den ich schon lange toll finde. Wir haben dort einen Vortrag gehalten. Zuerst habe ich darüber gesprochen, wie man erfolgreich bloggt und dann Uwe darüber, wie man Video in Social Media einsetzt.

Alle waren super interessiert – aber hatten von den meisten Dingen noch nie gehört. Verstehe ich total. Das ist was, was ich fast überall im professionellen Umfeld erlebe. Die Menschen beherrschen ihren Job von der Pieke auf. Darin sind sie top, haben profundes Know how und würden auch blind einen Treffer landen. Aber die Add ons, die fehlen. Das Internet, da sind die meisten blank. Und das ist ein Riesenfehler.

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Das Internet ist nichts, was wieder weggeht. Es ist auch nichts, was man ignorieren kann. Ihr müsst nicht überall einen Account haben. Ihr müsst nicht überall mitmachen. Aber ihr solltet euch informieren, wenn ihr wissen wollt, welche Chancen es für euch gibt.

Wenn ihr jetzt denkt: “Ach Gott, ich habe ja einen Beruf, in dem das nicht wichtig ist.” dann kann ich nur sagen: ERSTENS gibt es keinen Beruf, in dem das nicht wichtig ist. Also nicht, wenn ihr besser sein wollt als andere (oder einfach nur fantastisch in eurem Job, dazu braucht es ja gar kein Konkurrenzdenken). Wenn ihr gefunden werden wollt, Kunden haben wollt oder fachlich und kreativ up to date sein wollt. Und ZWEITENS geht es nicht nur um eure Chancen, sondern auch um die eurer Kinder.

Meine Tochter weiß jetzt schon, wie man Pinterest bedient, wie man Keywords sucht, wie man im Internet gefunden wird und welche Inhalte man wo verteilen muss, um erfolgreich zu sein. Sie ist wie jedes 11-jährige Mädchen auch im Internet, um DIY Tutorials für Lipbalm zu finden. Aber sie sieht und versteht auch die Businessmodelle von Youtubern und Gamern. Mein Sohn weiß, womit die ihr Geld verdienen und wenn ihm was Neues auffällt – und das geht von eingeblendeter Werbung über Kooperationen bis hin zu Interaktionen – dann erzählt er mir davon und will noch besser verstehen, wie das im Hintergrund wirklich läuft.

WIR sind die Lehrer unserer Kinder. Denn im Informatikunterricht meiner Tochter, der gerade gestartet ist, musste sie “irgendwas darüber aufschreiben, wie Informationen verteilt werden”. WIR müssen zeitgemäße Antworten haben oder sie mit unseren Kindern gemeinsam erarbeiten.

Ganz ehrlich: Ich glaube nicht, dass unsere Kinder noch so ins Berufsleben starten werden, wie wir. Mit einer Berufsausbildung oder einem Studium – aber auf jedenfall mit einem klaren Weg. Außer sie wollen Arzt werden oder Dachdecker, Jurist, Schreiner oder Architekt. Und auch da gibt es mittlerweile so viele Möglichkeiten mehr durch das Internet, dass mir schwindelig wird.

Um unseren Kindern zu helfen, müssen wir uns auskennen. Denn wir haben etwas, was sie nicht haben. Und was dabei helfen kann, unter den vielen Möglichkeiten, die junge Menschen heute haben, die EINE herauszufiltern, die unsere Kinder ein Leben lang glücklich machen kann. Wobei ich sowieso glaube, dass die EINE immer das lebenslange Lernen mit flexiblem Umschwenken ja nach Lebenssituation ist.

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Das, was ich euch aber eigentlich zurufen will ist nicht: “Seid internetsavy um euren Kids zu helfen.” Sondern: “Hei, das Internet und seine Möglichkeiten geht euch was an, FALLS IHR EIN AUFREGENDES LEBEN HABEN WOLLT.”

Ich weiß, wie viel professionelle Expertise und praktische Lebenserfahrung in meinen Lesern versammelt ist. Aber ich glaube eben, dass da noch VIEL mehr geht. Dass aber eine ganz große Angst da ist, zu alt zu sein. Den Anschluss verpasst zu haben. Dass das alles zu kompliziert ist. Und nicht praktikabel.

Locker bleiben – der Zug ist keineswegs ohne euch abgefahren. Eigentlich ist das Ganze nur wie Mathematik. Und wenn ich als Germanistin, die unter anderem wegen Mathe zweimal (ja, zweimal) sitzengeblieben ist, das versteht, dann werdet ihr das wohl erst recht checken.

