Ihr Lieben,

weil ich immer wieder gefragt werde, wo ich fotografieren gelernt habe, gibt es heute mal einen Blick hinter die Kulissen und die ganze Wahrheit. Ich kann gar nicht fotografieren. Und deshalb erzähle ich euch jetzt wie ich es so mache, dass es trotzdem so aussieht, als wüsste ich wie es geht.

Fototricks für Blogger

Fototrick 1: Organisation ist alles.

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Links auf der Bank seht ihr alle Bücher, die ich momentan verlose. Es gibt dazu eine Liste, in welcher Reihenfolge ich sie verlose und welches ich wie fotografieren möchte. Mit welchem Untergrund (dazu gleich mehr) und mit welchen Requisiten (dazu auch gleich mehr).

Auf dem Tisch liegen Zettel mit Beispielfotos. Denn bevor ich ein größeres Shooting mache recherchiere ich auf Pinterest und Instagram, was in dem Bereich gerade state of the art ist.

Fototrick 2: Die iPhone-Kamera reicht.

Ich mache all meine Fotos mit meinem iPhone. JA, ALLE. Nicht weil ich keine Kamera hätte. Ehrlich gesagt habe ich sogar zwei. Aber ich bin keine Fotografin, sondern Bloggerin. Ich will Fotos MACHEN, nicht verkünsteln. Und da braucht es eher ein gutes Auge als die perfekte Blende. Da wir sowieso in der Nachbearbeitung Filter drüberlegen, wird der Look eh verfremdet.

Fototrick 3: Tageslicht ist Gott.

Schon mal einen Teller Linsen bei schlechter Beleuchtung fotografiert? Foodblogger setzen nicht ohne Grund auf Tageslicht. Ich mache es genauso. Wenn ich bei künstlichem Licht fotografieren muss, dann nur mit Profis, die mich oder das Set ausleuchten.

Um immer das optimale Licht zu haben, arrangiere ich Dinge die ich fotografieren will, oft auf kleinen Tabletts oder Brettern, damit ich sie beliebig hin- und hertragen und zum Licht hin ausrichten kann.

Fototrick 4: Probeschüsse müssen sein.

Ein Probeschuss ist ein Schuss wo ich alles einfach mal hinlege und schaue, wie es durch die Kamera aussieht. Oft mache ich das auf dem Fußboden, so wie hier.

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Auf dem nächsten Bild seht ihr, wie aus einem Probeschuss ein Blogfoto wird.

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Nur weil in der Mitte jetzt nicht mehr der Fußboden, sondern ein farbiger Untergrund zu sehen ist, wirkt das Ganze schon komplett anders. Aber – was ist das für ein Untergrund?

Fototrick 5: Stoffuntergründe lohnen sich.

Hier seht ihr meine Stoffuntergründe, die mein großer Bruder mir gezimmert hat. Leisten aneinander gehämmert, Stoff draufgetackert, fertig.

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Ich verwende sie ganz unterschiedlich. Manchmal stelle ich sie z.B. hinter eine Kommode – und wenn ich dann auf der Kommode shoote, nutze ich sie als Tapeten- bzw. Wandfarbenersatz.

Manchmal lege ich sie auf den Boden, und dekoriere das was ich shooten will on top.

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Ich wette, ihr habt die Stoffuntergründe schon tausendmal auf meinem Blog gesehen, ohne dass es euch aufgefallen ist.

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Fototrick 6: Pappuntergründe sind günstig.

Und weil sie so günstig sind, könnt ihr euch verschiedene Motive auf Vorrat hinlegen. Denn es gibt ja heutzutage nicht nur Farben, sondern auch jede Menge Kartons mit Fotomotiven, die ihr auch saisonal einsetzen könnt.

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Mit Pappuntergründen shoote ich ganz oft. Ist so easy und komplikationsfrei. Hier ein paar Beispiele für Fotos, die ich auf Pappuntergründen geschossen habe, die ihr vielleicht vom Blog kennt.

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Fototrick 7: Requisiten kann man anfordern.

OK, das mit dem Anfordern funktioniert natürlich erst, wenn man ein paar Leser vorweisen kann. Wobei ich am Anfang einfach Klinken putzen war. Ich bin auf die einschlägigen kleineren Messen (wie z.B. die Trendset hier in München) gefahren und habe mich bei den Firmen vorgestellt. Erzählt, was ich mache, und um Requisiten gebeten. Klappte hervorragend.

Viele Firmen leihen mir mittlerweile auch Requisiten im Geschäft aus. Das ist superpraktisch, weil ich nur hier in München in den Laden gehen muss und die Sachen mitnehmen kann.

Das hier ist mein Requisitenlager – ein Kellerraum mit je fünf Billyregalen an jeder Seite proppenvoll mit Dingen. Und das obwohl ich permanent ausmiste.

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Fototrick 8: Kreativität ersetzt fehlendes Geld.

Gerade als Blogger kann und will man oft nicht investieren. Da muss man kreativ werden. Bretter im Baumarkt besorgen und immer wieder neu streichen, um immer wieder neue Untergründe zu haben. Stoffe anmalen.

Auf dem nächsten Bild seht ihr einen Teil meines Büros – und zwar den Teil, in dem ich die Bastel- und Malsachen aufbewahre. Hier gibt es alles von Pinseln in jeder Größe bis hin zu Glitzer in fast jeder Form und Farbe. Dazu natürlich jede Menge Papierarten, Malstifte, Farbkästen, unterschiedliche Kleber, Maskingtape und alles andere, was das kreative Herz begehrt.

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Dabei ist es total wichtig, bei aller Kreativität die Ordnung nicht zu vergessen. So sieht es aus, wenn die Requisiten für zwei Bilder herumliegen.

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Spätestens nach vier Bildern, räume ich alles wieder an seinen Platz, sonst wird das Chaos zu groß. (Und nein, der Papierkorb steht bei uns nicht immer auf dem Tisch – aber ich hatte gerade Papier auf dem Tisch geschnitten!)

Fototrick 9: Nähe ist wichtig.

Wenn mit einem Bild irgendwas nicht stimmt oder ich das Gefühl habe, das könnte ich noch besser hinkriegen, gehe ich einfach näher ran mit der Kamera und wähle eine Close up Einstellung. Hilft eigentlich immer. Irgendwie macht Nähe alles schöner. Auch wenn es nur die hingeschmissenen Requisiten auf dem Teppich sind.

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Fototrick 10: Fotobearbeitung können auch Laien.  

Ich bevorzuge Lightroom und stehe drauf,  wenn die Bilder eher gelbstichig und nicht so super gestochen scharf sondern eher ein bisschen milchig sind. Kann sich aber auch wieder ändern. Wichtig ist nur, dass man nicht tausend verschiedene Filter verwendet, sondern versucht einen einheitlichen Style zu fahren.

Falls euch mein Post und der Blick hinter die Kulissen gefallen hat, freue ich mich, wenn ihr zum leichteren Wiederfinden dieses Bild pinnt:

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Alles Liebe

Eure Svenja