Wie werde ich Experte – in fünf Schritten

Wie werde ich Experte?

Immer wieder schreibt ihr mir, dass ihr gerne für ein bestimmtes Thema (und manchmal sogar für mehrere Themen) als Experte wahrgenommen werden möchtet. Vor ein paar Jahren habe ich in einem Vortrag über LinkedIn mal folgenden Satz notiert “Be the first who comes to mind.”

Dieser Satz beschreibt alles, was gutes Marketing für einen Experten ausmacht. Denn der muss mit seinem Thema so omnipräsent sein, dass er der Erste ist, der seiner Zielgruppe dazu einfällt.

Machen wir mal den Test. Ich schreibe euch ein paar Themen auf und ihr ergänzt im Kopf den Experten oder die Expertin, die euch auf diesem Gebiet in den Sinn kommen:

Darm

Vegane Rezepte

GIFs

Eiskunstlauf

Evolutionstheorie

Tennis

Auf meiner Liste stehen jetzt Giulia Enders, Attila Hildmann, Svenja Walter, Katharina Witt, Charles Darwin und Boris Becker. Und wenn ich alles richtig gemacht habe, steht auch auf eurer Liste mein Name – als die mit dem GIF Expertenwissen.

Wen wir als Experte für einen Bereich wahrnehmen, hat viel damit zu tun, wann wir leben und wer zu dieser Zeit für Themen bekannt ist. Interessant finde ich vor allem diese drei Fakten:

1.) Das muss nicht immer jemand sein, der noch lebt.

2.) Das ist manchmal jemand, der sein ganzes Leben diesem Thema gewidmet hat.

3.) Das kann jemand sein, der zum richtigen Zeitpunkt Nischenwissen über ein gefragtes Thema hat.

Ich zähle ganz klar zur dritten Kategorie. In meinen 13 Jahren als Onlinerin werde ich immer wieder als Expertin wahrgenommen. Halte Vorträge und unterrichte Kurse zu so unterschiedlichen Themen wie Bloggen, Storytelling, Pinterest oder GIFs. Deshalb möchte ich euch heute einmal erzählen, welche fünf Schritte meiner Erfahrung nach zum Expertenstatus führen – am Beispiel meiner GIF Expertise.

1. Ich interessiere mich extrem für ein klar eingrenzbares Thema und kommuniziere das auch.

Klar wusste ich schon lange, was GIFs sind. Aber wirklich verstanden, was sie bewirken können, habe ich erst, als ich Ostern 2019 eine Insta Story gemacht habe. In dieser Story habe ich einen meiner Online Kurse im Sale angeboten. Und obwohl eigentlich all meine interessierten Insta Follower den Kurs schon hatten und er nur 10,99 kostete, habe ich in 24 Stunden 4000 $ verdient. Grund genug, mir das Ganze genauer anzuschauen.

Expertenwissen aneignen
Die 4000 $ Instagram Story

Was war an dieser Story anders, als an Sales Stories, die ich davor gemacht hatte? Ich hatte den Sale a) in Form einer Heldenreise geschrieben – einer dramaturgischen Erzählform, die wir in der Storytelling Masterclass unterrichten – und ich hatte b) illustrierende GIFs verwendet, die meine Story zusätzlich emotionalisiert haben.

Da die GIFs von einer Künstlerin waren und ich mir nicht ganz sicher war, inwiefern man solche GIFs für geschäftliche Zwecke einsetzen darf, dachte ich: OK, dann musst Du halt selbst lernen, GIFs zu machen.

Also begann ich, mir alles anzuschauen, was es an Tipps und Tutorials zu dem Thema gab. Und das war nicht viel – Bücher waren dazu überhaupt nicht auf dem Markt. Übrigens etwas, was bei allen digitalen Themen, in denen ich bis jetzt als Expertin gelte oder galt, der Fall war. Die Informationsausgangslage war immer eher dünn. Ich war immer “früh dran“.