Vor ein paar Tagen habe ich einen Beitrag darüber geschrieben, wie ich für den Blog fotografiere. Ich habe gemerkt: Daran findet ihr vor allem genau eine Sache spannend. “Das IST ja gar kein Hexenwerk.”

Ich mache ja tatsächlich alle Fotos nur mit dem iPhone. Nur bei Tageslicht (ach so, man braucht da gar kein Equipment). Ja natürlich braucht man das nicht, weil ich es doch sonst auch nicht könnte. Ich habe doch auch zwei Kinder und bin 44 und habe weiß Gott was anderes zu tun und auch nicht das Geld über, um mir hier ein semiprofessionelles Studio einzurichten.

Zwei Leserinnen haben mir geschrieben, dass ihnen das Mut macht, zu sehen, wie einfach das ist. Und vor allem: Wie ich das einfach MACHE – und dass das ja gar nicht so kompliziert aussieht.

Ihr wisst gar nicht, wie ich mich darüber gefreut habe. Denn das ist es, was ich will: Euch die Scheu vor Dingen nehmen.

Ich möchte für euch einfach mal einen “Hausfrauen”-Blick auf das Internet werfen. Denn wir Frauen wissen schließlich: Nur das Machbare hat im Alltag Platz – auch bei der Technik.

Ich werde jetzt immer mal wieder über Dinge schreiben, die zu meinem täglichen Handwerk gehören. Über Sachen, die mir auffallen im Internet. Wie Dinge funktionieren. Zusammenhänge, die ich sehe. Mein Ziel ist es, euch da unterhaltsam ein bisschen näher ranzurücken.

Denn ich mache WIRKLICH fast alles nur vom Telefon aus und ich meine HEI – ihr habt auch eins.

In diesem Sinne

Eure Svenja

P.S.: Und um gleich mal mit was Einfachem anzufangen – wer meine Videoreihe zum Thema: “Was ist eigentlich Pinterest und wie verwende ich es, um Ideen für Kindergeburtstage zu finden oder Reisen zu planen” verpasst hat, der darf gerne ein bisschen Zeit seines Wochenendes dazu nutzen, sich schon mal in der “new world” fortzubilden. Haut rein, Mädels.

21 Kommentare

  1. Liebe Svenja, beim lesen deines Artikels dachte ich: Mannometer, ich mochte Sie vorher schon aber jetzt bin ich vollendens hingerissen. Du hast ja SO recht!
    Eigentlich müsste dieser Artikel in einem Printmedium abgedruckt werden, damit er auch wirklich die erreichen für die der Text ein Augenöffner wäre. Denn die Zielgruppe für diesen Text ist ja nicht im Internet. Oder nicht so wie das sein müsste, vermute ich.
    Danke danke danke! Für deinen Artikel. (Ich habe auf meinem Blog einen geschrieben zum Thema “Medienkompetenz ist nicht Medienabstinenz”.)

    Liebe Grüße,
    Katarina

    PS: Meine Mama ist 66 und schreibt mir, nach langem zögern Whats App Nachrichten. Das ist schon ziemlich toll.

    1. Deinen Post lese ich dann gleich mal! Du hast mich auch hingerissen – mit dem Satz “Dieser Artikel müsste in einem Printmedium abgedruckt werden.” Wobei ich ehrlich gesagt glaube, dass die Zielgruppe überall ist. Ich bin ja selbst Teil der Zielgruppe.

  2. Hallo Svenja,

    ich brauche zwar das Internet tatsächlich nicht in meinem Beruf und habe auch (noch) keine Kinder, aber ich LIEBE solche Posts von dir. Ich finde es wunderschön, dass du immer bereit bist zu teilen (Ellenbogen erlebt man heute leider viel zu viel) und auch die Gedanken auf die Zukunft richtest. Auf deine nächsten Artikel freue ich mich sehr!
    Hab ein schönes Wochenende, Gesa

  3. Liebe Svenja,
    viele sehen im Smartphone immer noch das „Teufelswerk“ ;-) Alles Neue und unbekannte macht dem Menschen erst mal Angst. Warum – das Frage ich mich oft? Gerade die Smartphones haben das Leben echt erleichtert. Wenn mir was durch den Kopf geht und ich was mehr wissen möchte – dann google ich halt. Ich kann von überall und sofort meinen Horizont erweitern. Und peng, Frage beantwortet! Ich bin ein bisschen älter als du (nicht viel) aber ich finde es erschreckend, dass die Menschen in meinem Umfeld (auch jüngere) – die Vorteile der Smartphone´s nicht nutzen.