Was ich in diesem Stadium jedes Mal mache: Ich teile meine Erkenntnisse sofort mit euch. Sobald ich merke “Ah, da hat etwas besonders gut funktioniert”, teile ich euch das mit. Und ziehe sofort Schlüsse für mein Unternehmen daraus.

Um das mal mit Zahlen zu belegen: Ich habe die 4000 $ Insta Story mit den GIFs am 22. April 2019 gepostet. Und am 01. Mai 2019 habe ich auf meinem Blog darüber geschrieben wie heiß das Thema ist und dass ich meinen nächsten Udemy Kurs über genau dieses Thema machen werde.

2. Ich probiere hands on selbst aus, wie ich das Thema erfolgreich umsetzen kann.

Auf YouTube, Skillshare und Google habe ich mir alles zusammengesucht, angeschaut und durchgelesen, was ich zu dem Thema finden konnte. Aber eben weil das so wenig war, war das Wichtigste das eigene Ausprobieren.

Und das bedeutet: GIFs zeichnen, animieren, exportieren und hochladen. Immer und immer wieder.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Mein GIPHY Channel. 

Sobald ich auf Probleme gestoßen bin, habe ich versucht, sie durch erneutes Suchen oder Nachdenken oder verschiedene praktische Herangehensweisen zu lösen.

Eigentlich habe ich fast sechs Wochen nichts anderes gemacht, als genau das. Und das ist auch ein ganz wichtiger Punkt auf dem Weg zum Expertenstatus. Man muss besessen sein davon, etwas verstehen zu wollen. Experte wird man nicht auf der linken Popobacke, sondern nur wenn man “all in” geht und das Thema lebt und atmet.

3. Ich breche das Thema so einfach wie möglich runter und gebe anderen konkrete Handlungsanweisungen, wie sie das Thema für sich erfolgreich umsetzen können.

Dass ich ein Thema wirklich verstanden habe, merke ich daran, dass sich für mich eine Kanonisierung offenbart, die es so noch nicht gibt. Bei den GIFs habe ich plötzlich gesehen, dass es verschiedene Arten von GIFs gibt, die sich immer wiederholen, wie z.B. GIFs die einfach hin- und herwackeln oder GIFs, die die Farbe wechseln. Genau diese Struktur habe ich dann in verschiedene Kurslektionen übersetzt:

Expertenwissen zu GIFs

Wenn ihr Lust habt, eigene GIFs zu erstellen, schaut euch den Kurs mit Klick aufs Bild gerne mal an.

MIt meinem Online Kurs GIF Experte werden

4. Ich veröffentliche, veröffentliche und veröffentliche. Und setze mir immer wieder neue Ziele – die ich auch erreiche.

Existenziell beim Aufbau einer Expertise: Man darf keine Angst vor der Veröffentlichung haben. Ich kann nichts dazulernen, wenn ich mit meinem Wissen nicht nach draußen gehe. Nur GIFs zu zeichnen, zu animieren und zu exportieren – und sie dann auf meinem Desktop liegen zu lassen – bringt mir gar nichts.

Ich lerne immer erst, wenn ich mit meinem Thema ins Außen gehe, in diesem Fall also: wenn ich die GIFs veröffentliche. DANN werden sie plötzlich pixelig, sind zu klein, werden nicht angezeigt. Und DANN kann ich Lösungen für diese Probleme suchen.

Wenn ich aus den Kinderschuhen herausgewachsen bin, beginne ich mir ehrgeizige Ziele zu setzen. Eines dieser Ziele war, mit meiner ersten GIF Kollektion, meinen Wiesn GIFs, viral zu gehen. Und das hat wunderbar geklappt.

Ich war mit diesem Erfolg zum Interview bei Radio Energy im Wiesn-Studio:

Instagram

Mit dem Laden des Beitrags akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von Instagram.
Mehr erfahren

Beitrag laden

Hatte eine Coverstory auf der OMR – der Seite der Online Marketing Rockstars:

Instagram

Mit dem Laden des Beitrags akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von Instagram.
Mehr erfahren

Beitrag laden

Und einen fetten Artikel auf der Allfacebook Seite:

Instagram

Mit dem Laden des Beitrags akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von Instagram.
Mehr erfahren

Beitrag laden

Und natürlich gab es jede Menge Insta-Stories von Prominenten und Influencern, in denen meine GIFs zu sehen waren.