    Ich bestelle z.B. online beim Buchhändler meines Vertrauens vor Ort und kann das Buch am nächsten Tag abholen. Ich nutze aber auch ganz viele E-Books. Da höre ich auch immer wieder, ne – ich möchte das Buch in der Hand halten. Früher bin ich mit jeder Menge Übergewicht in Urlaub geflogen (Bücher wiegen viel) Heute habe ich einen Stapel Bücher in der Handtasche. Ich muss mein Flugticket nicht mehr suchen, alles im Handy …… ach ich könnte noch tausend Dinge aufzählen.

    Und ich vereinsame nicht! Das Smartphone erleichtert mir, die Stillung meines Wissensdurstes, aber ich suche auch immer die Gespräche mit den Menschen on- wie offline.
    Wünschenswert wäre wenn wir auch untereinander lernen, die jungen von den alten und umgekehrt. Meine Tochter hat mir Instagram und Pinterest erklärt. Ich zeige ihr andere Dinge. Das Leben ist ein geben und nehmen.

    Vielen Dank für Deine immer wieder treffenden Zeilen.
    Ich wünsche dir ein nettes herbstliches Wochenende

  4. Moin meine Liebe Svenja,

    wie schön du das mal wieder geschrieben hast! Passt wie die Faust aufs Auge – den Artikel werde ich wohl ausdrucken und ihn per Brief verschicken :) Nur so würde er von den gelesen werden, die nicht müde werden zu behaupten, dass man “diesen ganz neumodischen Scheiß, der nur dazu führt dass man sich ja überhaupt nichts mehr zu sagen hat” überhaupt nicht braucht :)

    Ich wünsche dir ein herrliches Wochenende!
    LG
    Daniela

    1. Komisch, ich habe mir mit Dir ganz viel zu sagen. Und wenn ich Dich nicht auf all Deinen Onlinekanälen stalken würde, dann hätten wir uns nur ein einziges Mal im Leben gesehen. Das wäre verdammt schade, denn Du bereicherst mein Leben und Deine Entwicklung berührt mich.

  5. Danke für deinen interessanten Artikel. Meine Kinder sind etwa gleich alt, wie deine. Ich bin ein bisschen hin-und hergerissen, wieviel Socialmedia wir überhaupt brauchen. Ich brauche Internet eigentlich nicht, trotzdem bewege ich mich darin: Pint*rest für DIY-Ideen, klar. Ein Blog als mein virtuelles Werk-Tagebuch. Go*gle für so manches zum Suchen, auch für technisches oder wissenschaftliches oder wikip*edia, wenn wir etwas gehört haben im TV oder Radio, das wir nicht verstanden haben. Alles super! Vorbei die Zeiten, als wir noch alles im Lexikon nachgeschlagen haben.
    Aber brauchen wir Facebo*k und twitt*r? Ist das genau so wichtig, wie das andere? Muss man da auch mithalten können? Ich habe wohl einen Account, lese gerne bei unseren Verwandten in Holland mit und auch sonst bei Internet-Bekanntschaften. Aber den Drang möglichst viele Freunde auf Facebook zu haben, ist mir nicht so wichtig. Ich habe lieber echte Freundschaften.
    Wie siehst du das in Bezug auf deine Kinder?
    Übrigens: Meine Mutter fand ein Handy neumodisches Zeug. Aber ein sms mit “wie geht’s” oder so hätte den täglichen Kontakt auf lockere Art aufrechterhalten. Sie wollte das um keinen Preis. Wir haben uns – nicht nur deswegen – schon seit vier Jahren nicht mehr gesehen und gehört. Drum finde ich es cool, wenn sich auch ältere Leute mit Handys auskennen. Das nur so am Rande.
    Liebe Grüsse
    Milena