Wiesn GIFs meinesvenja
Pamela Reif, Kai Pflaume, Barbara Meier, Sarah Harrison…

Nach diesem Erfolg fühlte ich mich langsam wie ein Experte. Und habe mir deshalb ein neues Ziel gesetzt: ein virales GIF am Reißbrett zu planen, das ganz viele Views bekommt. Darüber habe ich am Beispiel meines “Engagement GIFs” auch auf meinem Blog geschrieben.

Hat super geklappt und ich konnte im Sommer – klar, Hochzeits-Hochsaison – über 47 Mio Views mit meinem GIF erzielen.

GIF erstellen für Instagram Stories
47.024.681 Views

Mit meinem GIF “New Decade, New Me” und fast 100 Mio Views konnte ich das zum Jahreswechsel noch toppen.

Neujahrs GIF
99.057.953 Views

5. Ich bekomme sehr viele Fragen und Aufgaben gestellt von meinen “Schülern” – und erst durch dieses kritische Feedback und die vielfältigen Herausforderungen entwickele ich eine echte Problemlösungskompetenz.

Dieser letzte Punkt ist wohl der wichtigste Punkt auf meinem Weg zur Expertise. Wenn ihr meinen Kurs belegt, boostet ihr meine Problemlösungskompetenz. Einfach weil ihr in der Masse mehr Fehler machen könnt, als ich alleine.

Denn ihr habt

  • ein anderes Vorwissen
  • andere Workflows und
  • andere Soft- und Hardwarekombinationen

Manche von euch denken noch analytischer als ich, andere sind eher laissez faire. Manche nehmen den Monoline Pinsel, andere malen in Aquarell. Manche laden ihre GIFs vom iPhone hoch, andere vom Desktop. You name it.

Durch diese unendlichen Kombinationen von Equipment und Wissen mit menschlichem Denken und Verhalten sowie eurer individuellen Lebenserfahrung entstehen jede Menge neue Herausforderungen, mit denen ihr auf mich zukommt. Und für die ich dann wie ein Arzt eine Anamnese durchführe.

Wenn also euer Brand Channel bei Giphy nicht zugelassen wird, kann ich euch heute 50 verschiedene Fragen stellen, von denen wahrscheinlich eine zur “Diagnose” und damit zur Lösung führt.

Wenn euer GIF nicht angezeigt, zu pixelig, zu komprimiert, zu groß, zu verschwommen, nicht auf Insta auffindbar, noch nicht online ist. Oder mit schwarzem Hintergrund ausgegeben wird, obwohl ihr den auf Transparent gestellt habt. Das erste Bild der Animation nicht zu sehen ist. Euer Account plötzlich nicht mehr da ist. EGAL was ihr mich fragt – ich habe jetzt in 95% aller Fälle eine Antwort und 4% der verbleibenden 5% kann ich mir zusammenreimen. Bleibt 1% an Fragen, die ich (noch ) nicht beantworten kann.

Und DAS macht aus mir eine Expertin – ein Status, der jede Menge Türen öffnet und zu spannenden Zusammenarbeiten führt.

So gestalte ich z.B. GIFs für Kai Pflaume, mit denen er seine aktuellen Aktivitäten spannend erzählen kann.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Meine Svenja GIFs für Kai Pflaume
Einige der weit über 100 GIFs, die ich mittlerweile für Kai animiert habe.

Und habe für die Grünen GIFs für ihren aktuellen Wahlkampf erstellt.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Meine GIFs für den Wahlkampf der Grünen

Wichtigster Tipp dieses Artikels:

Wenn ihr einen Online-Kurs kaufen, auf eine Konferenz gehen, jemanden für ein Coaching buchen möchtet – macht euch im Vorfeld kundig, ob dieser Mensch mit seinem Wissen der Richtige für euch und ein WIRKLICHER EXPERTE ist.