    1. Vielen Dank für Deine Gedanken zum Thema. Also, das mit Facebook ist so eine Sache: Ich glaube es kommt – wie immer – auf die Art der Nutzung an. Vorab: Meine Kinder sind nun fast 10 und fast 12 und haben keinen Facebookaccount. Meine Tochter hat seit ein paar Wochen einen Pinterest Account, um mit einem gut geführten sozialen Netzwerk beginnen zu können. Das funktioniert ganz gut. Ich nutze Facebook nicht zum chatten (also: NIE). Ich habe ein paar Gruppen, in denen ich mich gerne bewege und die mir auch einen hohen persönlichen Nutzen bieten (Sport, vegane Ernährung, Gleichgesinnte). Auch nutze ich die Feeds von Freunden, die in bestimmten Fachgebieten gut aufgestellt sind. Oder in anderen Ländern leben, so dass ich einen Eindruck davon bekomme, was da gerade für Themen wichtig sind. Und natürlich: Berfulich, aber das ist ja als Bloggerin eh klar. Twitter nutze ich, wenn es Nachrichten gibt, die ich in ihrer Aktualität verfolgen will, z.B. bei der Flüchtlingsthematik. Und ich glaube genau da liegen die Trüffel – wenn ich weiß wofür und wann welches Medium Sinn macht (und mich bereichert, anstatt mir Zeit zu stehlen), dann macht das Internet auch Spaß.

      1. Danke für deine Antwort. Dein Vater ist ähnlich wie meine Mutter…
        Geniess deine Stunden mit deiner Mutter! Und sei es auch nur via skype. Der andere Elternteil von mir, mein Vater, ist vor bald zwanzig Jahren gestorben. Es ist nicht gesagt, dass er offener wäre für die Technik von heute. Er war ein Handwerker und fertigte Sachen aus Eisen an. Ich bin mir fast sicher, dass wir ihm allerhand Sachen aus dem Internet hätten suchen müssen und er das in seiner Werkstatt umgesetzt hätte. Das hätte ich sehr gerne für ihn gemacht…
        Ein schönes Wochenende
        Milena

  6. *word!* Liebe Svenja, bin Ende 40 und bin seit den 90ern (mit dem Start des BTX-Dienstes der Telekom) völlig fasziniert von den Möglichkeiten der weltweiten “Informationsgewinnung.” Ich weiß, dass es solche Dinosaurier wie von Dir beschrieben gibt, da ich ja einige im Freundeskreis habe, die – mit oder ohne Kinder – “ab und zu mal ins Internet gehen”. Uah. Wenn bei uns die DSL-Leitung gestört ist, dann fühle ich mich beschnitten – kann keine Rechnungen zahlen, nicht mit dem Rest der Welt kommunizieren, kein Video zum Fröbelsternefalten gucken, keine Rezepte abrufen, Infos googlen, Musik hören usw. Ich weiß gar nicht mehr wie Offline-Leben geht ;-) bin aber informiert und kritisch genug, um nicht permanent online zu sein oder mich virtuell dauernd selbstdarstellen zu müssen. Genau das sollte man den Kids auch vermitteln. Das Einzige was ich konseqent NIE mache ist: Fotos online. Never. Mir egal, ob mein Käuferverhalten getracked wird und ich als gläserner Kunde bekannt bin. Fotos sind tabu. Ich hab keine Lust, irgendwann mal bei meinen vielen Auslandreisen ein geklautes Foto meiner Tochter im Dirndl irgendwo auf einer chinesischen Billboard Werbung für German Pretzels machen zu sehen. Da bin ich wohl etwas paranoid – aber wer weiß schon, wer was wann mit unseren Fotos macht…. Und die gehen nicht mehr weg, stehen bis in 1000 Jahren im Netz *übertreib*
    So – und nun eine Frage, die mir schon eine Weile unter den Nägeln brennt: Du bist so versiert in Medienfragen, kennst die Vorteile und Tücken des WWW, hattest mit Identitiy Theft zu kämpfen. Wieso bist Du so freizügig mit den Fotos Deiner Familie, besonders den Kids. Hast Du nicht Bedenken, dass diese Fotos mal geklaut werden könnten? Was werden Deine Kinder in 20 Jahren davon halten, dass ihre Kindheit im WWW sichtbar ist? Oder bin ICH da jetzt zu altmodisch ;)) LG

    1. Erstmal: Danke für Deine Meinung und Deinen langen Kommentar. Sehr gute Frage mit den Fotos Heike. Also, auch ich habe da Regeln und stelle nur ganz bestimmte Fotos ins Netz: Die, bei denen ich kein Problem habe, dass sie auch in 1000 Jahren noch da sind. Zu meinen Kindern: Warum sollten sie später ein Problem damit haben, das Bilder von ihnen im Netz stehen? Um das jetzt mal auf den Punkt zu bringen: Sie haben eine glückliche Kindheit, machen keine illegalen oder peinlichen Sachen und sind auf den Bildern angezogen. Es gibt Bilder, die nicht ins Netz gehören. Die findest Du von meinen Kindern dort auch nicht.

  7. Wunderbar geschrieben und Dein Motto “Was ich kann, kannst Du auch” mal wieder bestätigt. Die Kinder heutzutage wachsen ganz anders auf und ich find es total wichtig, auch um sie vor “Gefahren” im Netz zu beschützen, da bescheid zu wissen. Klar sollte man mit einem Smartphone auch telefonieren können, aber was sich mir sonst noch für Möglichkeiten eröffnen, das ist der Wahnsinn. Mein Mann war auch immer dagegen, hat sich immer über die Handysüchtigen aufgeregt. Jetzt sitzt er da und ich muß ihm sagen, Mönsch…leg doch mal das Handy weg…Seit er gecheckt hat, das man da die Fußballergebnisse und Fahrtrouten erfahren kann, DAS SIRI UND GOOGLE mit ihm reden…hahaha usw. Sogar meine Mama mit 64 checkt zum Frühstück erstmal ihre Sozialen Netzwerke, macht onlineüberweisungen und WhatsApp. Du hast Recht, wenn Du schreibst, es wird nicht mehr weggehen. Ich mußte letztens so lachen, in irgendeinem Film war die Rede vom Internet, da sagte der Protagonist:” jaja, das ist wieder so eine kurzfristige Modeerscheinung, in ein paar Jahren spricht niemand mehr davon”…Tja, wer hätte das gedacht…

  8. liebe Svenja,
    ich bin ja so gerührt von deinem Vater!!! ach wie lieb ist das
    ich bin sehr Internet fit und dabei, ABER auch ein Fan von back to the roots … und bin immer noch konsequent nicht in facebook
    ich bin mit vielen ein Freund der persönlichen Kommunikation und betätige das Telefon und schreibe noch altmodisch Postkarten!!!
    für mich bedeutet die schnelle Welt des Internets, den vielen Mails, SMS, whats App oft auch Unruhe und Bedürfnis nach entschleunigung
    daher bin ich ganz begeistert von deinem Vater
    danke noch mal für den Hinweis pinterest
    da will ich mich schon lange einarbeiten
    herzlich Grüße (leider immer noch nicht persönlich)
    von petra

  9. Liebe Svenja,

    wie immer ein toller und wichtiger Post. Zugegeben, ich hänge da auch hinterher. Ok, Pinterest kann ich bei dir nachschlagen. Aber ehrlich gesagt, weiß ich gar nicht was ich suchen sollte, damit ich auf dem aktuellen Stand bin. Ich habe nämlich auch keine Lust dazu, den Anschluss zu verlieren und in ein paar Jahren bei meinen Kids nicht mehr mitreden zu können. Also, ich muss mich da mal schlau machen. Danke für den Anstoß .
    Liebe Grüße
    Katja

  10. Liebe Svenja,

    Recht hast du mit dem Post – und auch danke für die Zitate von “garyvee”, den ich schon mochte, als er vor Jahren sich die ersten Gläser mit Wein füllte. Ich sehe es an meinen Eltern oder Schwiegereltern, wie sie versuchen, mit den neuen Möglichkeiten Schritt zu halten und ein wenig mitzumachen. Für sie ist Skype immerhin schon seit längerem eine Möglichkeit, ihre Enkel zu sprechen – und WhatsApp wird auch entdeckt. Ich bin gespannt, womit wir in 5,10,15 Jahren unsere Zeit nutzen, um mit der Familie in Kontakt zu bleiben.

  11. Danke Svenja, das ist ein toller Artikel! Und wie wichtig, dass man mit den Kindern Schritt hält, denn “oh da frag mal den Papa, da hab ich keine Ahnung” zählt nicht :-)) Wenn man Regeln für die Kinder aufstellen möchte (wir sind dabei ja selber Neulinge), muss man halt einen Schritt voraus sein, sonst macht es keinen Sinn! Ich merke, dass wir keinen Fernseher mehr brauchen, weil man eigentlich alles auch im Internet findet :-) Und viel interessanter! Allerdings sehe ich an mir selbst, dass ich mir die Zeit begrenzen muss, denn man kommt leicht von einer interessanten Seite zu einer anderen zu einer anderen usw…und ich hänge unbemerkt 2 Stunden im Internet und hab meinen Morgen bzw Abend komplett am Rechner verbracht…ich liebe es trotzdem, ein Buch in der Hand zu haben, und muss mir die Zeit dazu nehmen :-) In dem Sinne alles Liebe

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