Jeder, der sich seinen Expertenstatus über viele Monate und Jahre hinweg erarbeitet hat, hat dabei Spuren im Netz hinterlassen. Er hat Erfahrungen gesammelt, Artikel dazu geschrieben und Menschen Interviews gegeben, in denen er auf ihre fachlichen Fragen antworten konnte. Es gibt diesen Menschen und seinen nachvollziehbaren Expertenweg wirklich. Und mit etwas Glück – und weil ihn sein Thema so begeistert – hat er sogar einen Blog, auf dem er seinen Expertenstatus in vielen Artikeln untermauert, in denen ihr wirklich etwas Neues lernt.

Vorsicht ist geboten, wenn jemand plötzlich mit einem neuen Thema rauskommt und Vorträge hält, in denen er Dinge eher behauptet, als sie selbst gelernt zu haben.

Auch erlebe es immer wieder, dass ich in Vorträgen sitze wo der Vortragende über Sachverhalte spricht, die ich mir mit 1-2 Tagen Recherche selbst erarbeiten könnte. DAS ist kein Experte, sondern jemand, der Wissen wiederkäut.

Ein Experte hat Wissen, dass ich mir nur über viele Monate oder Jahre selbst aneignen könnte. Nur bei solchen Menschen kaufe ich selbst ein, nur solchen Menschen vertraue ich, nur von solchen Menschen lerne ich.

In diesem Sinne

Eure Svenja

4 Kommentare

  1. Hm, ich stimme dir mit dem Hintergrundcheck des Expertens zu, andererseits denke ich mir, man kann dieses ganze Wissen zu einem bestimmten Thema doch auch haben, wenn man noch nichts veröffentlicht hat. Dann wäre natürlich der Anspruch von jemanden gebucht zu werden auch sehr hoch, aber manche Personen sind so sehr in ihrem Thema/Gebiet, dass sie nicht nach außen treten. Entschudlige diese unsortierten Gedanken.
    Ich bewundere deine Motivation und Begeisterung jedenfalls sehr und lese gerne deinen Blog! :)
    LG

    1. Erstmal vielen Dank für deine lieben Worte zu meinem Blog und meiner Arbeit! Klar – es gibt natürlich auch Experten, die kaum online vertreten sind. Aber ich denke auch deren Expertise ist irgendwie überprüfbar – sie werden empfohlen, haben einen guten Ruf, sind stadt- oder branchenbekannt. Und sicher gibt es auch Ausnahmefälle, die wirklich was drauf haben und kaum nach draußen kommunizieren. Mir ging es jetzt aber eher darum mal so generelle Überprügungsparameter darzulegen, wie ich Experten von Nachahmern, Behauptern und Halbwissengöttern unterscheide. Die sind nämlich manchmal genial darin, sich ein Expertengewand umzulegen – und wenn man sie dann bucht ist leider viel zu wenig dahinter. Ganz liebe Grüße, Svenja

  2. …wie man allerdings Atilla Hildmann noch indirekt bewerben kann, der gerade drüben auf Instagram eher als Experte für Verschwörungstheorien als für irgendwas anderes in Erscheinung tritt, verstehe ich nicht…

    1. Du, den Artikel habe ich geschrieben BEVOR er damit Schlagzeilen machte. Obwohl ich 2013 oder 2014 seine vegane Challenge gemacht habe und ihm für die Hinführung zu dieser Ernährungsform ewig danbar sein werde, finde ich das, was da jetzt passiert, sehr strange. Habe das auch erst recht spät mitbekommen, weil ich ihm gar nicht folge – habs dann wirklich aus der Presse mitbekommen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Deine Daten in der Kommentarfunktion werden nur für diese verwendet. Weitere Informationen findest du in der Datenschutzerklärung.